Donnerstag, 26.04.2018

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Experten klären in Pegnitz über Kompost auf

Anlage an der Weidmannshöhe wird ein Vierteljahrhundert alt: Rund 140.000 Tonnen Biogut verarbeitet - 17.04.2018 07:55 Uhr

Manfred Bauer arbeitet seit 25 Jahren bei der Kompostierungsanlage. Beim Tag der offenen Tür am Wochenende erklärt er, wie aus Biogut Kompost entsteht. © Klaus Trenz


Weg von der Kompostierung zu Hause und hin zur Biotonne. Das war im Jahr 1993 der Grund, warum die Kompostierungsanlage gegründet worden ist. Gingen die Verantwortlichen am Anfang noch davon aus, dass pro Jahr 2200 Tonnen Grüngut verarbeitet werden würden, werden die maximalen Kapazitäten seit 2004 regelmäßig erreicht, erklärt Manfred Bauer. Er ist der Leiter der Anlage und von Anfang an dabei. Er berichtet, dass in der Anlage nicht mehr als 3500 Tonnen Gartenabfälle und 3000 Tonnen Bioabfälle aus der Biotonne verarbeitet werden dürfen. Zwei- oder dreimal sei es schon mehr gewesen, da wurde das Biogut auf große 25-Tonner verladen und andernorts — beispielsweise in Fischbach — kompostiert.

Von 1993 bis 2017 sind in Pegnitz 69.334 Tonnen Bioabfall und 70.636 Tonnen Grüngut aus dem südlichen und westlichen Landkreis zu zirka 46.000 Tonnen Kompost verarbeitet worden, teilt Peter-Michael Habermann auf Anfrage mit. Er vertritt die Bio-Kompost und Entsorgung GmbH, welche die Eigentümerin der Anlage ist.

Boden wird verbessert

In dieser Zeit hat sich Einiges getan: Bereits im dritten Jahr des Bestehens ist der Anlage das RAL-Gütezeichen Kompost der Bundesgütegemeinschaft Kompost verliehen worden. Es bescheinigt hohe Qualität des Produkts "und ist ein hervorragender Dünger und Bodenverbesserer aus der Region", so Habermann weiter. Im Jahr 2009 ist außerdem eine zusätzliche Zwischenlagerungsfläche für angeliefertes Grüngut errichtet worden und ein Jahr später eine Photovoltaik-Anlage. Im Folgejahr stand unter anderem die energetische Sanierung der Betriebsgebäude an. "Wir kompostieren aber immer noch so wie vor 25 Jahren", sagt Bauer. Wie das genau abläuft, erklärt er am kommenden Samstag bei einem Tag der offenen Tür. Dann kann ausnahmsweise kein Grüngut angeliefert werden. "Wir sind dann so eingespannt, dass wir keinen normalen Arbeitsbetrieb aufrecht erhalten können", erklärt er. Fragen wie "Wie lange dauert es, bis aus meinem Abfall Kompost wird?" und "Überleben Krankheitskeime den Prozess?" werden bei Führungen geklärt.

Die Leute, die ihre Gartenabfälle bringen und abladen, seien oft interessiert und stellten Fragen zum Kompostierungsablauf und den Anlagen. "Aber es gibt auch Eltern, die erzählen ihren Kindern irgendeinen Quatsch. Dem wollen wir entgegenwirken."

Der Tag der offenen Tür sei speziell für die Bevölkerung gedacht. Deshalb gebe es auch ein breit angelegtes Programm: Unter anderem können Erdproben aus dem heimischen Garten analysiert werden, Insektenhotels werden gebaut und ein Garten- und Landschaftsbauer wird Fragen der Besucher beantworten.

Peter-Michael Habermann weiß, wie viel Biogut in 25 Jahren verarbeitet wurde. © Landratsamt


Doch zurück zur Kompostierungsanlage selbst: Vielen Nutzern sind sicherlich die vielen Möwen und Krähen aufgefallen, die sich dort tummeln. Habermann vermutet, dass "nicht nur die Anlage, sondern auch alle im Umfeld vorhandenen landwirtschaftlichen Nutzflächen für Vögel mögliche Nahrungsquellen darstellen. Beispielsweise frische Aussaat, Ernterückstände." Das Auftreten verschiedener Vogelarten sei daher nichts Ungewöhnliches. In diesem Zusammenhang betont Bauer, dass es an der Weidmannshöhe keine anderen Tiere, also Ungeziefer, gibt. Das liege daran, dass wegen der Arbeiter ganztägig Betrieb herrsche und das Material ständig in Bewegung sei. Lediglich Fliegen kämen mit der Wärme, wie auch beim Grünschnitt im eigenen Garten.

Was Bauer und seinen Kollegen viel mehr zu schaffen macht, sind die Plastikteile im Müll. "Wir könnten eine höhere Quote erreichen, wenn die Leute ihren Müll besser trennen würden." Vor allem Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Lieferungen überlagerter, verpackter Lebensmittel bereiten ihnen Sorgen. "Mit Hilfe der auf der Anlage verfügbaren Technik können die Fremdstoffe zuverlässig abgetrennt werden", fügt Habermann hinzu. Davon können sich die Pegnitzer und die Landkreisbewohner am kommenden Samstag, zwischen 10 und 16 Uhr, überzeugen. 

Kerstin Goetzke Nordbayerische Nachrichten Pegnitz/Auerbach E-Mail

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