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Dass aus dem FZ (Familienzentrum) nun das TFZ (Tabea Familienzentrum) geworden ist, davon bekommt man auf den ersten Blick nichts mit. Der neue Name auf den Hinweisschildern und Wegweisern muss warten. „Jetzt gibt es Wichtigeres zu tun“, sagt Ekkehard Becker. Der Rheinländer ist neuer Heimleiter der Einrichtung und hat seit Januar die Geschäfte übernommen — allerdings nur vorübergehend.
„Eigentlich bin ich schon seit einem Jahr in Pension“, erzählt der 64-Jährige, der viele Jahre lang in Nordrhein-Westfalen als Heimleiter von Altenpflegeheimen der Diakonie gearbeitet hat. Doch Emanuel Brandt, Vorstandsvorsitzender der Tabea-Gruppe in Hamberg, hat ihn für den Übergangs-Arbeitsplatz in Heiligenstadt gewinnen können. „Im März werde ich meinen Posten wieder räumen“, berichtet Becker. Dann werde sein Nachfolger die Heimleitung des Familienzentrums übernehmen.
Aber schon jetzt gehe es darum, das Familienzentrum fit für die Zukunft zu machen. So gehörte es zu Ekkehard Beckers ersten Amtshandlungen, den Belegungsstopp, der im Zuge des Insolvenzverfahrens verhängt wurde, wieder aufzuheben. „Das ist wichtig, denn danach richtet sich auch unser Personalschlüssel“, erklärt er. 130 Pflegeplätze sind im Heim derzeit belegt, 145 waren es vor der Insolvenz. 138 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die pflegebedürftigen Senioren.
Auch ihre Zahl hat sich durch die finanziellen Schwierigkeiten dezimiert. „Manchen war die Situation einfach zu unsicher“, zeigt der Interims-Heimleiter Verständnis. Daher sei er momentan auf der Suche nach Alten- und Krankenpflegern, zum Teil auch für die Leitung von Wohngruppen. Auch organisatorisch habe sich im Familienzentrum einiges ändern müssen. „Vorher lag alles in einer Hand und das war der Fehler“, weiß Becker. So konnte die Großinvestition von 9,3 Millionen Euro in 38 neue Eigentumswohnungen für das Betreute Wohnen, von denen ein Großteil nicht verkauft werden konnte, das gesamte System zum Einsturz bringen.
So etwas soll nicht noch einmal passieren. Deshalb habe das Diakoniewerk Tabea die einzelnen Bereiche zu Tochtergesellschaften gemacht. So liegt der Betrieb des Alten- und Pflegeheimes ebenso in der Hand einer GmbH wie der der Diakoniestation oder der der Ferien- und Tagungsstätte — alles unter dem Dach des Familienzentrums. Auch wenn die Insolvenz Blessuren hinterlassen habe, es sei nicht so schlimm gekommen, wie man hätte befürchten können, meint der neue Heimleiter: „Tabea hat das Familienzentrum als Ganzes gekauft und denjenigen, die eine dieser Wohnungen gekauft oder Mietvorauszahlungen geleistet haben, ein zehnjähriges Wohnrecht eingeräumt.“ Das könne man nicht hoch genug einschätzen. „Das Geld ist immerhin weg, aber die Leute dürfen weiter dort wohnen.“
Noch immer sind rund 14 der 38 Wohnungen unverkauft. Nun soll der Verkauf wieder aufgenommen werden. „Wir werden alle die anschreiben, die vor dem Insolvenzverfahren Interesse gezeigt haben“, erklärt Becker. Auch die Miete der Wohnungen sei möglich.
Nach und nach soll sich auch im Pflegeheim etwas tun. „Vor allem bei den Nasszellen haben wir Nachholbedarf“, so der Heimleiter. Bei leerstehenden Zimmern soll daher nachgerüstet werden. Zum Teil müssen auch noch bestehende Doppelzimmer in Einzelzimmer umgewandelt werden. Auch die Wohnbereiche selbst sollen sich optisch verändern — und damit an den geänderten Bedarf anpassen.
„Wir werden es in Zukunft wesentlich häufiger mit Demenzkranken zu tun haben“, weiß Becker. An deren Bedürfnisse müsse man die Heime auch baulich anpassen. Dazu gehören zentral gelegene Küchen in den Wohnebenen und offene Essbereiche. „Bis Mitte des Jahres werden wir uns überlegen, was zu tun ist und das dann Schritt für Schritt in den nächsten Jahren umsetzen“, blickt er in die Zukunft. Dass das Familienzentrum eine Zukunft habe, davon ist er überzeugt. „Zum einen, weil wir eine ortsnahe Versorgung im Alter mit unterschiedlichsten Diensten anbieten.“ Zum anderen, weil die freikirchliche Einrichtung auch viele Auswärtige anspreche, die aus diesem Grund
im Alter nach Heiligenstadt ziehen. „Und die Gegend hier spricht auch für sich“, betont der Rheinländer.



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