Sonntag, 24.03.2019

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Feuerwehren auf der A9 zwölf Stunden im härtesten Einsatz

Extrem schwierige Bergungsarbeiten nach Lkw-Unfall - Autobahn bis in den späten Abend hinein gesperrt - 13.03.2019 00:50 Uhr

Zwölf Stunden dauerten die Bergungsarbeiten nach dem schweren Lkw-Unfall auf der A9 bei Stammbach. © News5/Fricke


Aufgrund einer Baustelle hatte sich der Verkehr auf der Richtungsfahrbahn Nürnberg auf zwölf Kilometer zurückgestaut. Der Fahrer eines mit Europaletten beladenen 40-Tonners übersah zwischen den Anschlussstellen Münchberg-Süd und Gefrees den stehenden Verkehr und fuhr ungebremst auf einen Tanklastzug vor ihm auf.

Die Wucht des Aufpralls war derart groß, dass sich die Ladung des Verursachers selbstständig machte und aus dem Trailer flog. Auf rund 100 Metern verteilte sich das Holz über die gesamte A9.

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Tödliche Kollision: Schwerer Lkw-Unfall auf der A9

Nach einem Auffahrunfall auf der A9 konnte der eintreffende Notarzt nur noch den Tod eines 23-jährigen LKW-Fahrers feststellen. Durch die Wucht des Aufpralls hatte sich die Ladung seines Lasters über 100 Metern auf der Fahrbahn verteilt.


Noch erschreckender war jedoch das Zerstörungsbild des Führerhauses. Dieses war auf wenige Zentimeter zusammengequetscht. Die alarmierten Helfer von Feuerwehr und Rettungsdienst mussten schnell erkennen, dass für den polnischen 23-jährigen Fahrer jede Hilfe zu spät kam.

Die Bergung der eingeklemmten Leiche erwies sich als äußerst kompliziert. Denn der Tanklastzug, der 28.000 Liter Biodiesel geladen hat, war am Heck so schwer beschädigt, dass beim Wegziehen des verkeilten Sattelzuges eine Beschädigung des Tanks befürchtet werden musste. Daher wurde ein Ersatzlaster gerufen, um den Kraftstoff zunächst umzupumpen.

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Flammen-Drama bei Busunglück forderte 2017 nahe Gefrees 18 Tote

Bei einem schweren Busunglück auf der Autobahn 9 bei Gefrees sind 18 Menschen ums Leben gekommen. 30 der 48 Menschen im Reisebus wurden bei dem Unglück verletzt – einige von ihnen schwer.


Vor zwei Jahren Buskatastrophe am selben Ort

Damit war klar, dass die A9 noch mehrere Stunden voll gesperrt bleiben musste. Die Unfallstelle war für die Einsatzkräfte derweil keine Unbekannte. Im Sommer 2017 hatte es fast auf den Meter genau an dem selben Ort die tödliche Buskatastrophe mit 18 Toten gegeben. "Wir dachten nur: Bitte nicht schon wieder", erinnert sich der Feuerwehr-Einsatzleiter Martin Schödel.

Wie kompliziert sich die Bergung tatsächlich gestaltete, zeigte sich erst im weiteren Verlauf. Nachdem der Diesel umgepumpt war, konnte die Feuerwehr mit dem Auseinanderziehen der Wracks beginnen. Erst nach sechseinhalb Stunden konnten die Feuerwehrleute die Leiche aus dem Führerhaus bergen, welches auf ein Viertel seiner üblichen Größe zusammengestaucht war.

Der Lastwagen selbst konnte nur noch in Einzelteilen verladen werden. Schließlich gestalteten sich auch die Bergungsarbeiten der Europaletten für das THW als besonders aufwändig: "Das ist wie ein kleines Puzzle-Spiel," hieß es vor Ort. 

Respekt vor der Leistung der ehrenamtlichen Helfer

Für die Kräfte ging es erst etwa zwölf Stunden nach dem Alarm zurück zum Standort. Viele von ihnen waren bereits seit 6 Uhr morgens zuerst auf der regulären Arbeit tätig, ehe es zum Unfall ging. Der Einsatzleiter der Feuerwehr erinnerte an einen Sachverhalt, der oft vergessen wird: "Zu 99 Prozent sind hier Ehrenamtliche im Einsatz!"

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