23°

Freitag, 20.04.2018

|

Fossilklopfplatz in Hohenmirsberg sind Steine ausgegangen

Siggi Groß muss vorübergehend schließen, bis weiteres Material zutage gefördert ist — Neue Idee - 26.06.2017 11:57 Uhr

Siggi Groß muss seinen Fossilklopfplatz in Hohenmirsberg vorübergehend schließen, weil kein Material mehr da ist. Erst müssen weitere Schichten abgetragen werden, unter denen Versteinerungen sein könnten. © Archiv/Eva Böhm


Auf der Internetseite der Stadt Pottenstein steht, dass der Fossilklopfplatz an der Hohenmirsberger Platte bis auf Weiteres geschlossen bleibt. "Momentan gibt es keinen Nachschub an Steinen", sagt Siggi Groß. Der Betreiber des Fossilklopfplatzes muss deshalb gezwungenermaßen vorübergehend dicht machen. 22 Jahre lang habe es Steine gegeben, nun seien alle abgeklopft. Bis wieder Nachschub da ist, könne es noch dauern, "ungefähr eineinhalb bis zwei Jahre", so Groß. In dieser Zeit tragen die Maschinen im Steinbruch das Gestein Schicht für Schicht ab. Die Versteinerungen kommen erst in der Tiefe vor.

Bilderstrecke zum Thema

"Fossiliensuche löst Gefühle wie beim Goldrausch aus"

In zwei Live-Reportagen berichtete das Bayerische Fernsehen vom Fossilien-Klopfplatz auf der Hohenmirsberger Platte und betrieb so tolle Reklame für das Tourismusangebot in der Region Pottenstein. Rund 100 Jugendliche gingen auf Schatzsuche und schließlich zeigte der Klopfplatzbetreiber Sigi Groß der Moderatorin Uschi Schmidt auch noch, wie man die Funde mit einfachsten Mitteln kinderleicht in wahre Schmuckstücke verwandelt.


Der 58-Jährige hätte gedacht, dass die Steine noch bis nächstes Jahr reichen könnten. Zurzeit ist allerdings schon noch was los am Fossilklopfplatz. Denn ein paar Steine zum Klopfen hat Groß noch. "Ich hab noch über 300 Schulkinder, die muss ich noch Klopfen lassen", sagt er. Er arbeitet also lediglich noch die vereinbarten Termine ab. Diese oder kommende Woche sei dann aber Schluss.

Wenn wieder Nachschub da ist, will Siggi Groß weitermachen in Hohenmirsberg. "Zwei Jahre einfach nichts tun, ist ziemlich lang."

Deshalb hat er schon eine Idee, wie er die Zeit überbrücken kann: Er plant einen Luftballonflugplatz in der Fränkischen Schweiz. "Das ist meine eigene Erfindung." Die erklärt er so: Kinder können Luftballons zum Preisfliegen starten lassen oder Luftballons mit einer Kanone abschießen. Bei der Landesgartenschau in Bayreuth habe er das schon ausprobiert. "Da war die Hölle los. Wo gibt es denn sowas? Da geht der Punk ab." Nur einen Platz bräuchte er noch für seine Idee.

Im vergangenen August hatte Groß darüber nachgedacht, den Fossilklopfplatz zu schließen. Grund dafür waren Differenzen mit Stadt und Juragruppe, die einen Hochbehälter auf der Hohenmirsberger Platte hat, wegen der Forderung nach einer Schutzhütte für die Besucher. Nachdem Groß seiner Aussage nach mitgeteilt worden war, dass der Plan für die Hütte so nicht umsetzbar ist, hatte er diesen zurückgezogen. Laut Stadt waren allerdings gewisse Vorgaben auf dem Plan nicht eingehalten worden. Groß hatte angekündigt, mit seinem Klopfplatz nach Gräfenberg zu gehen. "Bis jetzt hat sich noch nichts getan", so Groß. Doch das sei ja ohnehin nicht der Grund, warum er vorübergehend schließen muss. 

LUISA DEGENHARDT

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Hohenmirsberg