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Im Frühjahr 1992 bekam der damalige Forchheimer Landrat Otto Ammon und Chef der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz ein Schreiben des Schweizer Verkehrsbüros aus München auf den Tisch, in dem die Erstellung einer Steinskulptur vor dem Berner Bundeshaus mit Steinen aus allen fünf Kontinenten angekündigt wurde; ein Stein aus der „Fränkischen“ Schweiz sollten dazu gehören.
So kam es dazu, dass am 10. August 1992 vor dem Landratsamtsgebäude in Ebermannstadt die feierliche Übergabe des Steines an den Schweizer Generalkonsul Paul Studer und den Chef des Schweizer Fremdenverkehrsamtes Walter Leu stattfand. Es gab Bratwürste vom Grill, Volksmusik mit den Pretzfelder „Kerschtnzupfern“ und viele Grußworte. Mit der Enthüllung eines Wegweisers in die Schweiz (419 Kilometer) wurde die Steinübergabe dokumentiert und der Wegweiser steht (noch immer) einträchtig neben einem Dolomitstein aus dem „von Pölnitzschen Forst“ und einem Monolithen aus der Sächsischen Schweiz.
Am 22. September 1992 weihten
die Schweizer die Steinskulptur des Künstlers Georg Steinmann, bestehend aus 44 Steinen aus 32 Ländern mit dem Namen „Gleichgewicht der Dinge“ vor dem Berner Bundeshaus ein; als „touristischer Mittelpunkt“ aller Schweizen weltweit. Hintergrund der Aktion war eine Marketing-Studie aus den 70er Jahren, in der festgestellt worden war, dass es weltweit 192 Mal den Regionszusatz „Schweiz“ im Regionsnamen gibt, darunter allein 67 Mal in Deutschland. Mittlerweile ist die Zahl der gefundenen Schweizer Regionsbezeichnungen sogar auf über 230 angestiegen; so viele findet man allein in der Online-Enzyklopädie Wikipedia; darunter schon 97 Namen allein aus Deutschland.
Von der Amshausener Schweiz (bei Gütersloh) über die Elderschweiz in Schleswig Holstein bis hin zur bekannten Sächsischen und der nachbarlichen Hersbrucker Schweiz. Nach der Liste gibt es „Schweizen“ weltweit: allein 15 in den USA und 20 Schweizen in Asien. Die entfernteste Schweiz liegt in Neuseeland, rund 18000 Kilometer von der Schweiz entfernt und heißt „Heart of south Pacific Switzerland“. Die Antwort auf die Frage, warum es so viele Schweizen gibt, kannte schon Josef Heller.
Er schreibt in seinem berühmten Reiseführer Muggendorf und seine Umgebungen: „Mit Recht führt dieser kleine Landstrich doch die Benennung der Fränkischen Schweiz. Was die Schweiz im Großen gibt, findet man hier im verjüngten Maßstabe wieder (...).“
Damit meinte er die Landschaft mit ihren mäandernden saftig grünen Wiesen-Tälern, auf denen man sich auch den Schweizer (Werbe-) Bären mit seiner gefüllten Milchkanne und die lila Kuh eines eidgenössischen Schokoladenherstellers gut vorstellen kann. Um mit den Worten Hellers weiter zu sprechen: „Nicht mit dem Maßstabe der Schweiz im Sinne, wandere man dahin. Vorurteilsfrei überlasse man sich dem Einflusse der Natur.“
Georg Zimmermann geht in seinem 1841 erschienenen Reiseführer über „das Juragebirg“ soweit zu behaupten, dass man die Schweizer Kantone Solothurn, Aargau, Waadtland und Neuchatel „durchaus mit unserem fränkischen Landrücken vergleichen kann“.
Und Wikipedia, das Online-Lexikon, bringt es wertefrei auf den Punkt: „Oftmals wurde in der Zeit der Romantik eine ansprechende, topografisch bewegte Landschaft mit ,Schweiz‘ überhöht. Verschiedene Tourismusregionen wählten — unabhängig von ihrer Topografie — den Zusatz ,Schweiz‘ aus Marketinggründen, steht die Bezeichnung doch auch allgemein für landschaftliche Schönheit.“
Info: Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz_%28Landschaftsbezeichnung%29 findet sich eine umfangreiche Liste aller Schweizen weltweit. Ob es noch mehr gibt, wird die Zukunft zeigen



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