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In 26 Gebäuden bietet die „Internationale Grüne Woche“ auf rund 115000 Quadratmetern über 100000 verschiedene Nahrungs- und Genussmittel aus aller Welt. Publikumsmagnet ist dabei seit jeher die zentrale Bayernhalle, in der man an allen Ecken und Enden auf Oberfranken trifft. Auf der Bühne des großen Biergartens spielen eine Woche lang die Wiesenttaler Musikanten aus dem Raum Hollfeld, rund 50 Meter Luftlinie weiter haben in der Frankenecke das Fichtelgebirge und die Fränkische Schweiz ihre „Zelte“ aufgeschlagen und wiederum ganz am anderen Ende präsentiert sich die Genussregion Oberfranken, etwa mit Klaus Lindner, dem Bratwurstkönig aus Pegnitz, oder mit dem Gut Schönhof aus Eichenbirkig.
Die Fränkische Schweiz bietet edle Destillate der Brennerei Brück in Bieberbach an, einem jungen Unternehmer, der durch Zufall zu einem Brennrecht gekommen ist und sich so 2010 einen Traum erfüllen konnte. „Mehr Genuss und Verantwortung“ ist seine Philosophie, bei der er auf eigenerzeugte Grundprodukte und modernste Technik setzt. So arbeite er als einziger in der Fränkischen Schweiz mit dem neuen Aromat-Patent.
Das Fichtelgebirge bietet angesichts dessen bevorstehenden 250. Geburtstags den Dichter Jean Paul auf, der fleißig ein spezielles Jean Paul-Bier und Sechsämter-Liköre ausschänkt, dazu die Porzellan-Königin und ein E-Bike, das die Bemühungen um den Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Verleihstationen dokumentieren soll. Landrat Hübner: „Mit dem Elektrorad auf den Ochsenkopf, das hat schon was.“
Die deftigen Brat- und Hirnwurst-Spezialitäten von Klaus Lindner aus Pegnitz sowie die Buchauer Holzofenbrot-Spezialitäten würden gut in dieses Portfolio passen, doch der Stand der Genussregion findet sich am entgegengesetzten Ende der Halle, wohl deshalb, weil dieser Messeauftritt über das Projekt „Cluster Ernährung“ finanziert wird.
Noch etwas fällt auf: So stolz Oberfranken auf seine Genussregion ist, so inflationär wird dieser Begriff in Berlin verwendet. An jedem zweiten Stand wird Genuss versprochen, Österreich präsentiert sich gar in einer ganzen Halle als Genussland. Und selbst die Konkurrenz für das Bierland Oberfranken wird immer größer. So wehen in Berlin riesige Fahnen, die den Freistaat Sachsen als das „Land der Biere“ anpreisen.
Die Tourismus-Experten aus Oberfranken haben die Signale aufgenommen, auch den offensichtlichen Trend, dass immer mehr Regionen auf wenige markante Großfotos setzen und weitgehend auf Prospekte verzichten. Die Urlaubsgebiete im Landkreis Bayreuth dagegen setzen weiter auf Kataloge. Sandra Schneider und Ferdinand Reb: „So viele Prospekte wie heuer haben wir noch nie verteilt.“
Landrat Hübner nutzte seinen Besuch, um die Schwerpunkte herauszustellen. So setzt das Fichtelgebirge vor allem auf Wandern und E-Bike-Fahren, auf Wintersport, Kultur, Gesundheit und Kulinarik, alles in einer neuen Qualität angeboten. Der Erfolg zeige sich in nunmehr schon seit zwei Jahren steigenden Gästezahlen. Über das neue Kurzentrum in Weißenstadt und die künstliche Beschneiung sei man auf einem guten Weg zur Ganzjahresdestination. Interessant sei dabei, dass die meisten Auslandsgäste ausgerechnet aus Österreich kommen.
Noch besser sind die Zuwachsraten in der Fränkischen Schweiz, wo der sonnige November 9,5 Prozent mehr Urlauberankünfte als noch vor Jahresfrist bescherte. Dies wurde nicht zuletzt als Verdienst von Franz-Xaver Bauer gewertet, der „gefühlte 200 Jahre“, so Landrat Hübner, die Tourismuszentrale in Ebermannstadt mit viel Herzblut geleitet hat.
Hier starten heuer das „Radeln mit Rückenwind“ mit derzeit schon über insgesamt 30 E-Bike-Verleihstationen, eine völlig neue Internetpräsenz mit der Möglichkeit, Unterkünfte online von zuhause aus zu buchen, das Projekt Ernteerlebnis und eine Qualitätsoffensive.
Sandra Schneider, die neue Leiterin der Tourismuszentrale, zeigte sich bei ihrem ersten größeren Messeauftritt begeistert von der Nachfrage nach der Fränkischen Schweiz, dem „Schlaraffenland“ in Sachen Bier, Wurst und Brot.
Zum erfolgreichsten oberfränkischen Akteur in Berlin ist indes die „Frankenfarm“ aus Himmelkron avanciert, die nicht nur eine riesige Halle mit zwei Stockwerken bewirtschaftet, sondern darüber hinaus mit bis zu 200 Angestellten auch alle Empfänge rund um die Messe ausrichtet, mit bis zu 2500 Gästen, und das an jedem Abend.
Dia-Show unter www.nn-peg.de



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