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Dennoch sehe die Realität oft anders aus. Viel zu oft werde noch immer abwertend über Familie und Kinder diskutiert. Reaktionen auf ein Baby seien oft irgendwo zwischen Respekt, aber auch Mitleid angesiedelt. Letzteres müsse in unserer Gesellschaft endlich der Vergangenheit angehören. Deshalb sei eine Politik wichtig, die sich an die Seite der Familie stellt. Bei den Landfrauen stieß sie mit diesen Ausführungen auf breite Zustimmung, da ließen Komplimente für die Landfrauen und ihre Arbeit nicht lange auf sich warten.
Die Landfrauen seien die größte Frauenbewegung in Bayern, von der immer wieder wichtige Impulse ausgehen. Dabei widmeten sich die Landfrauen nicht nur zentralen wichtigen Fragestellungen, sie legen auch einen außerordentlich starken Gestaltungsanspruch an den Tag.
Haderthauer beklagte, dass in vielen Familien die „Natürlichkeit des Miteinanders“ und das Zusammensein der Generationen ebenso verlorengingen, wie die Verbindung zur Natur: „Fragen sie doch heute mal die Kinder in der Stadt, ob Kartoffeln in der Erde oder auf dem Baum wachsen, sie werden erstaunt sein, was sie da an Antworten bekommen.“
Um all diese Dinge könne sich eben nur eine intakte Familie kümmern, andernfalls droht eine neue Armut, und zwar nicht in materieller Hinsicht, sondern in Sachen Bindungs- und Zuwendungsfähigkeit. Gesellschaft und Politik sollten sich dabei nicht immer in der Schaffung neuer Betreuungsprogramme überbieten, sondern sich lieber um die Ursachen kümmern und die liegen nach Aussage der Ministerin in der mangelnden emotionalen Bindung. Haderthauer: „Geliebt werden um seiner selbst willen, das geht eben nicht in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, sondern nur in der Familie.“
Zuvor hatte Kreisbäuerin Katrin Lang aktuelle Entwicklungen kritisiert. Darunter auch die Internetplattformen von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, in der immer mehr Natur- und Tierschutzaktivisten den Bauern erklären wollten, wie sie zu wirtschaften haben. Das könne nicht sein, einfacher und effektiver wäre es, die Praktiker zu fragen und sie von der Bürokratie zu entlasten.
An die Seite der Landwirte stellte sich beim Landfrauentag auch Bayreuths Oberbürgermeister Michael Hohl. Zwar gebe es in der Stadt größtenteils nur noch Nebenerwerbsbetriebe, doch habe hier auch das grüne Kompetenzzentrum mit Landwirtschaftsschulen, den zentralen Vermarktungseinrichtungen, Bauernverband, Rinderzuchtverband und den Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken seinen Sitz. „In Bayreuth findet landwirtschaftliche Bildung und Entwicklung statt“, warb das Stadtoberhaupt für den Standort. Auftrag all dieser Einrichtungen sei es, nachfolgende Generationen für den Beruf des Landwirts zu motivieren und zu begeistern.



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