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FSV Schnabelwaid steht vor dem Aus

Verein findet einfach keinen Vorsitzenden - 15.10.2017 15:22 Uhr

Das Führungsteam des FSV Schnabelwaid sucht dringend Kandidaten für den Vorstand, im Bild von links: Dietmar Hemm, Gerhard Ziegler, Tobias Huttarsch und Tina Binder. © Frauke Engelbrecht


Er und seine Stellvertreter Dietmar Hemm und Tobias Huttarsch stehen nicht weiter für das Amt zur Verfügung. Am Samstagabend sollte ein neuer Vorstand gewählt werden, aber niemand wollte es machen. Nun droht das Aus des größten Vereins im Ort.

Schon vor zwei Jahren war die Situation die gleiche. Eigentlich wollte Ziegler schon damals das Amt in jüngere Hände übergeben, doch es fand sich kein Nachfolger. Also ließ er sich noch mal breitschlagen und machte eine Amtszeit weiter. Anfang dieses Jahres nun hatte er bekannt gegeben, dass heuer endgültig Schluss ist.

Seitdem ist der Verein auf der Suche, hat viele potenzielle Kandidaten gefragt, hat die Strukturen umgestellt, den Abteilungsleitern mehr Verantwortung übertragen und somit den Posten des Vorstands entlastet. Doch schon bei einer Infoveranstaltung Anfang des Monats (wir berichteten), hatte sich angedeutet, dass keiner bereit ist, den Verein in Zukunft zu führen, ihm ein Gesicht zu geben.

Die Stimmung war dementsprechend angespannt, als es bei der Hauptversammlung nun zum Tagesordnungspunkt "Neuwahlen" kam. Pfarrerin Tina Binder als Wahlvorsteherin berief zwei Beisitzer, verlas die Statuten aus der Satzung und öffnete die Wahlliste.

Es wurden Vorschläge aus der Versammlung gemacht. Die beiden Gemeinderäte Thorsten Held (CSU) und Dieter Kneißl (SPD) wurden genannt, ebenso aus der Fußballsparte Georg Wölfel, Dieter Eberl und Gerald Schreiber, außerdem Heinz Müller von der Wandersparte. Doch alle vorgeschlagenen Kandidaten lehnten ab, einige nannten fehlende Zeit als Entschuldigung.

"Mein größter Wunsch ist es, das Ding ordentlich an einen neuen Vorstand zu übergeben", sagte Ziegler, als es keine weiteren Vorschläge gab. Wie es nun weitergeht, wenn beim nächsten Treffen, einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, wieder kein neuer Vorstand gewählt wird, hat er "keine Ahnung".

"Wickelt Verein nur ab"

Es werde dann wohl das Amtsgericht beauftragt, das vermutlich einen Rechtsanwalt als Verwalter einsetzt. "Der kümmert sich dann aber nicht darum, ob wo Rasen gemäht oder eine Glühbirne ausgetauscht werden muss, der wickelt den Verein nur ab", mahnte Ziegler nachdrücklich.

Er appellierte noch einmal an die Mitglieder, dass jetzt ein neuer Vorstand unterstützt werden könne, der nichts bauen oder Verträge wegen Grundstücksangelegenheiten oder eines Darlehens abschließen müsse. "Es ist alles geregelt und wir sind angerichtet", so der Vorsitzende. Wenn man eine führungslosen Verein den Berg runterlasse, sei das eine Schande. "Macht weiter, es wäre schade drum", so Gerhard Ziegler.

Der Vorstand muss sich zeitnah auf einen Termin für eine außerordentliche Mitgliederversammlung verständigen. Das Datum wird dann im Mitteilungsblatt bekannt gegeben. 

FRAUKE ENGELBRECHT

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