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Der Polizeibeamte Schmidt ist ein Seiteneinsteiger in die Politik. Er sitzt weder im Stadtrat noch übt er ein Amt bei der FWG aus. Das müsse kein Nachteil sein, sagt Zweiter Bürgermeister Helmut Graf im Café Bär, wo sich der Führungszirkel der Freien Wähler aus Pegnitz und Trockau versammelt hat.
Schmidt sei einstimmig von der FWG-Fraktion und vom Vorstand vorgeschlagen worden, betont der Vorsitzende des FWG Ortsverbandes Pegnitz, Dr. Stefan Reinfelder. In einer Mitgliederversammlung muss Thomas Schmidt in einigen Wochen noch nominiert werden.
Graf stellt auch klar, dass sich der FWG-Vorstand bereits 2009 festgelegt hat, bei der Wahl 2012 mit einem eigenen Bewerber anzutreten: „Eine perspektivische Überlegung.“ Nach der Verjüngung des Vorstands, steht 2014 ein Generationenwechsel in der Stadtratsfraktion an. Eigentlich sei die Hoffnung auf Hans Hümmer gesetzt worden, doch für den Geschäftsführer der Juragruppe ergeben sich demnächst neue Perspektiven. Hümmer habe deshalb auf eine Kandidatur verzichtet. Gleichwohl habe es andere mögliche Bewerber gegeben. „Thomas Schmidt hat sich als der geeignetste und beste herausgestellt. Er ist kein Verlegenheitskandidat“, sagt Helmut Graf.
Schmidt ist von einem FWG-Mitglied gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, für die Freien Wähler zu kandieren. Dabei war dieser nicht einmal Mitglied der Freien Wähler, sondern jahrelang Mitglied der CSU, allerdings ohne sich in der Partei zu engagieren, wie er betont. Von der CSU habe er sich nach der Polizeireform im Freistaat abgewendet.
Zweimal traf sich die heimische FWG-Spitze mit ihm, um sich ein Bild zu machen. Und man sei zu dem Schluss gekommen, er sei eine gute Alternative.
Dass er kommunalpolitisch unbeleckt ist, sieht Graf nicht als Nachteil. „Wir haben immer versucht, Seiteneinsteigern eine Chance zu geben.“ Wichtig sei die Glaubwürdigkeit, sagt Hans Hümmer. Schmidt habe parteiübergreifend mehr Möglichkeiten. Er habe Schmidt bei Einsätzen der Trockauer Feuerwehr kennengelernt und dessen Qualitäten erkannt. „Wir sehen den Wahltag mit einer Portion Optimismus entgegen“, sagt Hümmer.
Er sei schon häufiger angesprochen worden, als Bürgermeister zu kandidieren, sagt Thomas Schmidt. Im Wahlkampf werde er pragmatisch argumentieren und nicht zu sehr in Details gehen. „Ich werde nichts versprechen, was ich nicht halten kann.“
Sollte er gewählt werden, sei es ihm ein großes Anliegen, das hohe Niveau zu halten. Neue Ideen sind zu prüfen und falls sie für gut befunden werden, sollen sie verwirklicht werden. „Dafür werde ich mich mit Offenheit, Engagement und Einsatzfreude sowie dem neutralen Blick und dem Respekt eines politischen Seiteneinsteigers einsetzen.“
„Wir wollen keinen Wahlkampf gegen Personen führen“, fügt Helmut Graf an. „Sauber und fair will die FWG für ihren Kandidaten werben und keinen der Konkurrenten madig machen. Um Schmidt bekannt zu machen, müsse dieser Ochsentour über die Dörfer machen.
Thomas Schmidt wohnt seit der zweiten Klasse in Pegnitz. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach der Fachoberschule trat er 1984 in den Polizeidienst ein. Er arbeitete 14 Jahre bei einer Hubschrauberstaffel und war mehrere Jahre Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Er war in verschieden Vereinen ehrenamtlich tätig (Flugsportverein, Skiclub, EV Pegnitz, CVJM) und engagierte sich beim BRK Pegnitz. Dort war er auch Leiter des Projektes „Helfer vor Ort“.
HANS-JOCHEN SCHAUER



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