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Gehört Pegnitz schon "der Katz’"?

Heftige Debatte im Internet: Leiden Tiere unter dem Kirchweih-Feuerwerk? - 01.09.2017 18:33 Uhr

Feuerwerk © Messelhäußer


Kaum waren am Sonntagabend die letzten Böller über dem Festplatz verhallt, tobte im Internet schon eine leidenschaftliche Debatte. Wortführer waren dabei weniger Augenzeugen, die sich über das Spektakel gefreut und farbenprächtige Fotos ins Netz gestellt haben, sondern vielmehr Besitzer von Katzen und Hunden. "Mir tun die Tiere leid, weil sie darunter leiden", war zu lesen, und "meine Katzen springen da immer im Dreieck".

Natürlich war das auch Thema am "Räuberstübl"-Stammtisch. Dabei wurde denen, die sich um ihre Zamperl und ihre Stubentiger sorgen, durchaus Verständnis entgegengebracht, unter dem Strich aber lautete der Grundtenor, "die Kirche doch im Dorf zu lassen", gerade am Kirchweihfest: "Wir regen uns doch auch nicht auf, wenn Samtpfoten nächtelang durch die Nachbarschaft tigern und am nächsten Tag öffentlich gesucht werden müssen, wenn sie frühmorgens ranzig jaulen wie die kleinen Kinder, wenn sie sich bevorzugt in fremden Gärten erleichtern, wenn sie Fische aus Teichen "angeln", um sie dann vor irgendwelchen Haustüren abzulegen, wenn sie Singvögel wegfangen oder wenn sie stundenlang mit kleinen Mäuschen spielen, ohne ihnen schnellstmöglich das Genick durchzubeißen, was landläufig als ihre Hauptaufgabe angesehen wird. Wer also selbst nicht sonderlich sensibel agiert, sollte auch zehn Minuten lang heftige Böllerschläge verkraften.

Eine andere Frage ist da schon, ob überhaupt ein Feuerwerk sein muss. Wir wissen vom alljährlichen Schlappenabend, dass ein solches Spektakel von vielen als Höhepunkt einer Veranstaltung angesehen wird — und so will auch der ASV seiner Festwoche damit Glanz verleihen, ist doch meist nicht von ungefähr von Brillant-Feuerwerken die Rede.

Sicher könnte man das Geld sinnvoller in die Jugendarbeit investieren, dann muss aber auch die Frage erlaubt sein, ob es unbedingt einen Rockabend braucht, der anfangs die Faust-Festspiele am Schloßberg und frühmorgens die Innenstadtbewohner stört, und ob die Zelt-Kirwa eine ganze Woche dauern muss, oder ob nicht vier Tage reichen wie anderswo auch.

Fußballer liegen richtig

Solche Fragen wären noch viele zu stellen und trotzdem sind wir der Meinung, dass die Fußballer mit ihrem Bemühen, für alle Bevölkerungsschichten etwas zu bieten, richtig liegen. Vor allem sollte nicht vergessen werden, was hier mit unglaublichem ehrenamtlichen Engagement geleistet wird, damit Pegnitz auf dem Veranstaltungssektor und auch im Sport, dem der Erlös zugute kommt, Adäquates bieten kann. Selbstverständlich ist das nämlich nicht.

Was solches Engagement für eine Stadt bedeutet, wird erst dann deutlich, wenn es aus irgendeinem Grund eingestellt wird. Die Erinnerung an das einstige PPP-Feuerwerk zu Silvester lässt grüßen. Seit das Spektakel Geschichte ist, fahren die Pegnitzer zur Jahreswende nach Auerbach.

Wir sind zuversichtlich, dass in die Diskussion wieder Vernunft einkehrt, zeigt doch eine von den Gegnern gestartete Umfrage inzwischen eine deutliche Mehrheit — für ein Feuerwerk. Wir sind sicher, dass dieses auch den Haustieren zuzumuten ist. Bemerkenswert finden wir allerdings, dass sich zwar viele um ihre Katzen und Hunde Sorgen machen, kein einziger aber um die Kinder. Offensichtlich haben die alle das Spektakel verschlafen. 

ISI REINL

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