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Grundwasser über dem Grenzwert belastet

Bohrung am Hallenbad: Ergebnis alarmiert den Nürnberger Versorger N-Ergie — Quelle Ranna schützen - 09.02.2012

Im Herbst vergangenen  Jahres wurde eine Grundwasser-Messstelle neben dem Hallenbad eingerichtet (Bild). Dabei sind Rohre mit 63 Zentimetern Durchmesser in bis zu 171 Metern Tiefe eingebaut worden.

Im Herbst vergangenen Jahres wurde eine Grundwasser-Messstelle neben dem Hallenbad eingerichtet (Bild). Dabei sind Rohre mit 63 Zentimetern Durchmesser in bis zu 171 Metern Tiefe eingebaut worden. © B. Grüner


Im Herbst vorigen Jahres wurde eine Grundwasser-Messstelle neben dem Hallenbad eingerichtet. Diese ergänze die Untersuchungen der Kreisbehörde in idealer Weise, sagte damals der Pressesprecher des Landratsamtes, Hubert Uschald. Die gewonnenen Daten vervollständigen die Kenntnisse über die Schadstoffausbreitung um das Bulag-Gelände und seien gleichzeitig eine wichtige Grundlage für die weitere Sanierungsplanung. Außer der bereits laufenden Sanierung der Bodenluft wird nun womöglich auch das Grundwasser gereinigt werden müssen.

„Die gemessenen Werte liegen im oberen Bereich des Grundwasserleiters deutlich über dem Stufenwert 2 des Altlastenleitfadens und im unteren Teil etwa im Bereich des Stufenwertes 2. Nach dem Merkblatt des Landesamts für Umweltschutz in Bayern sind damit die Sanierungsgrenzwerte überschritten“, macht die Pressereferentin des Nürnberger Unternehmens, Dr. Heidi Willer, deutlich. Die Eingruppierung der Ergebnisse in Stufe 2 bedeute, dass Sanierungsbedarf besteht. Es gehe dabei darum, das Grundwasser von chemischen Lösungsmitteln zu reinigen, damit das im Wasserwerk Ranna gefasste Trinkwasser auf lange Sicht unbelastet bleibt, so Willer. Aus Ranna beziehen nicht nur ein Großteil der Stadt Nürnberg sein Trinkwasser, sondern auch alle zur Stadt Auerbach gehörenden Ortsteile.

Die N-Ergie ließ die Grundwasser-Messstelle auf dem Parkplatz neben dem Hallenbad in Bereich der Fließrichtung nach Ranna errichten. Der Wasserversorger investierte für diese Maßnahme, die letztendlich dem Schutz des Trinkwassers dient, rund 200000 Euro. Der Standort der Bohrung liegt etwa 200 Meter vom Bulag-Gelände entfernt, wo bis Mitte der 70-er Jahre eine chemische Reinigung betrieben wurde. Von dieser stammen die Altlasten. Bereits seit 2009 laufen die Bodenluftsanierungen. Mit der Erkundung des weiteren Umfelds kam die Nürnberger N-Ergie den Bitten der Kreisbehörde nach. Die Arbeiter bauten ein Stahlrohr mit rund 63 Zentimetern Durchmesser ein, um das Grundwasser des oberen Bereiches abzusperren. Unterhalb wurden im Bereich der Kalkschichten die Filterrohre für die Probenahme eingebracht.

171 Meter tiefer Schacht

Die ersten Ergebnisse aus dem 171 Meter tiefen Schacht liegen nun vor. Der Karstgrundwasserleiter wurde mit der Bohrung vollständig erschlossen. Die jetzt ausgewerteten Wasserproben wurden bei einem siebentägigen Pumpversuch entnommen und stammen aus zwei verschiedenen Tiefenbereichen. Der obere Bereich liegt bei rund 111 Metern und der tiefere Bereich bei etwa 140 Metern, erklärt die N-Ergie-Sprecherin. Erste Ergebnisse liegen zwar vor, der Abschlussbericht sei jedoch noch in Bearbeitung, so Dr. Willer. Nach seiner Fertigstellung werden Vertreter des Wasserversorgers etwa Ende März die Ergebnisse mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt besprechen. Die Entscheidung über weitere Sanierungsmaßnahmen treffen die zuständigen Behörden auf Grundlage der Ergebnisse des Abschlussberichts. Die N-Ergie werde bei den Besprechungen die Belange der Trinkwasserversorgung für Auerbach und Nürnberg vertreten. Zur weiteren Überwachung dient ein Schachtdeckel, über den in regelmäßigen Abständen Grundwasser entnommen und beprobt wird. Ziel der Erkundungen und der laufenden Sanierung ist es, dass die Lösemittel nie im Wasserwerk Ranna ankommen.
  

bg

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