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Claus Fiebich ist professioneller Schauspieler. In Würzburg stand er schon auf den Brettern, die meisten Auftritte hat er beim Brandenburger Kulturstadl in Bayreuth. „Ich bin ein echt fieser Typ. Zwar völlig dämlich, aber gemein“, erklärt er den Schülern. Im echten Leben ist er das nicht, aber wenn es um seine Rolle beim Mafia-Dinner „Die Vernissage der Aurelia“ geht, dann schon.
Dann mimt er den Leibwächter eines Mafiosi. Er beleidigt, beschimpft und jagt den Leuten Angst ein, die sich eine Eintrittskarte gekauft haben und sich auf einen Abend der etwas anderen Art freuen. Genau eben diesen doofen, gemeinen Kerl im schwarzen Anzug und dunkler Sonnenbrille haben sich die Schüler ins Gymnasium eingeladen.
„Wir wollten uns von ihm Ratschläge für unser Krimidinner geben lassen“, sagt Dominik Düplois. Zusammen mit sechs weiteren Schülern wollen sie gutes Essen und einen schnellen Tod servieren – blutig und auf Englisch. „Wann wir genau das machen, wissen wir nicht. Irgendwann im nächsten Jahr. Auch der Ort steht noch nicht fest und was genau auf dem Speiseplan stehen wird, auch noch nicht. Aber auf jeden Fall wollen wir Gastronomie mit einbeziehen“, erklärt Düplois weiter. Das Problem: Keiner hat eine Ahnung, wie man so etwas am besten organisiert und vor allem, wie richtig geschauspielert wird.
Das Besondere bei einem Krimidinner ist, dass neben dem Essen eine Geschichte gespielt wird. Wo sich das Publikum im Theater eine Geschichte nur vom Zuschauerraum aus ansieht, werden hier die Zuschauer ins das Stück mit einbezogen. Bei solch einem Krimidinner gibt es zwar eine Hauptgeschichte, allerdings ändert die sich je nach Verhalten der Besucher auch immer wieder ein klein wenig.
Claus Fiebich ist mit ein paar Requisiten angereist; ein Comic, ein Rasiermesser, eine Schreckschusspistole und ein Viertelliter Theaterblut – alles Dinge, die er und seine anderen Schauspieler bei ihren Aufführungen brauchen und die den Gymnasiasten auch Anregungen für ihr eigenes Theaterstück geben sollen.
Von den Schülern kommt die Frage, wie man bei allem Spiel auch ernst bleiben könne und was man zu tun sei, wenn man doch einmal den Text vergessen habe. „Das ist alles Gewohnheit. Wenn man lange genug übt, dann schafft man es auch, ernst zu bleiben und nicht zu grinsen“, weiß Fiebich aus eigener jahrelanger Erfahrung. Mit der Zeit wachse man einfach in seine Rolle. Und dafür haben die Gymnasiasten noch genügend Zeit.



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