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„Hanni hätte Ochsen auch noch geritten"

Franken sind enttäuscht von Oberpfälzer Humorlosigkeit - 18.11.2011 17:00 Uhr

Seit wir denken können, wurde uns Auerbach und die Oberpfalz stets als leuchtendes Beispiel genannt: Dort blühe noch der Humor und es werde vieles nicht so eng gesehen wie im verstockten Franken. So ist es nicht verwunderlich, dass jetzt nach der „Ochsen-Tour“ insbesondere Franken im Internet Häme ausschütten über das „arme Auerbach“.

„Da tut sich eine engagierte Gruppe von Bürgerinnen zusammen und organisiert einen harmlosen und witzigen Faschingsscherz, doch nach kürzester Zeit wird von der Obrigkeit alles zunichte gemacht. Man müsste sich mal ausmalen, was da daraus hätte werden können, wenn zum Faschingsauftakt an jedem 11.11. der Auerbacher Ochse verziert würde“, so ein „Rat aus Pegnitz“.

„Spätestens 2013 wäre das Auerbacher Ochsenschmücken zu einem jahrzehntealten Faschingsbrauch geworden mit großer Festveranstaltung, Bier, Bratwürsten und Festreden von Bürgermeister, Faschingsprinz, Landrat und Abgeordneten. Das heute so wichtige Alleinstellungsmerkmal wäre gegeben. Rassige Gardetänzerinnen würden flotte Darbietungen auf das Pflaster legen, und die Pegnitzer Narren müssten ihren dann im Vergleich langweilenden Rathaussturm auf das Monatsende verlegen, um dieser Kultveranstaltung beiwohnen zu können.

Innerhalb kürzester Zeit würde es zur besonderen Ehre der amtierenden Auerbacher Bürgermeistersgattin avancieren, bei diesem Festakt das frierende Wappentier ebenda mit wärmendem Gestrick vor den Unbilden des Winters zu schützen, wo der Ochse eigentlich kein Ochse ist.“

Der Ratgeber weiter: „Doch aus alldem wird nun nichts. Die uns Franken immer als welt- und lebensbejahende Frohnaturen bekannten Auerbacher haben sich mit dieser kleinkariert-miesepetrigen Entkleidungsaktion ihres Stadtoberhauptes jetzt erst richtig als Spaßbremser zum allgemeinen Gespött weit und breit gemacht. Schade drum!!“

„Ich kann so etwas nicht verstehn“, lautet ein anderer Online-Kommentar. „Sicherlich ist der Ochse ein Denkmal, aber auch ein Denkmal kann zu solch einem Anlass mit Humor bekleidet werden, zumal es wunderschön anzusehen war. Viele Menschen in Auerbach und Umgebung waren sehr enttäuscht, als der Ochse wieder entkleidet wurde. Respekt den Damen, die so gute Arbeit geleistet haben. Sie haben es gut gemeint mit dem Ochsen und wollten ihn nicht frieren lassen. Ein bisschen mehr Akzeptanz für solch einen Spass sollte ein Bürgermeister schon besitzen.“

Buh-Ruf

Ein weiterer Kritiker belegt den Auerbacher Bürgermeister gar mit einem Buh-Ruf: „Das Kunstwerk sieht noch viel besser aus mit den buntenFarben.“

Nur ein Internetleser schlug sich auf die Hardliner-Seite der Stadt: „Sollte gleich Strafanzeige erstattet werden. Kommt immer drauf an wer es macht. Verdient hätten sie es.“

Wir im „Räuberstübl“ halten es eher mit dem „Franken“: „Ein bisschen arg dünnhäutig präsentiert sich der Auerbacher Bürgermeister in jüngster Zeit. Einem Emil Kreuzer oder einem Hanni Haberberger wären solche Ausrutscher nicht passiert, die hätten den Ochsen zum Gaudium aller auch noch geritten ... 

isi

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