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"Ist ein Naturpark nicht per se eine hoch geschützte Landschaft? Wieso braucht es noch einen Verein zu ihrem Schutz? Es braucht ihn offensichtlich.“ Die Fränkische Schweiz zu schützen, sie zu bewahren vor Windkraftanlagen, das hat sich Helmut Pfefferle zur Aufgabe gemacht. Pfefferle will die Lebensqualität der Region, die Menschen, Tieren und Pflanzen Heimat bietet, erhalten – auch weil sie Basis für den Tourismus ist.
Mehr als 5000 Menschen leben in der Fränkischen Schweiz vom Tourismus, erwirtschaften zusammen 250 Millionen Euro im Jahr, führt Pfefferle, der auch Vorsitzender des Vereins „Rund ums Walberla“ ist, aus – und warnt: „Wenn wir den Charakter der Landschaft verändern, werden die Menschen wegbleiben.“ 500 Gäste habe er, der selbst Ferienwohnungen vermietet, befragt: Nur zwei würden noch kommen, wenn erstmal Windräder stehen.
Windkraftanlagen im Kerngebiet der Fränkischen Schweiz, „direkt hinter der Basilika von Gößweinstein“, das wolle er doch auch nicht, entgegnet Thomas Banning. Den Vorstandssprecher der Naturstrom AG in Forchheim, die den Ausbau von erneuerbaren Energien vorantreibt, haben die Erlanger Geographie-Studenten, die die Tagung auf dem Feuerstein organisiert hatten, mit Pfefferle zum Streitgespräch geladen.
Einmal wird der sonst nüchtern argumentierende Banning also doch ein Stück pathetisch. „Wir bringen unseren Kindern die Zukunft zurück, die wir ihnen durch Kohle und Atomkraftwerke ein Stück weit schon weggenommen haben.“
Zwischen dem Ziel einer sauberen Energie für die Zukunft und den berechtigten Interessen der Betroffenen und des Landschaftsschutzes müsse eine Güterabwägung stattfinden. „Man kann nicht nur etwas haben wollen und nicht bereit sein, etwas abzugeben.“
„Windkraft ist der Bereich, mit dem man große Strommengen am günstigsten produzieren kann“, sagt Banning. Die Technologie habe sich in den vergangenen zehn Jahren so rasant weiterentwickelt, dass sehr hohe Windkraftanlagen auch im Binnenland ertragreich seien. „Windräder gehören auch in die Fränkische Schweiz – sie müssen nur an der richtigen Stelle sein.“ Wenn sie an die Fränkische Schweiz denken, haben Banning und Pfefferle unterschiedliche Bilder im Kopf. Pfefferle sieht lebendige Dörfer, eine gesunde Gemeinschaft und Menschen, die gern hier wohnen. Banning sieht, unterstützt von Geographie-Professor Werner Bätzing, eine Region, in der wie überall auf dem Land in Bayern Arbeitsplätze und Bevölkerung zurückgehen. Weshalb die Windkraft umso wichtiger sei, um Investitionen auszulösen und Jobs zu schaffen.
Für Helmut Pfefferle ist die beschworene Wertschöpfung vor Ort eine Illusion. Ein halber Arbeitsplatz sei bei Neustadt an der Aisch entstanden – eine Frau mäht einmal im Jahr die Wiese rund ums Windrad. Um die Wartung kümmern sich Servicefirmen von außerhalb. Von der Energiewende profitiere nur ein Bruchteil der Bürger. „Die 40 Millionen Menschen in Deutschland, die in Miete leben, haben kein Dach für Photovoltaik. Ihre Beteiligung an der Energiewende: eine Strompreiserhöhung.“
Dass auf dem Land der Strom erzeugt werden soll, der zu 80 Prozent an der industriestarken Regnitzachse verbraucht wird, daran reibt sich Helmut Pfefferle. Er verweist auf eine Kreistagsentscheidung im Jahr 2008, wonach keine weiteren Windräder in der Fränkischen Schweiz gebaut werden sollen.
„Es gab einen Lernprozess“, entgegnet Thomas Banning. Die Atomkatastrophe von Fukushima habe selbst strikte Atomkraftbefürworter verunsichert. Es habe ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden. „Man kann heute nicht mehr hingehen und sagen: Wir brauchen keine Windkraft in der Fränkischen Schweiz.“



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