Montag, 18.02.2019

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"Helfer vor Ort" des ASB melden Einsatzrekord

Ehrenamtliche kommen auf 520 Alarmierungen im Jahr 2018 - 08.01.2019 19:20 Uhr

Die Indienststellung der Helfer vor Ort Betzenstein-Plech im Juni 2018 war ein besonderes Ereignis im Jahresverlauf der organisierten Ersten Hilfe des ASB. © Foto: ASB


Insgesamt 520 Einsätze wurden 2018 an den Standorten Betzenstein-Plech, Neuhaus-Velden, Vorra, Edelsfeld und Königstein registriert. Vor allem, dass mit dem HvO Betzenstein-Plech ein weiterer Stützpunkt für die organisierte Erste-Hilfe durch viel öffentliche und private Unterstützung eingerichtet werden konnte, sei eine "großartige Sache", wie ASB-Vorsitzender Roland Löb in seinem Rückblick sagte.

Der neue Stützpunkt habe dazu beigetragen, dass noch häufiger unverzüglich Hilfe bei den Bürgern angekommen sei. Obwohl nur am Wochenende der freiwillige Dienst sichergestellt sei, kamen die Samariter im südlichen Landkreis Bayreuth seit letztem Juni auf 32 Alarmierungen.

Dadurch habe sich der Bedarf bestätigt und so manches Gutes konnten die Helfer des ASB für die Patienten tun. Aber auch außerhalb der regulären Dienstzeiten profitierten die Menschen vom Wissen und Handeln der Helfer vor Ort, unterstrich Löb.

Zufällig am richtigen Ort

Gleich zweimal waren die HvO außerhalb ihrer Dienstzeit zufällig am richtigen Ort, als Personen einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Unverzüglich begannen sie mit einer Herzdruckmassage, die eigentlich jeder Erwachsene beherrschen sollte. Mit 214 Einsätzen hatte der Standort Neuhaus-Velden den größten Anteil im freiwilligen Hilfeleistungssystem. "Im 15. Jahr des Bestehens hatten wir damit das höchste bisher registrierte Einsatzaufkommen", so Roland Löb. Bislang waren es maximal bis zu 180 Alarmierungen. Drei Einsätze an einem Tag oder das Fahren von einem zum nächsten kam des Öfteren vor. Der schwere Verkehrsunfall Anfang Oktober mit zwei Toten und einem Schwerverletzten sowie rund 30 betroffenen Personen war dabei die extremste Situation 2018.

"Die grundsätzliche Lage an sich und dann das, was alles auf einen unmittelbar hereinprasselt, wenn man als erster eintrifft, erfordert viel Kraft", erklärte Löb. Da sei es gut, wenn im Nachgang Hilfsangebote für Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, um das Ereignis auf- und verarbeiten zu können. Dass 2018 ein weiteres Mal durch das schnelle Eingreifen und mithilfe des Defibrillators ein Menschenleben in Neuhaus gerettet werden konnte, bestätige die Sinnhaftigkeit des ehrenamtlichen und freiwilligen Dienstes. "Wenn dann aber eine Klinik die Aufnahme des um sein Leben kämpfenden Patienten ablehnt, weil er nicht aus demselben Landkreis kommt, dann fehlen einem die Worte und du verstehst die Welt nicht mehr", betonte Löb.

Am Standort Vorra, wo der ASB zusammen mit der Feuerwehr den "First Responder" betreibt, haben die 14 ehrenamtlichen Helfer 86 Hilfeleistungen im vergangenen Jahr dokumentiert. "Wir freuen uns über zwei neue Mitglieder", die damit den zweiten Standort im Pegnitztal verstärken, berichtete deren Leiter Nico Schmutzler.

Es komme auch schon mal vor, dass die Ersthelfer aus Vorra in Velden oder Hartenstein aushelfen müssten, wenn zeitgleich die Ehrenamtlichen aus Neuhaus-Velden bei einem Einsatz gebunden seien. Das Pegnitztal sei mit der freiwilligen Leistung ganz gut abgedeckt. Um die Hilfe weiter gewährleisten zu können, seien zwei Dinge erforderlich: eine ausreichende Zahl Freiwilliger und von Spenden.

Denn die Kosten der Einrichtungen werden weder von den Krankenkassen noch vom Staat getragen. "Es ist ein rein freiwilliges Engagement des ASB und der Feuerwehren, das wir alle gemeinsam aus eigenen Mitteln sowie durch private Sponsoren und durch die Gemeinden finanzieren müssen", unterstrich ASB-Vorsitzender Löb. Aus diesem Grund werben die Einheiten auch bei und mit Veranstaltungen für sich. Die Anzahl der Helfer konstant zu halten oder zu erhöhen, sei die zweite Herausforderung. "Gerade beim HvO Betzenstein-Plech könnten wir noch Kräfte aus Plech gebrauchen", berichtete deren Leiterin Petra Gries.

Alarmierung ins Leere

In der Regel engagieren sich die Freiwilligen in ihrer Freizeit; dass sie vom Arbeitsplatz zu einem Notfall ausrücken könnten, sei ein reiner Glücksfall und die Ausnahme. Deshalb laufe auch schon die ein oder andere Alarmierung der Leitstellen ins Leere. "Daher brauchen wir stets neue Leute, die bereit sind, mit den Basismaßnahmen der Ersten Hilfe die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken", betont der ASB.

ZDer nächste Ersthelfer-Lehrgang findet ab Mitte Januar statt und wird von der Ausbildungsabteilung des ASB-Regionalverbandes Jura durchgeführt. 

nn

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