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Dieter Hoch wurde im Mariental unterm Dach geboren, „beim Bollern“, so der Hausname. Er war ein unerwarteter Zwilling, wie sich seine Mutter erinnert, von der „Merzen-Hebamm“ überrascht begrüßt: „Lina, Lina — da kummt nu aaner!“
Sein Vater, der Hopfer-Hans, war schon zum „Eier-Hans“ geworden, weil er Butter und Eier bis nach Nürnberg vertrieb. Dieter Hoch begleitete ihn, lernte dadurch ganz Nürnberg und Fürth kennen, hörte 1961 von den Hauptmarktfrauen, dass der Mauerbau kommt, und wurde auch in 30 Bäckereien eingeführt. Denn sein Vater nahm am Rückweg immer Hefe für die Bäcker zwischen Heroldsbach und Pegnitz mit.
Später stellte der Vater auf den Handel mit Streu um, lastzugweise: Es wurde „Streu g’haut“ im Wald, also mit Knochenarbeit zusammengerecht. Dabei ging es um die Nadeln von Kiefern und Föhren. Gärtnereien bis nach Frankfurt und in die Schweiz warteten darauf. Im Winter kamen Äste und Bündel aus dem Bayerischen Wald und dem Schwarzwald dazu. Jahrelang bot auch das große Gelände des kommenden Bezirkskrankenhauses in Erlangen gutes Streumaterial.
Dieter Hoch wechselte, als er zehn war, ans humanistische Gymnasium in Bamberg und hatte sofort beste Noten — weil er endlich Zeit zum Lernen hatte. Aber bis in die Studienzeit in Würzburg galten seine Ferien dem Streu-Einbringen. Obwohl er da auch gern zur Weinlese ging, zehn Jahre lang.
Diese handwerkliche Seite des Lebens brachte Dieter Hoch als Lehrer auch seinen Pottensteiner Schülern nahe. Unterstützt von Förster Georg Hellmuth wurden zum Beispiel fast 1000 Bäume gepflanzt. „Wobei die Mädchen oft besser graben konnten als die Jungs.“ Oder man baute ein Klassenzimmer im Freien.
Dieter Hoch behielt auch immer „Nebenjobs“. So gab er zehn Jahre DLRG–Schwimmkurse, sorgte für die Sanierung des Felsenbads (er war 18 Jahre im Stadtrat), kämpfte 21 Jahre für den Erhalt des eigenen Quellwassers, betreute zwölf Jahre das Schullandheim, stand 14 Jahre hinter „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Togo und fünf Jahre an der Seite eines Paters in Indien.
Er hatte nämlich den Landwirt Edoh Amezian 1991 auf dem Biohof von Gabriel Deinhardt in Wohlmutshüll kennengelernt. Dieser Afrikaner erzählte ihm von der Wassernot daheim. „Dann bau mer halt an’ Brunnen“, so Dieter Hoch. „Wir haben die Dorfgemeinschaft aufgepeppt. Es funktioniert noch heute.“
Seine Indienhilfe begann, als er einmal den Pottensteiner Pfarrer Wolfgang Eßl urlaubsbereit in Jeans und mit Motorrad traf. „Sieht aus, als ob du flüchtest?“ scherzte er. „Ja, genau“, sagte Eßl, „und den geb ich dir jetzt an die Hand.“ Er meinte seinen indischen Aushilfspriester. Mit diesem Pater Jakob sorgte Dieter Hoch dann für zehn Häuser und Anbaugärten in Kerala. Die Firma Klubert & Schmidt unterstützte ihn und eine Handvoll Pottensteiner Damen. „Das hat Freude gemacht.“
Was ihm aber am meisten Kraft kostete, das war sein Einsatz für eine KZ-Gedenktafel. „Das war die härteste Sache, die ich erlebt hab’.“ Dieter Hoch war der erste, der zusammen mit der ökumenischen Jugend dafür stritt. „Ich hatte alte Leute interviewt, die gesehen hatten, wie die Häftlinge Kranke zur Arbeit geschleift haben, weil jeder wusste, die Schwachen müssen zurück nach Flossenbürg. Aber 50 Jahre danach konnte sich keiner in ihre Lage versetzen oder Mitleid empfinden. Erst der Film für ,Monitor‘ von Helge Cramer hat den Druck gemacht und was bewirkt. Aber seither ist nichts mehr geschehen. Was für Pottenstein bezeichnend ist.“
Dieter Hoch beendete seine 32 Jahre an der Pottensteiner Schule 2008 und unterrichtete noch in Betzenstein und Pegnitz. „Es war Zeit zu gehen“, sagt er, „Betzenstein war wie ein neuer Frühling.“
Dort, in dieser herzlichen Atmosphäre, studierte er ein Zeiserlfang-Theaterstück ein. „Das hat einen Aufschwung in die Klasse gebracht! Aber nicht der Erfolg war wichtig, sondern unser Weg dorthin.“
In Pegnitz freute er sich über die freundlichen Kinder: „Sie haben so gegrüßt, wie ich es gar nicht mehr gekannt habe.“ Ihnen imponierte er mit einem Kasperl, seinem „Dieter“. „So was wäre mir früher gar nicht in den Kopf gekommen! Die Kollegen haben gedacht: Jetzt dreht er am Rad. Aber es ist eine Marotte, die was bringt. Sogar die Neuntklässler waren begeistert von ihm.“
Dieter Hochs stressiges Leben ging einmal auch auf die Gesundheit. „Ich war schon auf dem Probeflug nach oben.“ Dies lehrte ihn und seine Frau Rosi: „Zufrieden sein mit weniger als man hat und will. Dieser Wahnsinn bei uns, dieses zu viel an Auswahl!“ Er kam auch zu einer zweiten Einsicht: „Die Kunst im Leben ist, sich zu arrangieren, sich mit zu ändern. Wer stehen bleibt, hat keine Chance.“



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