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Hüllweiher dienen als "ökologische Tankstellen"

Beim Ortsverschönerungswettbewerb standen in diesem Jahr "Natürliche Gewässer" im Mittelpunkt - 08.09.2017 09:00 Uhr

Nicht weniger als fünf vorbildlich gepflegte Hüllweiher konnen Interessierte und Naturliebhaber im Plecher Ortsteil Ottenhof bewundern. © Foto: Richard Reinl


Als "ökologische Tankstellen für Zugochsen" standen Hülen einst im Mittelpunkt fast jeder Ansiedlung in der Fränkischen Schweiz. Heute sind sie zu wichtigen Rückzugspunkten für bedrohte Tier- und Pflanzenarten geworden. Dennoch wissen nur wenige Menschen, was ein "Hüllweiher" ist. Dies mag darin liegen, dass ihre Zahl rapide abgenommen hat.

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Preise für Hüllweiher, Fischtreppe und Karstquelle

Das Sonderthema beim Ortsverschönerungswettbewerb des Landkreises Bayreuth war in diesem Jahr mit "Natürliche Gewässer" überschrieben. Hohes Lob zollte die Bewertungskommission dabei dem Plecher Ortsteil Ottenhof, in dem gleich fünf Hüllweiher zu finden sind. Für preiswürdig wurden ferner die Renaturierung der Püttlach in Pottenstein, die gefasste Karstquelle im Hollfelder Ortsteil Weiher sowie eine Fischtreppe an der Neumühle bei Plankenfels erachtet.


Auf Grund des hohen ökologischen und kulturgeschichtlichen Stellenwertes hat der Landkreis Bayreuth daher schon vor rund 20 Jahren im Rahmen seines Natur- und Umweltschutzprogramms wichtige Maßnahmen zu deren Erhalt ergriffen. 16 Hüllweiher sollten mit finanzieller Hilfe des Freistaats Bayern und der Europäischen Union gesichert werden.

Der aus dem Althochdeutschen abgeleitete Begriff "Hüll" oder "Hüle" bezeichnet eine Sumpffläche, Pfütze oder einen Tümpel. Ihren Ursprung haben Hüllweiher in Landschaftsformen, die durch die Lösungsverwitterung von Kalkstein entstehen, wie etwa Tropfsteinhöhlen und Dolinen. Bildet sich dann am Grund einer Doline eine wasserundurchlässige Lehmschicht, kann das Regenwasser nicht weiter versickern. Es entwickelt sich ein kleiner, meist kreisrunder Weiher mit einem Durchmesser von zehn bis 15 Metern.

Im ursprünglichen Zustand

Ottenhof gilt heute in diesem Metier als Vorzeigeort, wurden doch dort in den vergangenen Jahren nicht weniger als fünf solcher Hüllweiher in ihrem ursprünglichen, fantastisch eingegrünten Zustand erhalten und gepflegt. Die Ortsverschönerungskommission war sich in ihrem Urteil einig: "Ein großes Lob". 100 Euro Prämie, eine Urkunde und ein Gutschein für einen Baum waren der Lohn hierfür.

Neben Pottenstein, das für seine Hochwasserfreilegung und die Renaturierung der Püttlach ausgezeichnet wurde (wir berichteten), wurden von der Kommission weitere mustergültige Objekte lobend erwähnt, auch wenn sie nicht in die Richtlinien des Wettbewerbs passten.

100 Euro samt Urkunde und Gutschein für einen Baum gab es als Anerkennung für eine Fischtreppe an der Neumühle in der Gemeinde Plankenfels. Bei der Neumühle handelt es sich um ein Sägewerk mit Zimmerei, für das die vorbei fließende Wiesent angestaut und zur Stromerzeugung genutzt wird. Um jedoch den Fischen die Möglichkeit zu geben, die Staustufe mit ihrem Höhenunterschied zu überwinden, wurde eine Fischtreppe angelegt. Somit ist der Bach wieder frei durchgängig für wandernde Fische und Wasserbewohner.

Die gleichen Preise überreichte Landrat Hermann Hübner für den mustergültig angelegten Dorfbrunnen im Hollfelder Ortsteil Weiher. Der Landrat in seiner Laudatio: "Die frühere Wasserversorgung des Ortes präsentiert sich heute als gefasste Karstquelle, wie man sie sonst nur in Tälern des Jura sehen kann. Aus der Tiefe sprudelt sie mit einer nicht unerheblichen Schüttung in die historische Quellfassung. Solche Anlagen sind nur noch sehr selten zu bewundern." 

RICHARD REINL

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