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Fritz Schauer war 1936 mit 14 Jahren in den Stadtdienst gekommen und schied 1984 aus. Egal ob im Wohnungswesen oder Ordnungsamt: Er leistete Herausragendes. Unter fünf Bürgermeistern war er hellwach bei Neuerungen dabei, regelte die Wohnungsnot nach dem Krieg, brachte das Brigittenheim auf die Beine, nahm weit vorausschauend die Rathausunterlagen der 1972 eingemeindeten Dörfer auf und galt am Ende als eine Legende, die überall Bescheid weiß.
Er stammte aus einer Politikerfamilie, denn sein Vater Georg war Bürgermeister. Aber er litt darunter, weil der keine Zeit für die Kinder hatte. „Wir haben keinen Vater gehabt. Er war nur für die Allgemeinheit da.“
Fritz Schauer musste 1941 zum Reichsarbeitsdienst und 1942, mit 19 Jahren, in den Krieg. Die Erlebnisse dort gehören zu seinen schlimmsten Erfahrungen. So hatte man ihn als guten Schützen im Truppenübungsplatz von Bad Vilbel zu sechs Soldaten eingeteilt, die ein Erschießungskommando bildeten. „Fürchterlich, das verfolgt mich heute noch im Traum. Grausam, grausam.“
In Russland waren täglich 18 Kilometer zu marschieren, um den Front nachzurücken. Abends wurden die Fußwunden aufgeschnitten und löffelweise Jod draufgegeben. „Wir sind vor Schmerz gesprungen.“
Fritz Schauer gelang dann im Mai 1945, bei einem Gefangenentransport, die Flucht. Er sprang von einem amerikanischen Truck und lief durch Felder und Wälder nach Hause.
Der kommissarische Bürgermeister Hans Gentner holte ihn zurück ins Rathaus. In den Folgejahren traute Fritz Schauer 1200 junge Paare, leitete für 20 Jahre den Begräbnisverein, war bei ASV, Arbeitersamaritern sowie Baugenossenschaft. Und er gründete erfolgreiche Seniorennachmittage. Dazu kamen drei Jahre als Stadtrat.
Fritz Schauer erinnert sich heute noch ans „Räuberstübl“ im Gasthaus „Weißes Rössl“ (heute NN), dessen Stammtisch die Politik bestimmte. Er erzählt vom „Schmalzer“ und vom „Melcher“, neben dem er wohnte, an der Pegnitz. Dort wurden abends so viele „Lumpereien“ getrieben, vom Radfahren bis zum Tanzwettstreit: „Die Jugend heut hat’s nie so schön, die sitzt daheim vor’m Fernseher.“
Fritz Schauer saß bis vor drei Jahren auch in einer Kartlrunde. Aber er ist nicht mehr mobil. „Schaut’s euch um“, scherzte er in seinem Heimzimmer, „da werd’s ihr auch mal landen!“



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