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Im Rausch der Ideen, Musik und Kostüme

Gardeturnier bringt aber Enttäuschung für die Pegnitzer: Nur ein 6. und ein 13. Rang - 05.02.2013

PEGNITZ  - Bei anderen Gardeturnieren ist die Halle selten bis zum Ende, bis zur Siegerehrung, gepresst voll. Anders in Pegnitz: Hunderte von Zuschauern sahen das so phänomenale Schlussbild auf der Bühne, als sich die Jugendlichen in buntesten Kostümen versammelten — glücklich über ihre Leistungen, glücklich über ihre Schautänze, glücklich über die Stimmung an diesem Tag.

Michele Maldonado war verletzt gewesen und trat jetzt wieder an: Mit durchschlagendem Erfolg.
Michele Maldonado war verletzt gewesen und trat jetzt wieder an: Mit durchschlagendem Erfolg.
Foto: Johnston
Michele Maldonado war verletzt gewesen und trat jetzt wieder an: Mit durchschlagendem Erfolg.
Michele Maldonado war verletzt gewesen und trat jetzt wieder an: Mit durchschlagendem Erfolg.
Foto: Johnston

Aber schon eine halbe Stunde später brummte draußen in der Nacht qualmend eine ganze Kette von Bussen, bereit für die Heimfahrt nach Helmbrechts und Nürnberg, Coburg und Würzburg. Dekorationen wurde zusammengepackt, Perücken auf Styroporköpfe zurückgesteckt, Kostüme in Rollkoffer gefaltet.

Jetzt war für die Faschingsvereine das große Toben und Fahneschwenken vor dem Auftritt der eigenen Garde vorbei — und auch der Schmerz der Pegnitzer, mit ihrem noch nie so gut wie diesmal dargebotenen Russland-Tanz doch nicht die gewünschten Punkte erreicht zu haben. Nur einen sechsten Platz.

Vorbei auch das Johlen der ganzen Halle, als herauskam, dass die Tanzmariechen Michele Maldonado (Deutsche Meisterin aus Coburg) und Bianca Dürrbeck (Röttenbach) die gleiche Punktzahl  hatten und noch einmal gegeneinander antreten mussten. So ein „Stechen“ ist äußerst selten. Jeder genoss es wie einen altrömischen Gladiatorenkampf. Die Halle barst schier vor Klatschen und Rufen.

Fernsehen dabei

Michele Maldonado gewann jetzt mit drei Punkten Vorsprung — gefilmt vom Bayerischen Fernsehen, das froh über  dieses Spektakel war. So gewann sein  Porträt der Ausnahmetänzerin, das am 9. Februar in „Vom Spessart zum Karwendel“ ausgestrahlt wird, gleich mal an Spannung.


Weniger spannend war aber das Turnier fürs Rote Kreuz und für die Ärzte Dr. Kerstin Bößl sowie Dr. Peter Keller. Er war extra mit drei seiner Arzthelferinnen gekommen, weil solchen Großturnieren der Ruf vorausgeht, viele Verletzungen auszulösen.

Aber am ersten Tag, als die „Kleinen“ dran waren, gab es fast nichts zu tun. „Die rennen ja dauernd herum und sind aufgewärmt. Da passiert wenig. Bei den Großen am Sonntag war’s anders.“ Dr. Keller musste zehnmal behandeln, von Hyperventilation bis zum Fingerbruch, von Rückenschmerz bis zum Zehenknacks, vom Außenbandriss bis zur Zerrung. Aber nichts war schlimm.

Er bekam viel Dank ab, sogar von der sieggewohnten „Buchnesia“ aus Nürnberg. Nur der ebenso sieggewohnte „Coburger Mohr“ fertigte ihn einmal harsch ab, als er wegen eines schwächelnden Jungen, der den ganzen Tag nichts gegessen hatte und jetzt von seinen Trainern noch stark auf Erfolg  gedrückt wurde, Einspruch erhob.

Zwei Vereine wollten den Arzt sogar als Betreuer für die nächsten süddeutschen Meisterschaften buchen. Aber er lehnte ab.

Einsatz pur

Für die Helfer der Stadtgarde Glückauf war das Turnier im Hintergrund viel Stress. Das reichte vom Computerteam, das provisorisch im Geräteunterstand hockte und jedes Ergebnis sofort ins Internet schickte, bis zu den Frauen in der Küche, die nach einem Tag mit Wienerle ausgeben nur noch davon träumten: „Die ganze Nacht Wienerle, Wienerle...“

Es gab Helferinnen wie Andrea Porsch, die am ersten Tag als Neudorfer Feuerwehr-Vorsitzende die Reisenbusse einwies und am zweiten abspülte — mit ihrem Mann Reinhold  (er ist der Kommandant) zur Seite.

Oder Stefan Looshorn, der an beiden Tagen unermüdlich durch die Tische lief und leere Gläser einsammelte. Andere Frauen putzten am Samstagabend noch bis spät nachts die Umkleidezimmer für die nächsten Garden am Morgen. Sie schleppten auch Essen in die Schulcafeteria, um der Jury eine Oase der Ruhe zu geben, wenn mal Pause war zwischen „Tanzmariechen“ und „Garden“.

Faschingspräsidentin Lydia Nega und ihr Mann Heiner  hatten zwei Tage durchgehend von 7 bis 22 Uhr Stress — ohne Stop und mit zügigem Aufräumen der Halle am Schluss. Daneben musste noch die Batterie des Brauer-Lkw überbrückt werden, weil in der Kälte erstarrt, und einiges extra abgestapelt werden musste, was ausgeliehen war: Zum Beispiel der Linol-Tanzbelag für die Bühne (er kam vom letzten Turnier in Roth und geht weiter zur „Süddeutsche“" nach Hof). Oder die frisch vom Bauhof gebastelten, sehr schönen großen Siegerpodeste. Und die schneeweißen Tische und Stühle der Wiesweiherhalle. Sie waren hergefahren worden, weil die Sammet-Bestuhlung nicht gereicht hatte.

Die Ergebnisse

Am Sonntag waren die Schautänze der Prinzengarden der Höhepunkt. Pegnitz kam auf den sechsten Platz. Sieger wurde der Röttenbacher Karneval-Club mit einem zeitkritischen, düsteren Weltszenario — vor Helmbrechts, das phänomenal choreographierte. Bei den Gardetänzen gewann Buchnesia Nürnberg vor dem Coburger Mohr. Pegnitz wurde hier 13. 

tk


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