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In Michelfeld blieb eine Woche die Leitung tot

Nach Beschädigung durch Bauarbeiten ließ der Anbieter Vodafone sich in der Auerbacher Straße viel Zeit - 28.09.2017 16:54 Uhr

Bei Bauarbeiten in der Auerbacher Straße ist die Telefonleitung beschädigt worden. Eine geschlagene Woche allerdings hat es gedauert, bis wieder eine Verbindung möglich war. © Brigitte Grüner


Erst am Mittwoch klappte der Zugang ins Netz der Netze wieder, nachdem es vorher eine geschlagene Woche lang "Verbindung nicht möglich" geheißen hatte. Der Stadträtin Maria Regn, die selber an der Auerbacher Straße wohnt, ist der Unmut auch nach erfolgreicher "Wiederverbindung" noch deutlich anzuhören: "Dass die Bauarbeiter das Kabel durchtrennten, ist eigentlich nicht das Problem", sagt Regn.

Denn den Unmut erregte eher der mangelnde Reparatureifer der Telefon- und Internet-Anbieter. Von der Deutschen Telekom sei immerhin "schon" zwei Tage nach dem Schaden alles repariert worden. Dagegen ließ der private Netzbetreiber seine Kunden hängen, wie Maria Regn erzählt: "Die Hauptleitung brachten sie schnell wieder zum Laufen — aber nicht die Abzweigung in die Auerbacher Straße", moniert die Kommunalpolitikerin und fügt hinzu: "Gut, dass es wenigstens Handys gibt."

Mit denen hätten sie und ihre Nachbarn — betroffen waren laut Regn fünf oder sechs Häuser entlang der Auerbacher Straße — Vodafone förmlich "bombardiert". Täglich habe man die Hotline angerufen und Mails an spezielle Service-Adressen geschickt.

Die offensichtliche Vodafone-Dominanz in Michelfeld ist schnell erklärt: Nachdem viele Anwohner ihren Fernsehanschluss von der Firma bezogen haben, lag es nahe, auch Telefonie und Internetverbindung aus dieser Quelle zu beziehen und dabei von günstigen Paketangeboten zu profitieren, wie sie auf dem Telekommunikationsmarkt inzwischen gang und gäbe sind, seitdem das seinerzeitige Monopol der Deutschen Post gefallen ist.

Von Vodafone war gestern niemand zu erreichen, der erklären konnte, warum es eine volle Woche brauchte, ehe die Michelfelder Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden konnten. In Zukunft könnte sich das Problem übrigens noch deutlich verschärfen. Die Deutsche Telekom hat wie berichtet angekündigt, in absehbarer Zeit alle ISDN-Anschlüsse abzuschalten und auf Internet-Telefonie umzustellen. Was bedeutet, dass das Gesamtsystem voraussichtlich noch anfälliger wird und nicht nur Baustellen-Bagger, sondern auch versierte Computer-Hacker im Handumdrehen dafür sorgen können, dass der PC-Schirm dunkel wird und die Telefonleitung tot ist und das auch eine ganze Weile bleibt. 

HANS VON DRAMINSKI

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