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Innungsbester aus Auerbach ohne Scheu vor Schmutz

Tim Gebhart hat Ausbildung zum Metallbauer absolviert — Von Vielfalt der Arbeit begeistert - 29.02.2016 23:59 Uhr

Kammerbester Tim Gebhart (r.) mag am abwechslungsreichen Beruf des Metallbauers vor allem die Möglichkeit, kreativ zu werden. Links sein Ausbilder Alexander Waldmann.

Kammerbester Tim Gebhart (r.) mag am abwechslungsreichen Beruf des Metallbauers vor allem die Möglichkeit, kreativ zu werden. Links sein Ausbilder Alexander Waldmann. © Foto: Brigitte Grüner


Für den heute 21-Jährigen stand schon früh fest, dass er keinen Job in einem Büro machen wird. Zunächst wollte er nach der mittleren Reife, die er 2012 an der örtlichen Mittelschule abgelegt hat, eigentlich Schreiner werden. Dann hat er ein Betriebspraktikum bei Metallbau Waldmann gemacht. Die Mittelschule bietet diese Möglichkeit der Berufserkundung in der 8. und 9. Klasse an.

Schon im Praktikum hat es Tim Gebhart im Familienbetrieb gefallen. Um sicher zu gehen, hat er in den Sommerferien nochmals Ferienarbeit in der Firma gemacht. Dass man bei der Arbeit mit Metall schmutziger wird als im Büro, macht ihm nichts aus. Denn für den Auerbacher überwiegen die Vorteile.

Langweilig wird es nie

„Es gibt jeden Tag etwas anderes zu tun. Langweilig wird es bei uns nie“, erzählt er im NN-Gespräch. Dreieinhalb Jahre dauerte die duale Ausbildung im Betrieb und der Berufsschule. Maßgeblich betreut und gefördert wurde Gebhart von Juniorchef Alexander Waldmann. Da er im Prüfungsausschuss der Metall-Innung Amberg-Sulzbach ist, konnte der eigene Auszubildende nicht im Landkreis die Abschlussprüfung machen.

Das war für Tim Gebhart aber unproblematisch, da er aus Gründen der besseren Erreichbarkeit ohnehin in Bayreuth zur Berufsschule gegangen ist. In der Oberpfalz wäre die Berufsschule in Nabburg für ihn zuständig gewesen.

2012 hat der junge Mann seine Ausbildung begonnen. Nach und nach lernte er alle Techniken der Metallbearbeitung und auch alle dabei verwendeten Materialien kennen. Er kann jetzt Treppengeländer anfertigen und montieren, auch aus Edelstahl. Der Einbau von Alufenstern, Türen und Garagentoren gelingt ebenso wie alle anderen Arbeiten rund um den Metallbau. Bohren, Sägen, Kleben und Schweißen sind wichtige Arbeitsgänge. Viele der angeeigneten Handgriffe kann er auch im Alltag gut gebrauchen.

„Handwerker werden auch in Zukunft gebraucht“, ist sich Alexander Waldmann sicher. Nichts halte ewig, und gerade im Bereich der Reparatur und Instandhaltung seien die Handwerker gefragt. Ebenso bei der qualitativ hochwertigen Neuanfertigung. Waldmann ist überzeugt, dass im Handwerk künftig auch die Löhne nach oben gehen werden.

Diese Aussichten gefallen wohl auch dem neuen Gesellen. Tim Gebhart wird auf jeden Fall im Betrieb bleiben, um weitere Berufserfahrung zu sammeln. Auch Fortbildungsmaßnahmen wie die Schweißerprüfung oder Schulungen im Tore-Sektor stehen an. Diese können innerbetrieblich sein oder über die Handwerkskammer organisiert werden.

Auch die Weiterbildung zur Elektrofachkraft wäre möglich, denn die moderne Antriebstechnik für Garagentore erfordert auch ein gutes Grundwissen in diesem Fach. Ob er später selbst die Meisterprüfung macht, weiß er noch nicht. „Das Zeug dazu hätte er jedenfalls“, meint sein Ausbilder.

Die Freisprechungsfeier für die Auszubildenden im Metallbau fand vor wenigen Tagen in Amberg statt. Insgesamt sieben Lehrlinge hatten im Bereich der Innung Amberg-Sulzbach in diesem Jahr teilgenommen. Dies seien so wenige wie nie, bedauerte Innungsobermeister Manfred Rauscher. Im Bayreuther Raum waren es zwölf Prüflinge. Dabei schätzen auch Industriebetriebe die gut ausgebildeten Konstruktionstechniker im Metallbau, so Rauscher bei der Bestenehrung.

Strenge Vorgaben

Tim Gebhart hat seine Abschlussprüfung Ende Januar als „Gastprüfling“ in Bayreuth abgelegt. Es standen eine schriftliche und eine praktische Prüfung an. Als Gesellenstück wurde ein etwa 0,5 Meter breites Treppenmodell in Stahlbauweise mit einem schönen Geländer und einer Tür, die gewissermaßen in eine obere Etage führt, verlangt. Die Prüflinge hatten zwei Tage Zeit. Bewertet wurde das Aussehen und die Funktion – etwa des Türschließers.

In einem Fachgespräch kamen auch noch Themen wie die Arbeitssicherheit und Arbeitstechniken zur Sprache. Mit der Note Zwei erreichte der Auerbacher in seinem Lehrberuf die beste Note im Landkreis Amberg-Sulzbach. Dort wurde Tim Gebhart auch für den guten Abschluss ausgezeichnet. Bei Metallbau Waldmann arbeiten neben Geschäftsführer und Meister Fritz Waldmann und seinem Sohn Alexander jetzt noch drei weitere Gesellen. Etwa zur Hälfte der Arbeitszeit ist das Team bei der Montage von Haustüren und Garagentoren und der Installation der erforderlichen Antriebstechnik unterwegs.

Viel Zeit verbringen die Mitarbeiter in der Werkstatt beim eigentlichen Metallbau. Hier kommen Kreativität und Vielseitigkeit, die von Tim Gebhart an seinem Beruf besonders geschätzt werden, zur Geltung. Bei Kundenaufträgen – etwa bei einem neuen Treppen- oder Balkongeländer — sind eigene Vorschläge der Metallbauer gefragt. Nach dem Erfolg mit Tim Gebhart bietet die Firma wieder einen Ausbildungsplatz an.  

BRIGITTE GRÜNER

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