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Ist der Genuss in Pegnitz zuhause?

Stadt will mit Flindererbier, Bratwurstgipfel und Buchauer Brot unter die Top 100 kommen - 06.10.2017 17:56 Uhr

Zum wahrenGenusshaus kann die Brauereigaststätte Heckel in Waischenfeld werden. Dort muss man seine Brotzeit selbst mitbringen. © Reinl


Der Freistaat Bayern hat sich zu seinem 100-jährigen Jubiläum ein großes Ziel gesetzt: Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten will herausfinden, wo in Bayern der Genuss zu Hause ist.

Dazu braucht es Unterstützung durch Gemeinden, Tourismusvereine, Einrichtungen, Verbände und Initiativen, die sich rund um das Thema "Genuss und Lebensmittel aus unserer Heimat" engagieren. Das Ministerium lockt mit vielen Vorteilen: Sie können Spezialitäten vorstellen, deren Geschichte erzählen, Fremde für den Ort begeistern und mit dem Prädikat "Aushängeschild für erlebbaren Genuss in Bayern" werben. Schließlich sollen die Top 100 in einem Hochglanz-Buch sowie über ein einzigartiges Netzwerk präsentiert werden.

Michael Breitenfelder vom Wirtschaftsband A 9 musste da nicht lange überlegen, um ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben zu formulieren: Bier, Wurst und Brot sollen Pegnitz den Juroren schmackhaft machen. Als Besonderheiten werden die Flinderertradition mit ihrem Spezialbier, der Bratwurstgipfel mit seinen alljährlich 20 000 Besuchern und schließlich das Buchauer Holzofenbrot ins Rennen geschickt, das nach alten Rezepten ausschließlich mit spritzmittelfreiem, sortenreinen Jurakorn-Qualitätsbrotgetreide gebacken wird.

Und was ist mit dem im Gasthaus "Goldener Stern" geplanten Genusshaus, werden Sie fragen? Wir haben auf Seite 656 des Isek-Stadt-Entwicklungskonzepts nachgelesen, wo vom oberfränkischen Pilotmodell geschwärmt wird: mit Schaubrauerei in der Wirtsstube als einem oberfränkischen Zentrum der "Craft-Beer"-Herstellung, einem Biergartenbetrieb im Sommer, heimischer Flinderer-Kost, einer Bratwurst-Manufaktur, Verkaufs- und Ausstellungsräumen für regionale Produkte und Handwerkskunst, typisch fränkischen Gastzimmern im Obergeschoss und einem Touristen-Infozentrum für die Fränkische Schweiz an der Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt. Da wir aber weiter gelesen haben, dass hierfür rund 3,5 Millionen Euro von einem Privatinvestor aufgewendet werden müssten, erachten wird den als "mittelfristig" angegebenen Zeitrahmen für dehnbar.

Wir haben derweil unser Genusshaus in der Brauereigaststätte Heckel in Waischenfeld gefunden. Weil man dort seine Brotzeit mitbringen muss, haben wir uns mit Freunden aus der Fränkischen Schweiz zu einem gemütlichen Abend verabredet, zu dem jeder Spezialitäten aus seinem Heimatort beitragen sollte.

Die Brotzeitplatte mit Schmankerln aus Büchenbach, Buchau, Trockau, dem Ahorntal oder Unterleinleiter war nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich ein Traum.

Weil wir – wie üblich – viel zu viel eingekauft hatten, versorgten wir auch noch zufällig anwesende Urlaubsgäste aus Preußen. Irgendwie gaben die uns beim Abschied das Gefühl, dass wir hiermit Tourismuswerbung par excellence betrieben hatten. Das war Genuss pur mit Speis’ und Trank für umgerechnet gerade einmal gut zehn Euro pro Person . Wie pflegte einst der PPP-Wirt Andreas Pflaum zu sagen? "Das gute Einfache ist die Steigerung von Luxus". Recht hat er.

Z"Räuberstübl" im Internet unter www.nordbayern.de/pegnitz 

RICHARD REINL

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