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Zum einen werden die Bürger der Ortsteile Bernreuth und Nitzlbuch mit einer neuen Art des Lärms konfrontiert: Mit tief fliegenden Kampfhubschraubern, die oft sogar mit Geschützen unterwegs sind. Zum anderen werden seit einigen Monaten keine Bauanträge mehr genehmigt. Die lärmakustische Stellungnahme aus dem Jahr 2009 hat eindeutig bewiesen, dass es in Bernreuth und Nitzlbuch zu laut ist, wenn auf der nahen Range 213 geschossen wird. Das „als Meilenstein“ zunächst gefeierte Gutachten, brachte jedoch auch Nachteile: Um die Gesundheit der Bürger zu schützen, werden keine Bauvorhaben mehr abgesegnet. Dies gilt für Neu- und Anbauten. Ausschlaggebend sind die Einwendungen der BIMA, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die als Träger öffentlicher Belange gehört werden muss. „Einige Bürger haben Erschließungskosten für Grundstücke bezahlt, die jetzt nicht mehr bebaubar sind“, klagte Zweiter Vorsitzender Werner Leißner. Logische Konsequenz aus dem Teilabzug von Truppen wäre für ihn die Auflösung der Schießbahn 213.
Das zurückliegende Jahr war auch geprägt von vielen informativen Gesprächen an der Schießbahn. Politiker aller Couleur aus Landes- und Bundesparlamenten fanden sich ein. Erreicht wurde dadurch im Grunde nichts, resümierte der Vorsitzende Griesbeck. Alois Karl, CSU, Mitglied im Haushaltsausschuss des Bundestags, habe sich um Gelder für Schallschutzmaßnahmen kümmern wollen. Gehört habe man seit seinem Besuch in Nitzlbuch nichts mehr. Alle Besucher und Gesprächspartner zeigten sich interessiert, doch Erleichterungen für die Anwohner gab es dadurch nicht. Als „zu heiß“ wurde die Problematik an der Schießbahn 213 auch vom Bayerischen Fernsehen bewertet. Die Ausstrahlung eines Redebeitrags von BUT bei „Jetzt red i“ scheiterte, weil kein Gesprächspartner gefunden wurde.
Das Versagen von Baugenehmigungen war im September 2011 Anlass für eine Petition an den Landtag. Dort habe BUT offenbar Fürsprecher gehabt, meinte Schriftführerin Marion Leißner. Denn der Vorgang wurde nicht abgeschlossen, sondern wird weiter verfolgt. Im Frühjahr soll ein Ortstermin stattfinden.
Bedenklich sei, dass das „Bauproblem“ das Dorf spaltet. Bürgermeister Joachim Neuß erwartet in der nächsten Woche aber eine positive Wende (die NN berichteten). Er hofft darauf, dass die Oberste Baubehörde in Einzelfällen Genehmigungen erteilt beziehungsweise das zuständige Landratsamt dazu auffordert. Gerhard Raß wünschte sich vom Stadtrat einen Richtungsweisenden Beschluss in Sachen „Baustopp“. Ein solcher „Schaufensterbeschluss“ bringe eigentlich nichts, zumal die Kommune nicht für die Erteilung von Bauanträgen zuständig ist, so Neuß. Boris André Meyer, Sprecher der Ansbacher BI „Etz langt’s“, hingegen pflichtete Raß bei. Der Stadtrat könne durchaus eine Resolution beschließen und dies als wichtige Positionierung betrachten. „Darüber sollten sie nachdenken“, meinte Meyer, der für die „Offene Linke“ in Ansbach selbst dem Stadtrat angehört.
Der angekündigte Abzug von Soldaten und der damit verbundene Abbau von zivilen Arbeitsplätzen war bei der Versammlung mehrmals Thema. Dabei wurde deutlich, dass der Stellenbau beim US-Militär ausschließlich aus finanziellen Gründen angestrebt wird. Mit den Beschwerden wegen Schieß- und Fluglärms habe diese Entwicklung überhaupt nichts zu tun, betonte Auerbachs Dritter Bürgermeister Norbert Gradl. Es dürfe nicht sein, dass sich die Bürger gegeneinander ausspielen lassen. Die US-Armee zeige beim Schießbetrieb oft Willkür, beim Arbeitsplatzabbau auch, pflichtete Joachim Neuß bei. „Die machen, was sie wollen“, betonte er unter Beifall.
Die zurück liegenden Monate bezeichnete der Bürgermeister als „Zeit der Erwartungen, Hoffnungen und Enttäuschungen“. Man komme manchmal einen Schritt voran, und dann drei wieder zurück.
In 2011 wurde BUT 30 Jahre alt. „Es ist eigentlich traurig, dass das schon so lange geht“, meinte Armin Griesbeck. Boris André Meyer sprach über die Probleme in Ansbach. In den USA gäbe es über Wohngebieten niemals so laxe Bedingungen wie in Deutschland, wo sogar nachts oder knapp über den Häusern geflogen werde. Für ihn würde ein Abzug der US-Truppen „mehr Lebensqualität“ bedeuten. Rainer Knoll von der Initiative „ZuB“ aus Kirchenthumbach berichtete, dass Windkrafträder wegen des Flugbetriebs der Amerikaner abgelehnt wurden. Für ihn hat die deutsche Politik versagt, wenn die US-Streitkräfte die Vorschriften im Land machen.



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