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Kämmerer Wolfgang Hempfling ist seit langem der Wunschkandidat von Bürgermeister Manfred Thümmler. Er ließ sich wohl deshalb schon 2008 in den Kreisrat wählen und lässt sich seit einem Jahr vermehrt bei Vereinssitzungen sehen, um — wie er selbst sagt — „mich kommunalpolitisch zu kümmern, wenn man so eine Kandidatur vorhat.“ Hempfling ist CSU-Vorstand in Troschenreuth. Dies sahen dem Vernehmen nach andere CSU-Mitglieder als Nachteil. Sie hätten deshalb gern den Pegnitzer Anwalt Manfred Vetterl als Kandidaten gehabt.
Aber wie zu hören ist, wagten sie es nicht, dies Bürgermeister Manfred Thümmler nahe zu bringen. Der soll aufgebracht gewesen sein, als er kurz vor der CSU-Vorstandssitzung am 2. Januar davon erfuhr.
Diese Sitzung sollte der internen Kandidatenfindung dienen. 23 von 27 geladenen Ortsvorständen waren bis aus Trockau und Leups gekommen. Auch Stadtrat Peter Kotzbauer stellte sich mutig der geheimen Wahl. Er und Vetterl sowie Hempfling bekamen die Chance, sich kurz vorzustellen. Dann mussten sie vor der Tür eine 60-minütige Diskussion abwarten — und die Wahl. Anschließend war klar: Wolfgang Hempfling bekam, so verlautete es später unter der Hand, fünf Mal so viele Stimmen wie Manfred Vetterl.
Obwohl damit alles entschieden schien, gab es eine Woche später eine zweite CSU-Vorstandssitzung, wieder zur Kandidatenkür. Diesmal nahmen 26 Ortsvorstände teil.
Hier erklärte Peter Kotzbauer seinen Rückzug. Er erläuterte ihn auch gestern gegenüber den NN: Es gebe bessere Kandidaten. Es sei zwar einmal sein Ansinnen gewesen, zu kandidieren, aber davon habe er sich längst verabschiedet. „So, wie es jetzt kommt, ist es in guten Bahnen.“
Auch Manfred Vetterl ergriff gleich zu Beginn das Wort. Er trat als Ortsvorsitzender zurück. Damit war eine Aussprache über die Kandidatenwahl nicht mehr nötig, wie seine Stellvertreter, Christian Bickel und Claus Lang, gestern gegenüber unserer Zeitung ausführten. Christian Bickel ist inzwischen kommissarischer Ortsvorsitzender. Eine Nachwahl soll Ende Januar kommen.
Die weitere Stellvertreterin Dr. Iris Fuchs trat parallel mit Vetterl zurück. „Für sie ist möglicherweise ein Kartenhaus zusammengebrochen“, so Claus Lang. Dr. Fuchs erklärte den NN gestern Abend, warum sie diesen Schritt unternahm. Das habe nichts mit „beleidigt“ zu tun. „Wir müssen das Votum für Wolfgang Hempfling akzeptieren.“ Aber sie und Vetterl wünschen sich einen engagierten Wahlkampf für ihn. Den könnten seine Getreuen, sobald sie in den Ortsvorsitz nachgerückt sind, besser führen. Sie und Manfred Vetterl wollen nicht dem Vorwurf ausgesetzt sein, an der Spitze eventuell zu wenig zu tun. „So ist es die fairste Methode. Wir machen den Weg frei für neue Leute.“
Sie sei sehr überrascht gewesen, dass auch Peter Kotzbauer antrat. Denn ein Bürgermeisteramt sei „kein Vereinsvorsitz, sondern ein Posten, der enorme Fähigkeiten benötigt“. Auch Manfred Vetterl habe erst nach reiflicher Überlegung „seinen Hut in den Ring geworfen“. Sie kennt und unterstützt ihn seit 30 Jahren: „Wir sind die letzten aus der alten JU-Riege.“
Dr. Iris Fuchs bleibt aber Fraktions-Vize im Stadtrat, genauso wie Manfred Vetterl der Fraktionssprecher bleibt. Manfred Vetterl reagierte übrigens, auf seinen Rücktritt angesprochen, am Telefon sehr ruhig: Die Diskussion am 2. Januar sei friedlich verlaufen. Bevor er der Zeitung Näheres mitteile, müssten die CSU-Mitglieder informiert werden. „Damit möchte ich meine Auskunft belassen.“
Wie Christian Bickel und Claus Lang betonen, kann das Kandidatenkarussell noch einmal angeschoben werden, wenn Ende Januar die Mitgliederversammlung über die Bühne geht. Jeder hat hier ein Vorschlagsrecht. Wolfgang Hempfling muss nicht blank akzeptiert werden.
Insider sprechen aber von einem internen Schaden, den der Kandidatenwettlauf bisher auslöste. Denn die Stimmung zwischen Manfred Vetterl und Manfred Thümmler dürfte sich sehr abgekühlt haben.



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