1°C

Freitag, 28.11. - 22:40 Uhr

|

Kapellenbauverein «St. Johann» gegründet

Erster Vorsitzender ist Georg Regn - Umfassende Sanierung des Kirchleins geplant - Unter Denkmalschutz - 18.02.2008

Die Höfener Ortskapelle bedarf einer gründlichen Sanierung. Dazu wollen unter vielen anderen freiwilligen Helfern auch Georg Regn (r.), Jürgen Schüpferling und Ortssprecher Günther Lieret (v.l.) ihren Teil beitragen. Foto Zagel

Die Höfener Ortskapelle bedarf einer gründlichen Sanierung. Dazu wollen unter vielen anderen freiwilligen Helfern auch Georg Regn (r.), Jürgen Schüpferling und Ortssprecher Günther Lieret (v.l.) ihren Teil beitragen. Foto Zagel


Deshalb wurde jetzt im Gasthaus «Zur Schmiede» der Kapellenverein «St.Johann Höfen» gegründet. Johannes der Täufer ist nämlich im Altarbild des Kirchleins oberhalb der Ortschaft dargestellt. Die Gründung des Vereins ist die Konsequenz aus zwei vergeblichen Versuchen, einen Träger für das Bauvorhaben zu finden.

Sowohl das Bistum Bamberg mit der Aussage im Jahr 2001, man könne nicht alle Dorfkapellen übernehmen, als auch die Gemeinde Neuhaus lehnten 2005 wegen der Belastung für spätere Generationen eine Übernahme ins Eigentum des Marktes ab. So blieb der Bürgerschaft nur die Gründung des Kapellenvereins und damit eine Sanierung in Eigenregie.

Zum Ersten Vorsitzenden wählten die 45 anwesenden Mitglieder (von bisher 59) den Geschäftsmann Georg Regn. Als Stellvertreter agiert Ortssprecher Günther Lieret, als Schatzmeisterin Heidi Herzog und als Schriftführerin Anja Roth.

Beisitzer sind Katrin Regn, Claudia Merkl und Christian Roth. Kassenprüfer Rainer Roth und Hans Zeltner. Als erstes Mitglied trug sich Bürgermeisterin Heidi Suttner persönlich in das Stammbuch ein. Nach den Worten des Vorsitzenden steht die gesamte Dorfgemeinschaft, halb katholisch, halb evangelisch, hinter dem ehrgeizigen Vorhaben..

Der junge Verein will nicht nur die Renovierung des Baudenkmals auf den rechten Weg bringen, sondern auch das gesellschaftliche Leben im Ort fördern, jedoch nicht als Konkurrenz zu anderen Vereine auftreten.

Wie dringend die Sanierung ist, wird bei der Besichtigung des Bauwerks aus den zwanziger Jahren deutlich. Der Dachstuhl muss gänzlich abgetragen werden. Das Mauerwerk ist feucht, und es sind neue Fenster nötig. Dazu soll der aus dem Benediktinerinnenkloster Frauenchiemsee stammende Altar restauriert und der Vorplatz mittels Stützmauer neu gestaltet werden. Schließlich muss die Grundstücksfrage abgeklärt und ein gesichertes Geh- und Fahrtrecht eingetragen werden.

Nachdem das ehrwürdige Gebäude schon in der Denkmalliste steht, spricht das Amt für Denkmalschutz naturgemäß ein gewichtiges Wort mit. Von dieser Seite werden aber auch finanzielle Hilfen erwartet. Darüber hinaus ist eine Förderung im Rahmen der Dorferneuerung zugesagt, ein Zuschussantrag an die Kommune unterwegs. Dazu setzt man weiterhin auf private Spenden und auf Eigenmittel aus diversen Veranstaltungen.

Wie der Chronik zu entnehmen ist, wurde der Mittelpunkt des Dorflebens in den Jahren 1925/1926 auf Grund und Boden der Familie Leißner erbaut und war einst als Kriegergedächtniskapelle konzipiert. Die damaligen Baukosten in Höhe von 7000 Reichsmark übernahm zum größten Teil der in die USA ausgewanderte Ex-Höfener John Regn, ein Vorfahr des aktuellen Vereinsvorsitzenden. Seitdem wird das Kirchlein von der Bevölkerung in Ehren gehalten.

Neben gelegentlichen Messfeiern fanden regelmäßig Mai- und Rosenkranzandachten statt, mitunter auch Trauungen. 1965 wagte man sich erstmals an eine Sanierung mit Installation einer neuen Gedenktafel für die Vermissten und Gefallenen des Zweiten Weltkrieges. 1981 war es wiederum die Feuerwehr, die aus Anlass ihres 100-jährigen Gründungsfestes die Kapelle großartig renovierte und das Kirchenmotiv in ihre Fahne integrierte.

Nach über 25 Jahren ist nunmehr der Zeitpunkt einer umfassenden Sanierung Tagesgespräch in Höfen. Unverzagt will man mit viel Muskelhypotheken und Spenden aus der gesamten Umgebung (Konto-Nr. 40 138 983 bei der Raiffeisenbank Auerbach BLZ 760 693 69) die Sache angehen und in knapp zwei Jahren zu einem guten Ende bringen. 

Seite drucken

Seite versenden