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Keine Spur vom befürchteten Schimmel

NN besuchte Träger-Villa — Asylbewerber können sich wohlfühlen — Erben wünschen sich mehr Toleranz - 29.12.2012

NEUHAUS/PEGNITZ  - Wirklich gemütlich ist die künftige Unterkunft für Asylbewerber in der Neuhauser Burgstraße noch nicht, aber man sieht und spürt, dass die Fremden gerne aufgenommen werden.

Die Küche in der Träger-Villa, in die Asylbewerber einziehen sollen, ist hell und sauber eingerichtet. In keinem der Räume waren Schimmelflecken zu entdecken. Die Erbengemeinschaft hat einen sechsstelligen Betrag investiert.
Die Küche in der Träger-Villa, in die Asylbewerber einziehen sollen, ist hell und sauber eingerichtet. In keinem der Räume waren Schimmelflecken zu entdecken. Die Erbengemeinschaft hat einen sechsstelligen Betrag investiert.
Foto: bg
Die Küche in der Träger-Villa, in die Asylbewerber einziehen sollen, ist hell und sauber eingerichtet. In keinem der Räume waren Schimmelflecken zu entdecken. Die Erbengemeinschaft hat einen sechsstelligen Betrag investiert.
Die Küche in der Träger-Villa, in die Asylbewerber einziehen sollen, ist hell und sauber eingerichtet. In keinem der Räume waren Schimmelflecken zu entdecken. Die Erbengemeinschaft hat einen sechsstelligen Betrag investiert.
Foto: bg

„Herzlich willkommen“: Ein großes Plakat hängt als erster Gruß bereits an der Wohnungstür. Die Küchenschränke sind für die Erstversorgung der künftigen Bewohner gefüllt worden: Kaffee, Tee, Lebkuchen, haltbare Wurstwaren und andere Lebensmittel liegen bereit.

Die Räume sind sauber geputzt und schlicht eingerichtet. Jeden Besucher erwarten auf seinem Bett die notwendigsten Haushaltstextilien: Kissen, Bettdecke, Wolldecke und Bettbezug. Fünf Duschen und mehrere Toiletten stehen zur Verfügung. Zwei Waschmaschinen und ein Trockenraum im Keller können genutzt werden. Schimmelflecken sind hingegen in keinem der Räume zu entdecken.


Einen sechsstelligen Eurobetrag habe man bereits in das Haus gesteckt, erklärte der Sprecher der Erbengemeinschaft beim NN-Besuch. Unter anderem sei der komplette Trakt der früheren Zahnarzt-Wohnung energetisch saniert und mit Vollwärmeschutz versehen worden. Neue Fenster wurden ebenfalls eingebaut.

Bedingungen erfüllt

Das früher undichte Dach sei repariert worden, so dass damit auch das Problem eindringenden Wassers in den Griff zu bekommen war. Der 27000-Liter-Heizöl-Tank wurde zugunsten einer modernen Gasheizung entfernt und die gesamte Heizung modernisiert. Ein 1000-Liter-Boiler wurde installiert, um jederzeit ausreichend warmes Wasser vorhalten zu können. Eine Druckerhöhungspumpe sei noch eingebaut worden, um dem Problem des zu niedrigen Wasserdrucks am Burgberg zu begegnen.

Seit vielen Jahren gebe es einen guten Kontakt zur Marktgemeinde Neuhaus, so der Sprecher weiter. „Unter anderem wurden bezüglich der Nutzung des Anwesens Burgstraße 17 auch Konzepte für Senioreneinrichtungen besprochen.“ Leider habe bislang kein Betreiber dafür gefunden werden können. Das Vorhaben, ein Senioren- oder Mehrgenerationenprojekt einzurichten, sei mittelfristig noch immer das Ziel der Eigentümer. Nach Gesprächen über mögliche Senioreneinrichtungen sei das Landratsamt auf die Erbengemeinschaft zugekommen und habe gefragt, ob die Wohnräume zur vorübergehenden Unterbringung von Asylbewerbern angemietet werden könnten.

„Es gab viele Vorgespräche und Bedingungen des Landratsamtes und es wurden bisher von uns alle – auch bau- und nutzungsrechtliche Voraussetzungen — erfüllt.“ Vereinbart habe man auch, dass das Landratsamt die Gemeinde über die vorgesehene Nutzung informieren soll. Der Mietvertrag wurde am 28. November unterschrieben und lag der Behörde am 30. November vor. Tags darauf habe er die Mieter in der Einliegerwohnung des Hauses informiert.

„Es war für uns als Eigentümer eine Bürgerpflicht, den Verantwortlichen des Landratsamtes die nach deren Aussage sehr gut geeigneten Räume zur Verfügung zu stellen.“ Die Erfahrungen der Behörde in anderen Orten haben bewiesen, dass es in der Regel keine Probleme mit den ausländischen Mitbürgern gebe. Ferner sei den Eigentümern versichert worden, dass bei der Auswahl der Mieter äußerst sensibel vorgegangen wird, und dass eine soziale Betreuung durch einen Wohlfahrtsverband organisiert werden soll.

„Mehr Solidarität in der Gesellschaft“ — Das ist auch die zentrale Forderung von Bundespräsident Joachim Gauck in seiner ersten Weihnachtsansprache als Staatsoberhaupt. Er erinnerte an die Kostbarkeit des Friedens, aber auch an die Schere zwischen Arm und Reich und mahnte einen toleranten Umgang mit Ausländern an. Diesen wünschen sich auch die Eigentümer der Träger-Villa in Neuhaus.

  

BRIGITTE GRÜNER


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