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Klangwelt des Mittelalters zum Leben erweckt

Sommerkonzert Capella Antiqua Bambergensis in Lindenhardt begeisterte das Publikum — Auf historischen Instrumenten musiziert - 25.07.2017 17:19 Uhr

Einen Einblick in die Kunst, Musik und Klangvielfalt zu Luthers Zeiten und seiner Weggefährten gab die Capella Antiqua Bambergensis in der Kirche in Lindenhardt, wo die Musiker zahlreiche historische Instrumente vorstellten. © Foto: Andrea Pfaucht


Die Capella Antiqua Bambergensis, bestehend aus Wolfgang, Andreas, Anke und Thomas Spindler sowie Dietrich Haböck und Benjamin Dreßler (Gesang), erläuterten den Klang zu Zeiten Luthers, Cranachs sowie Dürers und spannten dabei einen Bogen vom 15. bis 17. Jahrhundert.

Aus der eigenen Werkstatt

Das Besondere an diesem Konzert war das Musizieren auf historischen Instrumenten, die zu einem großen Teil aus der eigenen Werkstatt von Andreas Spindler stammen.

Eine Vielzahl an Instrumenten umfasst dabei die Palette des Ensembles, die von verschiedenen Blöckflöten über Sackpfeifen bis hin zur Viola da Gamba reicht, wobei die Musiker Wert auf größtmögliche Authenizität der Instrumente legen — was der Klangqualität sehr zugute kam, zumal die Musiker der Capella Antiqua Bambergensis ihre Instrumente ausgezeichnet beherrschen. Eine Fähigkeit, über die nicht alle Musiker verfügen, die meinen, auf "Originalinstrumenten" spielen zu müssen.

Das Publikum in Lindenhardt jedenfalls war begeistert, nicht nur von der Instrumentenvielfalt sondern auch von der Moderation von Wolfgang Spindler, der ein sehr lebendiges Bild malte vom Beziehungsgeflecht der Komponisten untereinander oder der einen oder anderen Begebenheit aus der Zeit Luthers und seiner Weggefährten.

Da galt es, nicht nur geistliche und weltliche Lieder zu erläutern, nein, er las auch Zitate aus Briefen vor, die zwischen Luther und seinen Freunden hin- und hergingen, und diese konnten durchaus schon einmal einen gewissen frivolen Charakter aufweisen: "Man möchte ja zu gerne mal einen Blick hinter die Vorhänge des Himmelbetts von Martin Luther werfen, wenn er sich zuvor brieflich mit seinem Freund über die innigen Küsse und Liebkosungen der jeweiligen Ehefrauen austauschte..."

Liebeslieder ertönten

Kein Wunder also, dass man sich durchaus in die Zeiten des Minnesangs zurückversetzt fühlen konnte, standen doch auch diverse Liebeslieder auf dem Programm.

Die Stimme von Benjamin Dreßler ließ dabei sehr gut erahnen, wie sich ein Barde wohl beim Umwerben der "hohen Frouwe" im Mittelalter angehört haben mag.

Zitat von Luther mitgegeben

Fazit von Wolfgang Spindler war ein Lutherzitat, das er den Zuhörern mit auf den Nachhauseweg von der St. Michaeliskirche gab und das gestern wie heute seine Gültigkeit besitzt: "Die einzige Erinnerung, die wir an den Himmel haben, ist die Musik und das schon hier auf Erden." 

ANDREA PFAUCHT

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