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Die Trompeter fungierten als durchaus erfahrene "Reiseführer": Moritz Görg schloss sein Studium an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg bereits mit 19 Jahren ab und besuchte danach zahlreiche Meisterkurse. Nathaniel Mayfield ist seit 2007 Musikdirektor der "School of Performing Arts" in Texas und gehört zu den renommiertesten Barocktrompetern der USA. Kompositionen dieser Epoche boten die Musiker stilsicher auf historischen Instrumenten. Die Barocktrompete ist im Vergleich zur "modernen" Trompete schwerer zu spielen, da sie keine Ventile besitzt und der Ton nur durch Lippenspannung erzeugt wird.
Auch diesmal kamen tschechische Meister zu Gehör: Philipp Jakob Rittler (1637-1690), von dem die "Ciaccona in C" stammte, war Chorleiter an der Kathedrale in Olmütz. Seine Musik wies - wie der Kirchenbau- eine hochstrebige, vielflächige "Architektur" auf. Im langsam schreitenden Duktus entwickelte sich ein gefälliger Dialog zwischen den beiden Trompeten.
Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680) wirkte ebenfalls in Tschechien, nachdem er als erster Hofkapellmeister in Österreich gedient hatte. Er hat in seinen Werken wie der "Sonata secunda" Entscheidendes zur Bildung eines bodenständigen, schlichten Stils beigetragen. Der Trompetenpart von Moritz Görg war von Tonkaskaden durchsetzt und gewann dadurch an Ekstase.
Weniger bescheiden, dafür umso pompöser ging es damals im italienischen Bologna zu. Klerus, Adel und Bürgertum widmeten sich der kulturellen Entwicklung der Stadt, in der die Musik auf sehr hohem Niveau stand. Majestätische Prachtentfaltung war in der "Sonata in D" von Petronio Franceschini (1651-1680) deutlich hör- und spürbar. Die Stimmen der Piccolo-Trompeten verschlangen sich ineinander in komplexer Polyfonie und führten zu strahlender Klangentfaltung.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts neigte sich das Barock allmählich dem Ende zu. Dieser Abschied vollzog sich jedoch auf höchsten Entwicklungsstufen. Antonio Vivaldi (1678-1741) brachte barocke Manier im "Konzert C-Dur für zwei Trompeten und Orgel" zum letzten Höhepunkt. Die dreiteilige Anlage und das ausgewogene Verhältnis der Ecksätze zueinander war für den Stilumbruch zur Klassik maßgebend. In den schnellen Teilen führten die Musiker scharf profilierte, rhythmisierte Elemente ein und bemühten sich um exaktes Zusammenspiel. Die Stilgattungen Barock und Klassik mischten sich im "Konzert D-Dur" von Leopold Mozart (1719-1787). Nathaniel Mayfield an der Trompete agierte graziös und lieferte - in puncto Intonation - saubere Spitzentöne.
Jörg Fuhr bildete an der Orgel ein sicheres harmonisches Fundament, trat aber auch mit zwei Solostücken hervor. Von Leopolds berühmten Sohn Wolfgang Amadeus (1756-1791) ertönte das "Andante F-Dur KV 616". Es war auf das typische kammermusikalische Timbre der kleinen Orgelinstrumente abgestimmt und verlangte viel Fingerspitzengefühl. Die kuriose Melodie sollte ursprünglich eine Komposition für eine mechanische Vorrichtung sein, welche die Musik mittels Walzen und kleinen Pfeifenreihen zum Klingen brachte. Der "Orgelsonate in G" von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) verlieh Jörg Fuhr einen orchestralen Grundcharakter der frühklassischen Symphonie.
Nachdem man im filigranen Mittelteil zum Träumen verleitet wurde, machten virtuose Arpeggien und Tonleiterläufe im Schluss-Satz wieder munter. Einen Kontrast zu den alten Epochen schuf das zeitgenössische Werk "Solus" von Stanley Friedman. Dabei war der Titel durchaus zweideutig zu verstehen. Moritz Görg griff als "alleiniger" Interpret tief in die musikalische Trickkiste: Er beherrschte Intervallspannungen, dynamisches An- und Abschwellen sowie Klangverfremdungen mittels Dämpfer. Diese experimentellen Kniffe machten das Stück "einzigartig" und erzeugten spontanen Applaus. Bei den Sommerkonzerten wurde auch dieses Jahr Altbewährtes mit Neuentdeckungen verbunden.



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