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Jan Burdinski wirkt völlig entspannt. Der Intendant ist hochzufrieden mit dem neuen, 60 Seiten dicken Programm. Die Zusammenarbeit mit Bernd Matthes, der nach dem Eklat vor zwei Jahren den Vorsitz des Trägervereines übernommen hat, sei ein großer Glücksfall. „Seither fährt unser Schiff besser denn je“, sagt Burdinski. Es sei nicht nur Ruhe eingekehrt, man habe vielmehr die Qualität enorm steigern können. Das spiegelt sich auch im neuen Programm wider. Von März bis Oktober sind an 78 Spielorten in ganz Oberfranken 220 Aufführungen geplant — 20 mehr als im Vorjahr.
Mit „Merci Loriot“, einer Hommage an den genialen Vicco von Bülow, startet die Landesbühne Oberfranken am Freitag, 16. März, im Kulturzentrum St. Gangolf in Hollfeld in die neue Spielsaison. „Ingrit Gabriel und Hubert Burczek spielen das kleine Kammerstück fabelhaft“, zeigt sich Jan Burdinski selbst begeistert. Loriot sei sehr gefragt, daher seien insgesamt 23 Aufführungen geplant.
Highlight der Spielsaison sei aber die Komödie „Tartuffe“. Das Stück über Frömmelei und Heuchelei, von Moliere laut Burdinski „grandios geschrieben“, behandele ein immer aktuelles Thema. 18 Aufführungen, unter anderem am 22. Juli in Egglofstein, am 17. August in Forchheim und zum Abschluss am 25. August in Betzenstein seien geplant. Es sei die aufwendigste Produktion, an der die meisten Schauspieler beteiligt seien. Für die Spielsaison sind insgesamt 30 Schauspieler neu verpflichtet worden, erzählt Burdinski, die eine Hälfte käme neu zum Ensemble, die andere Hälfte seien treue Kollegen. „Diese Mischung sei für die Gruppendynamik am besten“, weiß der Intendant.
Neu im Programm sind zwei Musicals: „Männersache“ nach dem Film „Männer“ von Doris Dörrie. sowie „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler. Weil Essen plus Theater in Franken so wunderbar funktioniere und schon der Bier-Krimi 2011, bei dem ein Menü serviert wurde, ein großer Erfolg gewesen sei, habe man sich zu der neuen Reihe „Komödie mit Brotzeit“ entschlossen: In der Alten Posthalterei in Aufseß werden neben Komödien auch noch eine Brotzeit serviert.
Einen Blick hinter die Kulissen des Theaters können die Zuschauer bei der Komödie „Morgen bleibt alles anders“ von Lutz Backes werfen. Das Stück schildert das Tingeltangel-Leben der Schauspieler, erzählt Jan Burdinski. „Zum Schießen lustig“ sei dagegen die Komödie „Gretchen 89 ff...“ von Lutz Hübner, bei der die berühmte Szene aus dem Faust I immer wieder in verschiedensten Variationen gezeigt wird.
Eine ganze Reihe von Koproduktionen bereichert ebenfalls wieder das Programm: So interpretieren die Brüder Lutz und Jörg Götzfried zum Beispiel Songs von Bob Dylan auf Hessisch. Oder es treten vier Hornisten zum Teil mit dem Männerchor „Belcanto Vocale“ zum Beispiel am 21. Juli in Oberaufseß auf. Dort im Schloss habe der Fränkische Theatersommer eine „wunderbare Herberge“ gefunden, erzählt Burdinski. Auswärtige Schauspieler lebten hier während der Spielsaison in einer Art Selbstversorger-WG zusammen.
Schließlich hat der Fränkische Theatersommer drei neue Kinderstücke im Programm: Gezeigt wird Bekanntes wie „Pinocchio“ und „Das tapfere Schneiderlein“, aber auch Unbekanntes wie „Adalbert, der 8. Zwerg“, bei dem es um Ausgrenzung geht, denn der achte Zwerg wächst und wächst... Neben 18 Neuproduktionen sind auch 14 bereits bewährte Stücke zu sehen, wie das Wilhelm-Busch-Programm, der Dinner-Krimi, „Hamlet for you“ oder „Wenn die Stimme swingt“. Der Fränkische Theatersommer — Landesbühne Obefranken tourt schon seit 19 Jahren durch die Lande. „Für das Jubiläumsjahr 2013 haben wir größere Projekte vor“, verrät Jan Burdinski ausblickend. Damit seien nicht nur Theaterstücke gemeint, sondern voraussichtlich auch eine neue Spielstätte (wir berichteten bereits): „Wir möchten Schloss Wiesentfels zum künstlerischen Kleinod ausbauen.“
Das ausführliche Programm ist im Internet unter www.theatersommer.de zu finden



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