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Donnerstag, 21.03.2019

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Leupser Wasser: Verein vermutet Trickserei bei Messung

Bewohner von Leups zweifeln an den Ergebnissen der Juragruppe an der Schüttung der Quelle - 03.08.2018 17:07 Uhr

Noch fließt das Wasser in Leups. Doch nach Messungen der Juragruppe an der Quelle, die das Dorf mit Wasser versorgt, droht die Schüttung derzeit langsam zu versiegen. Der Verein Pro Leupser Quellwasser bezweifelt dies. © Ralf Münch


Der kleine Ort mit einer Brauerei als Wasser-Großabnehmer soll an die Leitungen der Juragruppe angeschlossen werden. Es geht um Fördergeld, um Versorgungssicherheit, aber auch um Befindlichkeiten auf beiden Seiten.

Seit Monaten gibt es dem Verein Pro Leupser Quellwasser, der den Verantwortlichen der Juragruppe vorwirft, mit falschen Zahlen und Behauptungen zu hantieren. Werkleiter Hans Hümmer reagiert nicht mehr darauf. Er geht nur noch nach Leups für Wasserstands-Messungen. Wie am Donnerstag. Und prompt kam es wieder zum Streit.

Nach der Messung der Juragruppe reicht das Löschwasser nicht. "Wir zweifeln die Richtigkeit der Werte in dem Zeitraum an, in dem gemessen wurde", sagt Anja Lüthje, Sprecherin des Vereins Pro Leupser Quellwasser. "Wir messen selbst."

Hümmer hat also einen zum Messen ungünstigen Zeitpunkt abgewartet — und diesen ausgenutzt? "Korrekt", sagt Lüthje, die darauf hinweist, dass genügend Löschwasser vorhanden sei. Aber sie räumt ein, dass es aufgrund der Dürre knapp werden könnte. "Aber in ganz Europa, nicht nur in Leups."

Bei der Wassermessung am Donnerstagabend war auch Manfred Thümmler dabei, seit 30 Jahren Vorsitzender der Juragruppe. "Wir haben gemessen, eine Viertelstunde gewartet, nochmal gemessen", sagt er. Immer wieder hätten die Fachleute gemessen.

"Es geht um 0,02-Bereiche." Und nein, es gehe nicht darum, "dem Verein bösartig gegenüber zu stehen", sagt Thümmler. Es sei nichts Ungewöhnliches, dass Oberflächenwässer gefährdet seien. Plötzlich könne kein Wasser mehr da sein. "Man will nicht glauben, wie schnell das in der Natur geht."

Lüthje vom Verein besteht darauf: Die Messwerte seien von dem Zeitpunkt der Messung abhängig. Zeitweise könne sogar kein Wasser am Messpunkt herauskommen, "weil die Pumpe läuft und gerade den Hochbehälter füllt". Noch heute sei die "Schüttung trotz der Dürre höher als noch 1956", sagt Lüthe. "Das können wir mit eigenen Messungen nachweisen."

Gerichte sollen es klären

Dagegen stehen die Messungen der Juragruppe, in die auch diese Zeitung Einblick hatte und die teilweise öffentlich im Internet stehen. Selbst aus diesen Dokumenten schließt der Verein, "dass nicht die richtigen Daten in die Öffentlichkeit getragen wurden", so Lüthje und sagt, es sei "dramatisch, dass wir es nachweisen können".

Davon, dass der Streit friedlich gelöst werden könnte, geht keiner der Beteiligten mehr aus. "Das müssen Gerichte klären", sagt Lüthje, "wir vom Verein haben unser Soll erfüllt." Der Fall liegt bei einem Anwalt, ein "pensionierter Wasserrechtler" hilft, eine Petition hat den Landtag erreicht. Der Leupser Verein will nicht, dass Pegnitz die Wasserversorgung übernimmt. Gegen die geplante Ringleitung, an die auch der Ort angeschlossen wird, hat er nichts. "Aber solange unser Wasser in Qualität und Quantität und Wirtschaftlichkeit stimmt, was wir auch nachweisen können", sagt Lüthje, gebe es keinen Grund, den Leupsern das eigene Wasser abzudrehen.

Stefan Steger ist der Wasserstreit egal. Dem Kreisbrand-Inspektor geht es nur um Löschwasser. Steger betont, er habe am Donnerstag nicht gesagt, der Feuerschutz sei gewährleistet. So steht es auf der Facebook-Seite des Vereins. "Wenn die Juragruppe sagt, dass es eingeschränkt Probleme gibt, glauben wir das", sagt Steger, "das sind die Fachleute."

Dabei hat er nicht nur den Hochbehälter und die Hydranten im Blick, sondern auch die Bäche und andere Gewässer. "Ansaugen" sei möglich sagt er. Aber aufgrund der Juragruppe-Warnung gibt es seit Freitagmorgen einen Sonderalarmplan für die "Zone Leups": Wenn die Feuerwehr ausrücken muss, hat sie per elektronischem Auftrag mehr Schläuche, um Wasser von weiter her zu holen und "hinreichend viele löschwasserführende Fahrzeuge", sagt Bürgermeister Uwe Raab. Zusätzlich sei vereinbart, "sicherheitshalber" leere Güllefässer als Löschwasserreserve zu befüllen.

Regelmäßig informieren

Die Juragruppe soll "regelmäßig engmaschige Information an die Kreisbrandinspektion über den Füllstand des Hochbehälters, die Schüttung der Quelle und damit Zulauf zum Hochbehälter sowie Entnahmemengen bzw. Verbräuche aus dem Netz" zu informieren. Steger muss sich auf die offiziellen Stellen verlassen, nicht auf den Verein. "Wenn etwas wäre..."Auch Raab sagt: "Wir müssen von der Richtigkeit der Richtigkeit der Angaben der Juragruppe ausgehen." 

OTTO LAPP

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