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Sonntag, 17.02.2019

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Lichtmessmarkt: Pegnitzer trotzen schlechtem Wetter

Veranstaltung fällt nicht ins Wasser, endet aber zwei Stunden früher als geplant - 11.02.2019 07:55 Uhr

Ist eine Institution auf den Pegnitzer Märkten und fehlte auch beim jüngsten Lichtmessmarkt nicht: Rudolf Rippstein, Korbflechter in der fünften Generation. © Klaus Trenz


Natürlich bestimmt das Wetter, ob sich die Fahrt nach Pegnitz lohnt oder nicht. Gestern kamen die Besucher erst am Nachmittag und von ihnen – angesichts der immer wiederkehrenden Regenschauer – eigentlich nicht wenige. Dennoch: Es gab viele Lücken in der Reihe der Buden und Stände in der Innenstadt. Ein Teil der Händler war gar nicht erst angereist, denn der Wetterbericht hatte einen grauen, verregneten Tag vorausgesagt, der sich dann auch so zeigte.

Egon Zöcklein aus Burgebrach hat das im Grunde wenig gekümmert. Der Gärtner, dessen umsatzstärkste Märkte im Mai und Oktober sind, kommt seit rund 30 Jahren nach Pegnitz, verkauft hauptsächlich Blumen und Pflanzen aus eigenem Anbau und beim Lichtmessmarkt zusätzlich Obst und Gemüse. "Es ist nicht das Wetter alleine", sagt er zum schleppenden Geschäft an dem Tag. "Leute wären ja genug da, aber das Kaufverhalten hat sich geändert."

Zöcklein führt das auf den Generationswechsel zurück. Früher, da hätten die Leute Stiefmütterchen bei ihm gekauft, jetzt würden sie das immer öfter im Supermarkt tun. "Das ist kein Vergleich zu früheren Jahren", sagt Zöcklein. Trotzdem findet er: "Man muss zufrieden sein." Seine jungen Salatpflanzen gingen am Lichtmessmarkt am besten. "Die gibt es nämlich noch nicht in den Supermärkten", weiß der Gärtner.

Rudolf Rippstein, Korbflechter in der fünften Generation ist eine Institution auf den Pegnitzer Märkten. Aus Sand am Main, das im unterfränkischen Landkreis Haßberge liegt, fährt er seit Jahrzehnten nach Pegnitz. "Seit 30 oder 40 Jahren, so genau weiß ich das gar nicht mehr", sagt der Handwerker. Das Wetter lässt ihn dabei nicht kalt, immerhin sei es "das halbe Geschäft". Ganz schlecht laufe, es wenn die Leute die Regenschirme aufspannen müssen. Dann gehe auch bei ihm nicht mehr viel. Dennoch lässt er seine Pegnitzer Stammkunden nicht im Stich. Auch weil er Reparaturarbeiten, beispielsweise für Korbstühle, annimmt, die seine Kunden dann beim nächsten Markt wieder abholen.

Angelika Benassi, die bei den Märkten handgemachte Dekoration verkauft, hat am Sonntagmorgen lange überlegt. "Wenn es richtig schlechtes Wetter gibt, dann baue ich eben wieder ab", sagte sie sich dann. Sie kommt, wie viele Händler, gerne nach Pegnitz, seit inzwischen sieben Jahren. "Hier ist die Kaufkraft noch gut, und die Leute schätzen die Qualität", berichtet Benassi. Am immer ungemütlicher werdenden Nachmittag hat sie dann doch die Segel gestrichen, zusammen mit vielen ihrer Händlerkollegen. Rund zwei Stunden vor offiziellem Ende war von dem Markt so gut wie nichts mehr zu sehen. 

KLAUS TRENZ

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