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Radweg von Bayreuth nach Forchheim kommt voran - 30.04.2012 17:38 Uhr

WAISCHENFELD  - Volksfeststimmung in Waischenfeld: Zur Einweihungsfeier für den Geh- und Radweg zwischen Waischenfeld und Nankendorf flatterten die neuen Europa-, Deutschland- und Bayernfahnen im Wind, der neue Begrüßungsstein, gestiftet von der Familie Eckert, grüßte mit dem Stadtwappen, Kinder ließen Luftballons steigen, Menschen flanierten im Festzelt und auf der Festwiese, mit der Drehleiter der Feuerwehr ging es hoch hinaus und zur Unterhaltung spielte und sangen der Musikverein, Belcanto Vokale und die Burgmadla.

Innenminister Joachim Herrmann (r.) musste sich erst ein Fahrrad ausleihen, radelte dann aber tadellos.
Innenminister Joachim Herrmann (r.) musste sich erst ein Fahrrad ausleihen, radelte dann aber tadellos.
Foto: Weichert
Innenminister Joachim Herrmann (r.) musste sich erst ein Fahrrad ausleihen, radelte dann aber tadellos.
Innenminister Joachim Herrmann (r.) musste sich erst ein Fahrrad ausleihen, radelte dann aber tadellos.
Foto: Weichert

In Waischenfeld war wohl noch nie so viel Prominenz auf einmal versammelt wie an diesem schönen Nachmittag. Die Rede ist von der Einweihungsfeier des rund zwei Millionen Euro teuren und 2,7 Kilometer langen Geh- und Radwegs, der als bedeutender Lückenschluss im Bayerischen Radwegenetz und der Radwegeverbindung zwischen Bayreuth und Forchheim gilt.

Gesegnet wurde das Bauwerk von den Pfarrern Wolfgang Dettenthaler und Peter Zeh. Sogar der bayerische Innenminister Joachim Herrmann war gekommen, um diesen Radweg offiziell dem Verkehr zu übergeben, sich danach auf das E-Bike zu schwingen und ihn persönlich bis Nankendorf abzuradeln. Dass Herrmann selbst auf das Rad steigt, damit hatte man offenbar gar nicht gerechnet, musste ihm doch auf mehrmalige Bitte erst ein Fahrrad besorgt werden. Am selben Tag war er von Erlangen nach Kulmbach mit dem Motorrad gedüst, um an der Biker-Sternfahrt teilzunehmen.


Dass gerade dieses Radwegestück eine große Bedeutung hat, unterstrichen mit ihrer bloßen Anwesenheit auch die örtlichen Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk (CSU) und Anette Kramme (SPD), Regierungspräsident Wolfgang Wenning und die Landtagsabgeordneten Christoph Rabenstein (SPD) und Gudrun Brendel-Fischer (CSU) sowie Landrat Hermann Hübner (CSU) und sogar Altlandrat Klaus-Günter Dietel (CSU).

Bürgermeister Edmund Pirkelmann erinnerte daran, dass dieser Radweg schon vor 17 Jahren erstmals geplant, dann aber immer teurer wurde. Zu den tatsächlichen Kosten von zwei Millionen Euro gibt der Freistaat 1,36 Millionen, der Landkreis 97500 Euro. Bleiben für die Stadt noch 592500 Euro als Eigenanteil.

Zwei Wünsche hatte Pirkelmann an den Innenminister: dass der Radwegebau bis Behringersmühle zügig weitergeht, und dass der Freistaat trotz der hohen Festbetragsförderung bei der Finanzierung noch etwas nachbessert, da das Projekt rund 170000 Euro teurer geworden ist. Denn schon in den nächsten Jahren müsse Waischenfeld 1,8 Millionen Euro in den Neubau des Kindergartens und weitere 1,8 Millionen Euro für ein neues Feuerwehrhaus investieren.

Wunsch erfüllt

Den ersten Wunsch konnte Herrmann sofort erfüllen. Schon nächstes Jahr begännen die Bauarbeiten für die weiteren Lückenschlüsse zwischen Waischenfeld und Doos sowie Doos und Behringersmühle, kündigte der Minister an. „Wir brauchen starke und unternehmungslustige Kommunen und Bürgermeister und das ist in Waischenfeld der Fall.“

Regierungspräsident Wenning gab er mit auf den Weg, die Regierung von Oberfranken möge wohlwollend prüfen, ob beim Zuschuss noch nachgebessert werden kann. Mit Blick auf den Fahrradtourismus kündigte er an, die Radwege auch in Franken weiter auszubauen. Möglich wird dies durch ein Sonderbaulastprogramm mit hoher Förderung, bei dem Kommunen selbst entscheiden können, ob sie Radwege bauen wollen. „Ich bin sehr gerne gekommen, weil ich selbst ein begeisterter Radler bin“, so Herrmann, dem Pirkelmann ein Tragerl Bier mit den sechs verschiedenen Bieren des Waischenfelder Brauereiwanderwegs und das Sterzl-Buch über Fraunhofer in Waischenfeld schenkte.

Landrat Hübner sprach von einer „tollen Teamleistung“ und einem „Meisterstück“, das das Büro Weyrauther in enger Abstimmung mit dem staatlichen Bauamt geplant hatte. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, so Hübner, der betonte, dass es ohne das staatliche Bauamt heute diesen Radweg nicht gäbe. Die Entscheidung war richtig, selbst wenn die Kosten pro 100 Meter mit einem einfachen Autobahnausbau vergleichbar sind. „Gottes Segen auf diesem schönen Stück fränkischer Heimat“, schloss Hübner.

„Manchmal gehen die Dinge eben erst voran, wenn sich die Bürger bemerkbar machen“, erinnerte Staatssekretär Koschyk an eine Stadtratssitzung, zu der aus Protest über den damals noch fehlenden Radweg rund 70 Bürger mit ihren Fahrrädern gekommen waren.

Der Radwegelückenschluss Waischenfeld-Nankendorf ist Bestandteil des Radwegekonzepts Fränkische Schweiz. Er stellt eine wichtige zwischenörtliche Verbindung im Radwegenetz zwischen Bayreuth und Forchheim. Der Geh- und Radweg ist durchgängig 2,50 Meter, an manchen Stellen sogar drei Meter breit und kann dort auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden. 

VON THOMAS WEICHERT


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