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Montag, 18.02.2019

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Manuel Stiefler im Finale zum "Tor des Jahres"

Hohenmirsberger Fußballer konkurriert mit Stars wie Toni Kroos, Nils Petersen oder Luka Jovic - 27.01.2019 14:46 Uhr

Der frühere Club-Amateur Manuel Stiefler spielt inzwischen beim Karlsruher SC. © Wolfgang Zink


Viele hatten den spektakulären Haken-Seitfallzieher bereits im Vorfeld der Auswahl zum "Tor des Monats", die Rhein-Neckar-Zeitung sogar zum Jahrhunderttor, deklariert. Ob es ein Tor letztlich dann in die fünf zur Auswahl stehenden Treffer schafft, ist oftmals Glückssache. Bei Stieflers Treffer stellte sich diese Frage eigentlich nicht: Zu spektakulär und selten sind solche Traumtore.

Strahlte nach seinem Super-Tor gegen Bochum und bei der Wahl vor dem Fernseher nochmal: Der Hohenmirsberger Manuel Siefler. © Bermel/Eibner-Pressefoto


"Am Anfang habe ich schon gedacht, dass ich damit eine Chance haben könnte", gab der 29-Jährige im März vergangenen Jahres rückblickend zu. Im Laufe der Trainingswoche mehrten sich dann aber die Zweifel beim bodenständigen Hohenmirsberger. Zum einen, da der Trainingsalltag und der Kampf um den Klassenverbleib mit seinem SV Sandhausen im Fokus standen, zum anderen, da die Konkurrenz hochkarätig war. Vor allem Dortmunds Michy Batshuayi und der bekanntermaßen große BVB-Anhang ließen das Thema bei Stiefler etwas aus dem Kopf schwinden. Man muss dazu wissen, dass das Tor von den Zuschauern per Telefonabstimmung gewählt wird. "Da war es eigentlich unrealistisch, dass ich gegenüber einem Dortmund-Spieler gewinne."

Die Zweifel verflogen allerdings wieder. "Zwei Tage vorher dachte ich dann wieder, dass es doch reichen könnte." Die prestigeträchtige Auszeichnung rückte wieder in den scheinbar möglichen Bereich. Was Stiefler zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Das Rennen war schon frühzeitig längst zu seinen Gunsten gelaufen. Die Sportschau-Macher informierten die Verantwortlichen des SV Sandhausen schon drei Tage vor Ende der Abstimmung darüber, dass der einstige Pottensteiner TSC-Jugendkicker nahezu uneinholbar vorne liegt.

Am Ende sackte Stiefler schier unglaubliche 33 Prozent der Wählerstimmen ab. "Ich glaube, ich muss ein Riesendankeschön in die Heimat schicken", sagte der gelernte Offensivmann damals, "da haben richtig viele alte Bekannte via Facebook die Leute motiviert, für mich abzustimmen!"

Und auch die Anhänger seines Clubs voteten offensichtlich für den Publikumsliebling. "Da merkt man schon, dass hier richtig Bewegung drin ist", freut sich Stiefler über die Unterstützung. Wenig verwunderlich: Schließlich stellte der Verein aus dem 14000-Seelen-Örtchen Sandhausen in seiner Vereinsgeschichte noch nie einen Torschützen des Monats. Jetzt schon.

Schon damals hat der heute 30-Jährige oberfränkische Fußballgeschichte geschrieben. Er ist erst der vierte Oberfranke, der ein "Tor des Monats" erzielt hat. Seit der damalige Regensburger Gerhard Faltermeier im März 1971 als erster Spieler überhaupt eines markierte, gelang dieses Kunststück nur dem Coburger Erich "Ete" Beer (11/1974 und 4/1976), dem aus Wallenfels stammenden Lorenz Günter Köstner (10/1975) und zuletzt im Jahr 2003 dem damals im Trikot des Halleschen FC kickenden Kulmbacher Florian Gogolok.

Wird der Hohenmirsberger, der früher bei der SpVgg Bayreuth, bei Greuther Fürth und beim 1. FC Nürnberg gekickt hat und aktuell beim Karlsruher SC unter Vertrag ist, gar der erste Oberfranke, der ein "Tor des Jahres" erzielt hat? Die Abstimmung wird es zeigen. Allerdings ist die Konkurrenz diesmal noch wesentlich prominenter, finden sich doch in der Endauswahl der zwölf schönsten Tore des Jahres 2018 auch Treffer von Top-Stars wie Toni Kroos, Nils Petersen, Luka Jovic, Jonas Hector, Marcel Risse oder Serdal Celebi. 

Abstimmung bis Sonntag Abend

Abgestimmt werden kann auf der Interseite der ARD-Sportschau noch bis Sonntag, 27. Januar, um 24 Uhr. Dabei kann nicht nur Stiefler gewinnen, sondern auch jeder Teilnehmer an der Wahl. Der Gewinnspielpreis: Eine siebentägige Expeditions-Seereise für zwei Personen mit Hurtigruten nach Norwegen und Spitzbergen. 

ANDREAS BÄR/RICHARD REINL

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