Sonntag, 24.03.2019

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Maschinenringe müssen sich neu orientieren

Landwirte nehmen Schädlingsbekämpfung mit Schlupfwespen und Klauenpflege für ihre Kühe gut an - 10.03.2019 23:26 Uhr

Michael Schatz (Mitte) ist künftig Ehrenvorstand des Maschinen- und Betriebshilferings Fränkische Schweiz. Dazu gratulierten der stellvertretende Vorsitzende Franz Stenglein und Vorsitzender Bernhard Hack (von links) sowie Geschäftsführer Manuel Appel und der weitere stellvertretende Vorsitzende Rainer Merz (von rechts). © Foto: Stephan Herbert Fuchs


"Wir wollen uns damit für die geleistete Arbeit bedanken", sagte Schatz’ Nachfolger Bernhard Hack aus Weilersbach, bei der Übergabe der Urkunde. Michael Schatz war von 1998 bis 2003 stellvertretender Vorsitzender, von 2003 bis 2018 erster Vorsitzender. Nach einem Jahr im Amt konnte Nachfolger Hack trotz leicht rückläufiger Zahlen eine positive Bilanz ziehen.

Demnach waren die Einsatzstunden von 15 703 auf 15 225 und der Verrechnungswert aller erbrachten Leistungen von gut 2,8 auf knapp 2,7 Millionen Euro zurückgegangen. Als Ursache nannte Geschäftsführer Manuel Appel die sinkende Zahl von Betriebshelfern. "Obwohl wir gute Konditionen bieten, haben die jungen Leuten keine Zeit mehr dafür", sagte Appel. Der Maschinenring sucht deshalb wie andernorts auch, händeringend Betriebshelfer, sei es in Voll- oder Teilzeit, nebenberuflich oder auch als Selbstständige.

Derzeit sind für den Maschinenring zwei Dorfhelferinnen, drei selbstständige und 29 nebenberufliche Kräfte sowie acht Betriebshelfer tätig, die über den Maschinenring Oberfranken Mitte (OMI) angestellt sind. In ihm sind die Maschinenringe Bayreuth-Pegnitz, Kulmbach und Fränkische Schweiz zusammengeschlossen. Drei der acht Betriebshelfer entfallen auf die Fränkische Schweiz.

Die Maschinenringe müssten sich langfristig neu orientieren, sagte Vorstand Bernhard Hack. Der klassische landwirtschaftliche Bereich werde langfristig nicht mehr das notwendige Potential bieten. Verstärkt dazu kommen müsse das Angebot von Dienst- und Serviceleistungen. Der Maschinenring Fränkische Schweiz sieht sich dabei zusammen mit den Partnerringen in Bayreuth und Kulmbach auf einem guten Weg.

Zu den neuen Angeboten, die bereits erfolgreich praktiziert werden, gehört beispielsweise die Bekämpfung des Maiszünslers mit Schlupfwespen, die per Drohne ausgebracht werden. Ein weiteres erfolgreiches Geschäftsfeld ist die Klauenpflege. Rund 9300 Kühe von 165 Kunden seien dabei im zurückliegenden Jahr betreut worden, berichtete Rüdiger Haase, der für die OMI-Außenstelle Fränkische Schweiz verantwortlich ist.

Mit Heißwasser gegen Unkraut

Neu dazukommen soll in diesem Jahr die Unkraut- und Schädlingsbekämpfung per Heißwasserthermie. Ganz ohne Chemie, nur mit kochendem Wasser und einer speziellen Vorrichtung gehen die Spezialisten vom Maschinenring dabei nicht nur gegen unerwünschte Pflanzen wie den Bärenklau vor, sondern auch gegen den überaus gefährlichen Eichenprozessionsspinner. Zu den Dienstleistungsangeboten werden aber auch weiterhin Baum- und Heckenpflegearbeiten und Schneeräumdienste gehören. Bei rund 80 Objekten im Ringgebiet ist der MR fränkische Schweiz dabei für den Winterdienst zuständig.

In seinem Grußwort appellierte der Forchheimer Landtagsabgeordnete Michael Hofmann (CSU) an die Bauern, sich vom Ausgang des Volksbegehrens "Rettet die Bienen", das die Landwirtschaft für alles verantwortlich mache, nicht aus dem Tritt bringen zu lassen. "Dieses Land braucht eine funktionierende heimische Landwirtschaft", sagte er. Noch deutlicher wurde der oberfränkische BBV-Präsident Herman Greif: "Nicht jeder, der einen Hamster im Käfig und einen Blumentopf auf dem Balkon hat, soll uns in Sachen Ackerbau und Viehhaltung reinreden."

Der Maschinenring Fränkische Schweiz hat 783 Mitglieder, sechs mehr als im Jahr zuvor, die zusammen eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 16 657 Hektar besitzen. Der Ring besorgt ferner die Geschäftsführung für das Biomasse-Heizwerk Hollfeld, die Bioenergie Hollfeld GmbH und die Regnitz-Jura-Düngetrac GbR. Die Geschäftsstelle wird zum 1. Juli von Heiligenstadt nach Aufseß ins ehemalige Gebäude der Raiffeisenbank in der Raiffeisenstraße 110 umziehen. 

STEPHAN HERBERT FUCHS

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