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Die Studenten sind ursprünglich Berliner, Sandra Kojima (28) und Matthias Petri (33). Sie wird Archäologin und kam vor drei Jahren nach Bamberg. Ihr Freund Matze folgte vor einem halben Jahr und macht gerade seinen Magister in Geographie. Beide erforschten die Natur um Betzenstein. „Die sind mir praktisch zugelaufen“, so Evelyn Auernheimer. Sie blieben, bauten ihr einen stabilen Holzpavillon, nachdem der alte aus Stoff „im Wind um die Ecke geschossen ist“, und können seitdem im Gegenzug zu etwas Hilfe am Wochenende kostenlos wohnen.
Sandra Kojima und Matze Petri durften auch auf dem Dachboden der Scheune „rumkrempeln“, so die Wirtin, und entdeckten dabei alles, was für den Guiness-Knödel nötig war. Den wollten sie basteln, weil Matze Petri festgestellt hatte: Es gibt hier unendlich viele Vögel. Ein paar Mini-Meisenknödel reichen da nicht.
„Es hat ein paar Versuche gebraucht“, so Sandra Kojima, bis beide wussten: Ein Bohrmaschinenrührstab mixt diese zähe Masse nicht, da braucht’s den alten Gasherd aus der Scheune. Der erhitzte einen blechernen Waschzuber und die Fettmasse schoss dann in einen Mörtelzuber. Kaum erkaltet, wurde das ganze wie ein Kuchen in ein altes Fischernetz gekippt, das früher die Wanddekoration in der Studentenbude war. „Es war reißfest, wir haben es getestet. Aber trotzdem haben wir es doppelt genommen“, so Sandra Kojima.
An eine alte Kette aus der Scheune gehängt, wurde das Ding zum Renner. „Da draußen tobt das Leben“, bestätigt Evelyn Auernheimer. Unzählige Blaumeisen kommen, auch Kleiber und ein Buntspecht. Amseln hocken am Boden und picken die Krümel weg. Inzwischen ist der Knödel gefilmt und mit seiner Konkurrenz verglichen: das Internet berichtet nur von einem Achtkilo-Trumm irgendwo. Also kann Matze Petri hoffnungsvoll die Guiness-Anträge ausfüllen.
Dass er überhaupt so einen Hang zum Knödel hat, könnte mit seinem Werdegang zusammenhängen. Er war nämlich zuerst Bäcker, dann Finanzbuchhalter und kam über den zweiten Bildungsweg zum Abitur. Das gleiche machte Sandra Kojima nach Realschule, FOS, kaufmännischer Ausbildung und einer Zeit als Arzthelferin.
Jetzt schreibt sie ihre Bachelor-Arbeit, und zwar zur Varus-Schlacht im Jahr 9 n.Chr. Denn ihr Spezialgebiet als angehende Archäologin sind nicht die klassischen Felder Griechenland, Ägypten und Italien, sondern die römischen Provinzen. Sie beteiligte sich schon im letzten Jahr an Grabungen auf dem Schlachtfeld bei Osnabrück und fährt heuer noch einmal hin. „Wir haben massenhaft Funde.“
Ihr ist auch nicht bange, nach dem Magister in zwei, drei Jahren ohne Job dazustehen: Wer sich im Studium gut anstellt, sagt sie, kommt weiter. Sie hat bei der Grabung schon gute Kontakte geknüpft. Vielleicht hilft auch der Guiness-Ruhm des Meisenknödels.



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