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Metal-Band „I spit ashes“ spielt im Konzert der Großen

Zwei Auerbacher und zwei Pegnitzer dabei — Plattenvertrag unterschrieben — Erstes Album kommt im Sommer - 05.05.2012

Wollen „Metal“-Geld verdienen: „I spit ashes“ — mit zwei Auerbachern und zwei Pegnitzern — hat jetzt einen Plattenvertrag. © privat


„Wir machen alles ganz anders als alle anderen.“ In der Musiker-Szene vom Amateurbereich bis zum professionellen Business wohl der am meisten gehörte Spruch. Auch Benjamin Müller aus Auerbach sagt diese Worte, erkennt die Zweifel in der Stimme seines Gesprächspartners blitzschnell — und feuert eine Salve von Argumenten ab, deren Intervall er selber kaum auf seinem Instrument spielen könnte.

Die Bühnenshow als Markenzeichen. © privat


„Wir haben“, legt der 25-Jährige mit der Dreadlock-Frisur los, „unsere Jugend hinter uns gelassen.“ Er meint die musikalische, in der seine Band wie viele andere dem Trend nacheiferte.

Schwarze Klamotten, düstere Texte, harte Klänge, Totenköpfe — Metal eben. „Aus der Szene sind wir nun raus und wollen nicht mehr ins Klischee dieser Musikrichtung passen“, sagt Benjamin. Also tatsächlich mal etwas anderes?

Licht ins Dunkel bringen

„Ja, doch“, entgegnet der Bassist, „zum Beispiel wollen wir auch keine der langweiligen Studio-Bands sein, sondern vor allem als Live-Band erfolgreich sein, den Zuschauern eine gute Show bieten.“ Was auf der Bühne im Konkreten abgeht, solle jeder selber herausfinden.

Einen Hinweis gibt aber schon der Bandname. „I spit ashes“ heißt „Ich spucke Asche“ und bezieht sich auf die Legende des Phönix. Der Vogel schlüpft dem Mythos nach aus seiner verbrannten Asche neu. Benjamin übersetzt: Das Alte soll Neuem weichen, neues Licht in die Dunkelheit strömen.“

Auch in den Texten der Band schwingt dieses positive Motto mit. Der Titel des ersten Albums lautet „Inhaling Blackness — Reflecting Light“: Dunkelheit einatmen, Licht zurückstrahlen. Ab dem 24. August ist die CD im Handel erhältlich. „Käuflich bei Müller und Media Markt“, erzählt Benjamin stolz. Die Platte wird über das Internet sogar weltweit vertrieben.

Darum kümmert sich das deutschlandweit erfolgreiche Label Massacre Records, das „I spit ashes“ nun unter Vertrag genommen hat. Obwohl die halbjährliche Bezahlung, die sich nach der Zahl verkaufter CDs richtet und für weitere Studioaufnahmen verwendet wird, allein nicht zum Leben reicht, haben die fünf Bandmitglieder längst beschlossen: „Jetzt wollen wir Profis werden.“

Knapp fünf Jahre ist es her, da wurde „I spit ashes“ als Drei-Mann-Projekt gegründet. Jeder der Beteiligten hatte schon Erfahrungen in anderen Gruppen gesammelt. Die beiden Gitarristen Emanuel Seis (26) und Bernhard Lindner (24) aus Pegnitz verstärkten sich später mit Sänger Benedikt Rathsmann (28) aus Murr am See, Bassist Benjamin Müller und schließlich Schlagzeuger Daniel Lammich (23) aus Auerbach.

An den ersten gemeinsamen Auftritt kann sich Benjamin Müller kaum noch erinnern. 2009 in Tauberbischofsheim, vermutet er, habe die

Band auf Einladung von befreundeten Musikern in einem Gaststätten-Nebenraum vor 150 Menschen ihr Debüt gegeben. Bereits kurze Zeit später spielten sie vor wesentlich größeren Kulissen. Auch, „weil wir zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Kontakte für uns haben arbeiten lassen“, verrät Benjamin.

Der Höhepunkt war aus seiner Sicht Ende 2010 ein gemeinsamer Auftritt in Stuttgart mit der bekannten Genre-Größe „Dark Tranquillity“ aus Schweden. In die angesagte Konzert-Location kamen damals fast 800 Leute.

Wacken als neues Ziel

Bis genug Songs für ein neues Album im Kasten sind, hat sich die Band ein neues Ziel gesetzt: Wacken 2012. Um beim weltgrößten Metal-Festival im August dabei zu sein, brauchen Benjamin und seine Kollegen eine Wild Card.

Die können sie gewinnen, wenn genügend Fans auf der Internetseite www.wackentube.com für ihr Musikvideo abstimmen. 

VON KEVIN GUDD

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