-1°

Sonntag, 17.02.2019

|

Michelfeld: "Bieraffen" & Co. stürmen närrische Manege

Prunksitzung des ASV begeistert mit Mischung aus Bewährtem und genialen neuen Ideen - 10.02.2019 16:55 Uhr

Der Tanz-Sketch der Fußballer war ein optischer und akustischer Höhepunkt der Michelfelder Prunksitzung. © Brigitte Grüner


Knapp sechs Stunden unterhielten die Narren des ASV Michelfeld bei der Premiere im Schenk-Saal ihr Publikum. Und immer, wenn im Laufe des Abends die "Michelfelder Hymne" ertönte, sangen viele Besucher begeistert "Wir werd’n a Großstadt" mit. Im Programm, das Präsidentin Elke Haberberger unter dem Motto "Nix als Zirkus mit den Narren" zusammengestellte hatte, gab es kaum Durchhänger. Die Akteure auf der närrischen Bühne verstanden es, ihren Gästen einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend zu bieten.

Bei einigen Nummern gab es ein willkommenes Déjà-Vu. Dazu zählten Manfred Kohl als Spocky und Ernst Schalanda als Captain Kirk, die diesmal zusammen mit Joachim Kroher bei der Söder-Mission "Bavaria One" am Start waren. Immer wieder genial sind auch Thomas Gsell und Thomas Kohl, die im Stil des mittelfränkischen Komikerduos Heismann&Rassau ihre Sprüche und Grimassen zeigten und munter plaudernd – Veitshöchheim ließ grüßen – durchs Publikum spazierten. Ausnahmslos "rote" Politiker waren bei der Premiere anwesend und mussten sich auf den Arm nehmen lassen.

Stets eine Augenweide ist der Auftritt der "Black Magic Women", die sich heuer Schwarzlichtzirkus nannten. Im dunklen Saal kamen die mit Blaulicht angestrahlten weißen oder neonfarbigen Outfits und Figuren bestens zur Geltung.

Doris Mauser und Sabine Mühlberger mimten indes durchschnittliche Ehefrauen älteren Semesters, die über ihre Männer und andere Frauen ablästerten und nebenbei Schauspielkunst und Musikalität bewiesen. Weitere Themen der Sketche und in der Bütt waren Fitness-Armbänder, ein romantisches Dinner und ein Bestattungsinstitut für Hühner. Steinzeit-Männer stürmten wild gestikulierend die Narrenbühne, auf der Jalas alias Thomas Ziegler mit Bierkrug-Socken zuvor über den Gerstensaft philosophiert hatte. Humorvolle – teils auch ernsthafte – Kritik an der lokalen und überregionalen Politik übte "Mönch Meier" (Manfred Kohl) aus dem 900 Jahre alten Kloster Michelfeld.

Neben den Nummern, die regelmäßige Prunksitzungs-Besucher in ähnlicher Art schon einmal gesehen hatten, gab es ganz neue, geniale Ideen im Michelfelder Fasching. Die Youngsters des ASV machten Laune mit ihrem "Kakerlakofon". Die putzigen grünen Tierchen kannten nur einzelne Wörter aus Liedzeilen, die von den prominenten Mitspielern Heiner Krodel und Karl Merkl erraten werden mussten. Die Kakerlaken-Handpuppen bedienten Leon Haberberger, Silas Kohl, Nico Metschl, Jannik Rupprecht und das Prinzenpaar Jenny und Andreas Beyer.

Odelgroubn-Boum

Neun Männer in Frauen-Outfits, neun verschiedene Charaktere und neun gesungene Berufsbeschreibungen: Das war eine der Top-Nummern des Abends, dargestellt von den "kreiznarrischen Odelgroubn-Boum", die unter anderem als Polizistin, Krankenschwester, Domina und Oma auftraten.

Die „Jungen Christen“ kamen als „Bieraffen“ auf die Bühne. © Brigitte Grüner


Die Michelfelder sind gute Sänger und Musiker. Das wurde bei mehreren Auftritten deutlich. "Die Roussinis" mit Frontfrau Ulrike Friedl und den Sängern Reinhold Gradl und Richard Haberberger etwa sorgten mit Faschingshits, die mit modernen Rhythmen gesungen wurden, für Stimmung. Musik ist auch das gemeinsame Hobby der "Jungen Christen", die diesmal als "Bieraffen" daherkamen und den Bürgermeister kurzerhand zum "König im Affenstall" deklarierten. Musikalisch war auch die "Dressour" von Melanie Dietl und Ernst Schalanda.

Freunde des Tanzsports kamen im Schenk-Saal ebenfalls auf ihre Kosten. Ob zackiger Gardetanz mit Standspagat, mitreißender Schautanz oder gekonnte Auftritte der jüngsten Tänzer im Verein: Man sah bei allen Nummern, dass viel Mühe und Trainingsfleiß nötig waren, um die aktuellen Choreografien derart souverän zu präsentieren. Großen Applaus bekamen die Tanzmariechen Saskia Schmiedl und Sophie Weber. Die Aktivengarde gab nach ihrem internationalen Schautanz mit Melodien aus Italien, Russland und Brasilien kurz vor dem Finale sogar noch die geforderte Zugabe. Mit Stimmungshits punktete das Männerballett "Hot Chicks". Die Tänzer stürmten zunächst als schicke Piloten die Bühne und beendeten ihre Choreografie in Badeshorts.

Einen guten Griff hatten die Michelfelder mit ihrem Prinzenpaar aus Auerbach getan. Jenny I. und Andi I. waren nicht nur sympathische Regenten des Narrenvolkes, sondern spielten auch bei diversen Nummern mit. Auch ihre närrischen Gesetze hatten es in sich. So muss die Metzgerei von Christian Trenz in der Faschingszeit eine Wurstsuppe zum Preis von 1,11 Euro als Mittel gegen Kater abgeben. Die Elferräte wurden verpflichtet, bunte Unterwäsche zu tragen, und zeigten gleich stolz ihre farbig bedruckten Socken.

Bilderstrecke zum Thema

"Nix als Zirkus mit den Narren": ASV Michelfeld feiert Prunksitzung

Unter dem Motto "Nix als Zirkus mit den Narren" begeisterte die Faschingsgesellschaft des ASV Michelfeld bei der Sitzungspremiere mit schönen Choreografien, Wortwitz, lustigen Liedern und Sketchen sowie jeder Menge Klamauk.


 

BRIGITTE GRÜNER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Michelfeld