Dienstag, 20.11.2018

|

zum Thema

Mietpreller zu Geldstrafe verurteilt

31-Jähriger muss 2000 Euro zahlen — Verfahren gegen Ehefrau gegen Arbeitsauflage von 30 Stunden eingestellt - 22.05.2018 16:31 Uhr

Vor Gericht erschien das junge Paar mit seinem kleinen Sohn, weil es keinen Babysitter auftreiben konnte. Die beiden Angeklagten spiegelten dem Vermieter vor, dass sie zahlungsfähig seien; sie gaben ihm sogar eine freiwillige Selbstauskunft. Zu den Vorwürfen schwiegen der 31-jährige Mann und seine 20-jährige Frau.

Als erster Zeuge kam der ehemalige Vermieter zu Wort. Die junge Familie interessierte sich für die Wohnung — der Vermieter gab sie ihnen. Im Juli letzten Jahres unterschrieben sie den Mietvertrag mit einer Miete 300 Euro. Bis März blieben sie in der Wohnung, beglichen aber nur zweimal ihre Miete. In einem Zivilprozess wurde ein Vergleich geschlossen, dass sie 100 Euro monatlich zahlen müssen und so ihre Mietschulden begleichen.

Eidesstattliche Versicherung

Nach den ausbleibenden Zahlungen nahm der Vermieter dann Kontakt mit dem vorherigen Vermieter auf und fand heraus, dass auch dort keine Miete gezahlt wurde. "Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die Wohnung nicht an die beiden vermietet", erklärte der Zeuge. Hinzu kam, dass er auch nicht wusste, dass der 31-Jährige eine eidesstattliche Erklärung abgegeben hatte. "Ich gab nie eine eidesstattliche Erklärung ab", sagte der Angeklagte. Das stellte sich aber als falsch heraus.

Als zweiter Zeuge kam der Vorvermieter zu Wort. Bei ihm wohnten sie von Dezember 2016 bis Juli 2017. Das Paar blieb auch dort die Miete schuldig. Lediglich eine halbe Monatsmiete wurde bezahlt, nachdem der Gerichtsvollzieher sein Kommen angekündigt hatte. Als der Vermieter mitteilte, Strom und Wasser abzustellen, drohte der Beschuldigte damit, das Kellerfenster einzuschlagen. Zum Schluss erließ der Zeuge die Mietschulden, denn ihm war bewusst, dass bei den beiden nichts zu holen war. Auch bei den Vermietern, die dem Angeklagten vorher schon eine Wohnung vermieteten, hat er noch Schulden.

Nach den Zeugenvernehmungen war klar, dass der Angeklagte alles regelt — auch das finanzielle für seine Frau und das gemeinsame Kind. Das Verfahren gegen sie wurde gegen eine Arbeitsauflage von 30 Stunden eingestellt. Für den angeklagten Mann forderte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten auf Bewährung, denn er war schon einschlägig vorbestraft, und der Schaden war mit über 1000 Euro auch nicht unwesentlich. "Es ist passiert und tut mir leid, ich gelobe Besserung", sagte der Mann,

Ermahnung des Richters

Richter Alois Meixner verurteilte den 31-jährigen Mann zu einer Geldstrafe von 2000 Euro . Außerdem muss er die Kosten des Verfahrens übernehmen. "Ihnen muss klar sein, dass es beim nächsten Mal eine Freiheitsstrafe gibt", ermahnte Richter Meixner den Angeklagten zum Schluss noch einmal eindringlich. 

NADINE GEBHARD E-Mail

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Bayreuth