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Mit drei Promille in die falsche Richtung

Exakt vor 40 Jahren forderte ein schweres Zugunglück bei Zips drei Todesopfer - 05.01.2012

PEGNITZ  - Exakt 40 Jahre ist es her, dass einer der schrecklichsten Unglücksfälle – abgesehen vom Hubschrauberabsturz auf der Fischelhöhe – über die Stadt hereingebrochen ist: Menschliches Versagen war Schuld, dass zum Jahreswechsel 1971/1972 nahe Zips ein Güterzug mit einer entgegenkommenden Lokomotive zusammengeprallt ist. Die Karambolage forderte drei Menschenleben.

Tragischer Bahnunfall vor 40 Jahren. Dabei gab es einen Zusammenstoß einer Diesellokomotive mit einem Güterzug.
Tragischer Bahnunfall vor 40 Jahren. Dabei gab es einen Zusammenstoß einer Diesellokomotive mit einem Güterzug.
Foto: Brendel/Archiv
Tragischer Bahnunfall vor 40 Jahren. Dabei gab es einen Zusammenstoß einer Diesellokomotive mit einem Güterzug.
Tragischer Bahnunfall vor 40 Jahren. Dabei gab es einen Zusammenstoß einer Diesellokomotive mit einem Güterzug.
Foto: Brendel/Archiv

Am 30. Dezember 1971 musste ein Lokführer bei der Überführung einer Diesellokomotive im Bahnhof Pegnitz einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Dabei ist er eingeschlafen und musste später geweckt werden, als er auf das Freigabesignal für seine Strecke nicht reagiert hat. Zum Schrecken aller fuhr er anschließend aber nicht in Richtung Neuhaus/Pegnitz weiter, sondern entgegensetzt wieder zurück in Richtung Schnabelwaid, von wo her er gekommen war.

Obwohl der Bahnhof Schnabelwaid sofort alarmiert wurde, war das sich anbahnende Unglück nicht mehr aufzuhalten: Ein Güterzug aus Bayreuth, der leere Tankwagen zurück nach Nürnberg bringen sollte, hatte die Station bereits in Richtung Pegnitz passiert.


200 Meter südlich von Zips kam es dann zum folgenschweren Zusammenstoß: Der Aufprall, bei dem sich beide Lokomotiven regelrecht ineinander bohrten, war so heftig, dass die Diesellok über 200 Meter entgegen ihrer Fahrtrichtung zurückgeschoben worden ist.

Der Führer der Diesellok, der den Unfall verursacht hatte, war sofort tot, auch dem Heizer im Güterzug, der

im Führerstand eingeklemmt war, konnte der sofort herbeigeeilte Notarzt Dr. Robert Brommer nicht mehr helfen. Sein Tod war besonders tragisch, befand er sich doch auf seiner letzten Dienstfahrt, bevor er in der Werkstatt einen neuen Arbeitsplatz erhalten sollte. Der Hauptlokführer, der beim Zusammenprall aus dem Zug gesprungen ist, wurde schwer verletzt in das Pegnitz Krankenhaus gebracht, wo er aber drei Wochen später ebenfalls seinen schweren Verletzungen erlegen ist.

Explosion drohte

Die Polizei löste damals sofort Katastrophenalarm aus, weil befürchtet wurde, dass der Kessel der Güterzug-Dampflok explodieren könnte. Auch die Bergung der teils umgestürzten Tankwagen gestaltete sich schwierig.

Obwohl mit einem aus Nürnberg angeforderten Hilfszug noch in der Nacht mit den Aufräumungsarbeiten begonnen worden ist, dauerten die Behinderungen auf der Strecke bis zum Neujahrstag an.

Die ineinander verkeilten Lokomotiven wurden dabei in den Bahnhof Pegnitz geschleppt, wo sie in den nächsten Tagen zur Publikumsattraktion geworden sind. Als Ursache wurde später eindeutig menschliches Versagen festgestellt, hatte doch der Lokführer, als er in die falsche Richtung losfuhr, über drei Promille Alkohol im Blut. 

rr


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