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Zum Sieden brachten die Nachtschwärmer als „Benagaza Stadtpiraten“ die Stimmung. Musikalisch solidarisierten sie sich in ihren Bänkelreimen mit dem gerade erst bei einer CSU-internen Kandidatenwahl unterlegenen Manfred Vetterl und sangen trotzig auf den scheidenden Bürgermeister in der ersten Reihe deutend: „Immer bist du der Bestimmer“. Der Nachtschwärmer-Kommentar zu den Kandidaten Raab und Hempfling: „A Neudorfer und a Kassenwart, auf die hamma grad noch gwart“. Ihr Abgesang auf die neue Halle am Wiesweiher: „Was waas ich, was des is, des waas kaana.“
Mitleid mit den Neudorfern hatte die zu Topform aufgelaufene Büttenrednerin Petra Rosam. „Die werden zersägt von der Autobahn, gegrillt vom Lärm, geblendet von der Rastanlage bei Nacht, von spitzen FAUN-Kränen überwacht und vom roten Uwe verführt.“ Sie betrachtete die Zeitläufe von der Warte der Schweinehändlerstatue am Schweinemarkt aus: „Wir haben damals um Viecha gehandelt, jetzt wird mit Bürgermeisterkandidaten gehandelt.“ Das Angebot an Kandidaten sei „einfach zu groß“. So seien „die einen beleidigt, die anderen treten zurück, und alle anderen wollten es sowieso nie machen“. Unter dem Gelächter der Gäste wurden für die unterlegenen Bewerber Taschentücher verteilt.
Sogar die Kirche bekam ihr Fett ab. „Wie zich Jahre vorher der Pfarrer Reus wollte der neue Pfarrer Klamt in die Garage vom Pfarramt einparken.“ Rumms. „Beim ersten Mal rasierte er beide Außenspiegel seines Autos ab.“
Der Schweinehirt feiert heuer am Kerwasamstag 30. Geburtstag. Er steht bei Wind und Wetter draußen. Doch in Pegnitz „sagt ihr jedes Fest im Sommer vorsichtshalber ab, ihr Weicheier“.
Aber auch Nachbarkommunen blieben nicht ungeschoren. In Pottenstein jagte die „todesmutige“ Polizei gefährlich aussehende, Schwarz-Vermummte. Es waren aber bloß frierende KSB-Mitarbeiter aus Arabien. In Auerbach wurden die „heiligen“ Teile des bronzenen Auerochsen von wohlmeinenden(?) Frauen liebevoll bestrickt. Bürgermeister Neuß ließ diesen Vollwärmeschutz flugs entfernen. Rosams Pegnitzer Narrenecho: „Dabei wird uns Bengazern sonst immer vorgeworfen, wir würden keinen Spaß verstehen.“
Seine Aufgabe aus dem Rathaussturm löste Bürgermeister Manfred Thümmler mit dem närrisch kostümierten Stadtrat ein. „Als Hexenmeister hat man’s schwer, als Bürgermeister noch viel mehr.“
Gemeinsam intonierten sie das „fränkisch-modern“ umgedichtete Steigerlied. Günter Bauer legte als alternde Diva im blau-weißen Ringelbadeanzug einen begeistert bejohlten Beinahestrip hin. Fasching pur in Pegnitz!
Um eine versöhnliche Note bemühte sich Thümmler gegenüber der diesmal pausierenden Bengaza-Hausfrau Jutta Siewert. „Ich weiß, ihre Kritik war stets gut gemeint, das ist es, was uns letztlich im Geiste vereint.“
Um die Thümmler-Nachfolge ging es auch in einem originellen Sketch um den „B-Faktor“, den „Bengaza Faktor“. Hier brachte sich Sketch-Autor Daniel Nowak in einer glänzenden Persiflage auf Supermoderator Thomas Gottschalk als neues Stadtoberhaupt ins Gespräch. Auch „von und zu Schloßberg“ (alias Guttenberg) gehörte zu den Bewerbern. In der Jury: „Gretl Gregori“ und „Klara Cabriosol“.
Ebenso atemberaubend wie temporeich zahlreiche tänzerische Einlagen. Grandioses Finale die Prinzengarde (Trainer: Claudia Wagner, Andrea Nowak) mit ihrem wirbelnden Schautanz „Russland ist ein schönes Land“. Als Rasputin unübertroffen: Daniel Nowak.
Ausdrucksstark in wunderschönen, selbst genähten Saris: das Pegnitzer Damenballett bei der „Miss-World-Wahl in Indien“ (Trainer: Daniel Nowak). Schnelle Figuren- und Formationswechsel versetzten die Zuschauer immer wieder in Erstaunen.
Um Männerträume wie „schöne Frauen“, „Autos“, „Geld“ und „Essen“ ging es beim von Katja Neugebauer einstudierten Auftritt des Männerballetts.
In großer Präzision legte die wettkampfgestählte Prinzengarde ihren Gardetanz hin. In Fantasiewelten entführte die Jugend1 beim Schautanz „Feen und Kobolde“. Ein Augenschmaus auch der Juniorenschautanz aus dem „Süßwarenladen“ (Matthias Kirsch). Mit hohem Putzigkeitsfaktor der Auftritt der „Früchtchen“ im „Zoo“, mitreißend der „Tanz der Puppen“ (Jugend 2). Virtuose Einlagen kamen von Tanzmariechen Laura Keller und Jugend-Tanzmariechen Lisa Schoberth.
Am zweiten Abend bekam das Tanzpaar Ronja Wätzold und Jonas Meyer (Kinderprinz von 2010) einen unglaublich großen, bewegenden Beifall wegen ihrer exzellenten Körperbeherrschung.
Genauso gut war Janina Nowak als Tanzmariechen: sehr schwer tanzbare, moderne Musik und anspruchsvolle Figuren. Aber sie verletzte sich in der Schlussphase. Dr. Peter Keller (war im Publikum) und Dr. Kerstin Bößl (ist im Schminkteam und Damenballett) beruhigten aber: kein Bänderriss.
Mit Gags brillierten Lukas Ziegler und Jona Neuner in der Jugend-Bütt. Unter den Gastgarden besonders erwähnenswert: der Hollfelder Schautanz „Lass dich verführen“ und der Vampirtanz der Michelfelder Prinzengarde.
Mehr Bilder: www.nn-peg.de



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