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Moderne Kunst elektrisiert förmlich beim Betrachten

Werke des Spaniers Ramon de Jesus Rodriguez im Bürgerhaus — Arbeiten lassen sich in kein Korsett zwängen - 13.01.2013 11:00 Uhr

AUERBACH  - Das Bürgerhaus in Auerbach bekommt internationalen Flair, genauer gesagt, spanischen und dazu einen hochklassig künstlerischen: Bis 30. Juni hat dort der Künstler Ramón de Jesús Rodríguez, der seit drei Jahren Bürger der Stadt Auerbach ist und mit seiner Familie in Ranna lebt, seine Gemälde ausgestellt.

Kunst, die „elektrisiert“, ist im nächsten halben Jahr im Auerbacher Bürgerhaus zu sehen. Im Bild Bürgermeister Joachim Neuß (von links), Ramon de Jesus Rodriguez sowie Ehefrau Sabine Klier bei der Vernissage.
Kunst, die „elektrisiert“, ist im nächsten halben Jahr im Auerbacher Bürgerhaus zu sehen. Im Bild Bürgermeister Joachim Neuß (von links), Ramon de Jesus Rodriguez sowie Ehefrau Sabine Klier bei der Vernissage.
Foto: Klaus Trenz
Kunst, die „elektrisiert“, ist im nächsten halben Jahr im Auerbacher Bürgerhaus zu sehen. Im Bild Bürgermeister Joachim Neuß (von links), Ramon de Jesus Rodriguez sowie Ehefrau Sabine Klier bei der Vernissage.
Kunst, die „elektrisiert“, ist im nächsten halben Jahr im Auerbacher Bürgerhaus zu sehen. Im Bild Bürgermeister Joachim Neuß (von links), Ramon de Jesus Rodriguez sowie Ehefrau Sabine Klier bei der Vernissage.
Foto: Klaus Trenz

„Ein spanischer Künstler von internationalem Rang“, wie Bürgermeister Joachim Neuß am Donnerstag bei der Vernissage meinte. Mit dem Bürgerhaus habe man einen passenden und würdigen Rahmen für diese Werkschau geschaffen. Dies sei keine Pflichtaufgabe der Stadt, aber insofern eine lohnenswerte Initiative, weil sie die Entwicklung der Stadt auf dem künstlerischen Sektor voranbringt. Neuß bezeichnet die Kunst von Rodríguez als „moderne Kunst, die sich in kein Korsett zwängen lässt“. Er gehe seine eigenen Wege, die am ehesten der Pop- und Street-Art oder der Illusionsmalerei zuzuordnen sei.

Rodríguez selbst ließ seinen Schwager und Freund Stefan Lindenberger für sich sprechen. Der Künstler lernt zwar intensiv Deutsch, aber seine komplexe Auffassung seiner Kunst ließ er lieber „dolmetschen“, vermittelte Lindenberger die Gedanken hinter seiner Arbeit. Rodríguez bezeichne seinen Stil als elektisch. Er verarbeite und vermische Stile von abstrakt bis realistisch, von romantisch bis zur Pop-Art. Er wende dabei immer klassische Gestaltungskonzepte an, da es ihm wichtig sei, dass seine Bilder ästhetisch wirken. In ihnen will er eine Spannung zwischen Farben und Formen, Bewegungen und Themen sowie der Intensität entstehen lassen. Dadurch wolle er ihnen ein „eigenes Leben“ geben. Seine Bilder zeigen oft eine Symbolsprache, es finden sich Themen aus der griechischen und modernen Mythologie. In seinen neueren Werken verarbeitet er Themen wie: Zeitlosigkeit, Erinnerung, Interessante Personen, Biblische Szenen und eindrucksvolle Landschaften. Er will in seinem neueren Schaffen „eine poetische Beziehung“, Deshalb findet man oft zwei oder mehrere Themen auf einem Bild, die in eine vollkommene Balance oder Ausgeglichenheit gesetzt werden.

Raum für Gedanken


Lindenberger wünschte den zahlreichen Gästen bei der Vernissage und künftigen Besuchern des Bürgerhauses (neuester Stand seit Eröffnung: rund 2000) „viele schöne und erbauliche Momente“ bei der Betrachtung der Bilder. Man soll sich einlassen auf diese phantastische Bilderwelt und sich Raum schaffen für den Lauf eigener Gedanken. Man solle aber auch den Gesamteinruck auf sich wirken lassen.

Rodríguez absolvierte von 1986 bis 1991 an der Universität von Barcelona den Studiengang der schönen Künste. Hierbei war er regelmäßig Kursbester und hat auch sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Er hat mit verschiedenen wichtigen spanischen Künstlern zusammengearbeitet und schon Ausstellungen unter anderem in New York und Amsterdam bestückt. Zudem arbeitete er an Videoproduktionen mit, gestaltete Werbekulissen und ist Verfasser von Standardwerken und Unterrichts- und Ausbildungsmaterialien, die sich mit Kunsttechniken befassen. Vor drei Jahren zog er mit seiner deutschen Frau Sabine Klier und seiner Tochter nach Ranna. 

KLAUS TRENZ


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