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Museums-Macher haben noch viele Ideen

Allerdings gehen für Ausstellungen des Monats bald die Exponate aus — Besucherzahlen gehen zurück - 20.11.2014 19:16 Uhr

Das Stadtmodell von Christian Bauer im museum34 in Auerbach lebt auch vom Detailreichtum. Es ist noch bis Ende Februar ausgestellt. Dann wird daran weitergearbeitet.

Das Stadtmodell von Christian Bauer im museum34 in Auerbach lebt auch vom Detailreichtum. Es ist noch bis Ende Februar ausgestellt. Dann wird daran weitergearbeitet. © Foto: Klaus Trenz


Im Jubiläumsjahr habe man „nicht ganz so viele Aktivitäten entwickeln können, wie wir uns das gewünscht haben“, sagte Vorsitzender Joachim Neuß bei der Hauptversammlung der Museums-Macher. Dies solle aber „nicht unzufrieden“ klingen. Immerhin habe man sich dem Jubiläumsjahr „teilweise unterwerfen“ müssen, immerhin den Museumsbetrieb durch ehrenamtliches Engagement aufrechterhalten können und die Zielsetzungen seien „gelungen“.

Beide Sonderausstellungen — ein Rückblick auf die beiden vergangenen Jubiläumsjahre (650 und 675 Jahre Stadt Auerbach) sowie die von Christian Bauer ausgearbeitete und noch laufende Ausstellung, die das historische Stadtbild zeigt — seien gut angekommen. Das Stadtmodell ist noch bis Ende Februar zu sehen, dann geht es zurück an seinen Erbauer, der dann daran weiterarbeitet.

Forum für Hobbykünstler

Luftbilder aus dem Jahr 1958 und die Eisenbahn in Auerbach werden die Themen der Sonderausstellungen im nächsten Jahr sein. Im ersten Halbjahr 2016 will man Auerbacher Hobbykünstlern ein Forum geben und im zweiten Halbjahr 2016 sollen ehemalige Brauereien und Gaststätten im Blickpunkt stehen.

Das Vorhaben, jedes Monat ein neues Exponat vorzustellen, hat man nicht durchhalten können. „Wir mussten den Monatszyklus unterbrechen“, sagte Neuß. Der Appell an die Bevölkerung, Dachböden und Keller nach Exponaten zu durchforsten fiel öfter. Auch vonseiten des Stadtarchivars Hans-Jürgen Kugler, der sich mehr Mitarbeit der Auerbacher wünscht, „an der Präsentation unserer lokalen Geschichte mitzuarbeiten“. Auch Dinge, die wertlos erscheinen, können für den Heimathistoriker von Wert sein: „Die Leute wissen oft nicht, welche Schätze sie haben.“ Neuß dazu: „Die alten Sachen sollten nicht auf den Wertstoffhof, sondern zu Kugler.“

Als weitere Zielsetzung hat man sich eine „Institutionalisierung“ von Stadtführungen vorgenommen. Es können beispielsweise wieder Führungen auf den Kirchturm angeboten werden, nachdem versicherungstechnische Angelegenheiten nun geklärt seien. Darüber hinaus versucht man die Präsentation im museum34 zu „optimieren“, wie Neuß erklärte. Die aus Amberg gestifteten Vitrinen hätten sich bezüglich ihrer Handhabung „als zu aufwendig“ erwiesen. Neue Vitrinen sollen mehr Flexibilität ermöglichen.

Mehr Werbung

Demnächst sollen beide Museen auch auf einer eigenen Internetseite präsentiert werden. Auch durch einen Werbeflyer erhofft man sich einen höheren Bekanntheitsgrad der Museen. In der Diskussion steht man wegen Amateurfilmen, die die 675-Jahr-Feier zeigen. Marianne Mimler-Hofmann hält das Filmmaterial für qualitativ schlecht, „langatmig und anstrengend“. Die Besucherzahlen des museum34 haben seit seiner Eröffnung deutlich abgenommen. Waren es 2012 noch knapp 1800 und im Jahr darauf noch knapp 1400 Besucher zählte man im aktuellen Jahr bis dato nur 828. Die Besucherzahl wird am Jahresende, nach einer Hochrechnung von Neuß, wohl kaum die 1000er-Marke überschreiten. „Es ist selbstverständlich, dass die Zahl abnimmt“, so Neuß zur Besucherstatistik.

Kugler sieht dem Abschluss der Digitalisierung des Stadtarchivs entgegen. Von „etlichen Zehntausend“ Akten seien rund 95 Prozent erfasst. Dann wird es ein sogenanntes Findbuch (Verzeichnis der Archivalien) geben, das auch im Internet eingesehen werden kann. Neuß wies darauf hin, dass das Stadtarchiv auch neue Räume bekommt. Dann, wenn der südliche Gebäudetrakt der Grundschule generalsaniert wird. Das Archiv werde dann baulich von der Schule abgetrennt und bekomme einen eigenen Zugang. Auch um es „museumsähnlich“ betreiben zu können.

Kassier Georg Büttner berichtete von einer sich positiv entwickelten Vermögenslage des Museumsvereins. Man könne damit die beiden Museen „tatkräftig unterstützen“. Derzeit habe der Verein 36 Mitglieder.

Es standen bei der Hauptversammlung auch Neuwahlen an, die kaum Veränderungen ergaben. Erster Vorsitzender bleibt Joachim Neuß. Hans-Jürgen Kugler wurde ebenfalls einstimmig zum zweiten Vorsitzenden wiedergewählt, ebenso wie Georg Büttner als Kassier. Lediglich der Posten der Schriftführerin musste neu besetzt werden, nachdem sich Sabine Wiesent nicht mehr zur Wahl stellte. Künftig hat Marianne-Mimler-Hofmann das Amt inne. Als Beisitzer wurden Horst Rössl, Rudolf Weber, Josef Schaller, Christian Bauer und Sieglinde Kubitza gewählt. 

KLAUS TRENZ

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