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Nach Abwasser-Streit: Neue Regelung für Nachbarn

Waischenfeld und Plankenfels schließen Vereinbarung ab — Ausstehende Gebühren bis 2015 werden jetzt gezahlt - 21.09.2017 08:58 Uhr

Ortsansicht von Waischenfeld. © Thomas Weichert


Plankenfels hat ein Problem: Die Gemeinde besitzt keine eigene Kläranlage und ist daher gezwungen, ihr Schmutzwasser in die Anlage nach Waischenfeld zu pumpen. Das geschah auch über Jahre hinweg.

Bis die Sache den Plankenfelsern zu teuer wurde. Sie zweifelten den von ihnen zu tragenden Kostenanteil an, verweigern seit 2015 Gebührenzahlungen. Das wurde dem Stadtrat in Waischenfeld wie auch dem Bürgermeister und der Rathausverwaltung irgendwann zu bunt — und so kündigte man den Vertrag mit Plankenfels zum Jahresende.

Das wiederum setzte die Plankenfelser unter Zugzwang. Sie ließen doch wieder etwas von sich hören, suchten das Gespräch mit der Nachbarkommune. Auch das Landratsamt wurde eingeschaltet, um bei der Gestaltung einer neuen Vereinbarung die rechtliche Seite zu beurteilen.

Jetzt also die Einigung, bei der von Plankenfels der eine oder andere Passus mit ein wenig Zähneknirschen akzeptiert wurde, sagte Bürgermeister Edmund Pirkelmann in der Stadtratssitzung am Dienstagabend. Wie zum Beispiel bei der Regelung, dass die Wasserwarte aus Waischenfeld jederzeit berechtigt sind, auch auf Plankenfelser Grund nach dem Rechten zu sehen, Proben zu entnehmen oder Messdaten zu begutachten.

Vor allem dann, wenn Probleme auftreten. "Unsere Leute sagen, es gehe einfach nicht, dass sie jedes Mal erst eine Genehmigung einholen müssen, das wäre viel zu aufwändig", so Pirkelmann.

Diese Kröte mussten die Plankenfelser ebenso schlucken wie die Tatsache, dass auf der gesamten Strecke zwischen ihrem Ort und Waischenfeld ein einheitlicher Abrechnungswert angesetzt wird. Plankenfels argumentierte, dass in einzelnen Abschnitten unterschiedliche Mengen an Abwasser in die Leitung fließen, dass diese daher einzeln bewertet werden müssten.

Das Landratsamt sah das anders, plädierte für ein Verhältnis im ganzen Bereich: 65 Prozent entfallen auf Waischenfeld, 35 auf Plankenfels. Das wurde auch vertraglich so festgelegt.

Der Stadtrat segnete die neue Vereinbarung einstimmig ab, am kommenden Montag muss nun der Plankenfelser Gemeinderat nachziehen.

Aus Sicht von Bürgermeister Pirkelmann "wurde dabei niemand über den Tisch gezogen". Die Lösung sei auch gut für die Bürger von Plankenfels, "denn ohne Regelung hätten sie die Folgen bezahlen müssen".

Apropos zahlen: Die Gemeinde Plankenfels erklärte sich auch bereit, die fehlenden Gebühren für 2015, 2016 und die Vorauszahlung für 2017 zu überweisen. Dabei geht es unter dem Strich um eine Summe von rund 50.000 Euro. 

STEFAN BRAND

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