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Nach Protest: Lastwagen machen einen Bogen

Erfolg für Anwohner der Alten Poststraße: Lieferverkehr steuert neues Einkaufszentrum über Kreisel an - 17.04.2012 18:47 Uhr

PEGNITZ  - Aufgebrachte Anwohner, Kritik an den Plänen und Furcht vor einem Verkehrschaos auf der Bundesstraße: In der Bürgerversammlung im Saal des Feuerwehrhauses kochten die Emotionen teilweise hoch.

Links unten sollte eigentlich die Zufahrt von der Alten Poststraße zum neuen Einkaufszentrum entstehen. Nach Protesten fahren die Lastzüge über den Kreisel ein. Von dort geht es über die Parkplätze zur Rückseite der Märkte. <autor>Grafik: Robl
Links unten sollte eigentlich die Zufahrt von der Alten Poststraße zum neuen Einkaufszentrum entstehen. Nach Protesten fahren die Lastzüge über den Kreisel ein. Von dort geht es über die Parkplätze zur Rückseite der Märkte. Grafik: Robl
Links unten sollte eigentlich die Zufahrt von der Alten Poststraße zum neuen Einkaufszentrum entstehen. Nach Protesten fahren die Lastzüge über den Kreisel ein. Von dort geht es über die Parkplätze zur Rückseite der Märkte. <autor>Grafik: Robl
Links unten sollte eigentlich die Zufahrt von der Alten Poststraße zum neuen Einkaufszentrum entstehen. Nach Protesten fahren die Lastzüge über den Kreisel ein. Von dort geht es über die Parkplätze zur Rückseite der Märkte. Grafik: Robl

Das geplante Einkaufszentrum auf dem Gelände von Küfner und der Gärtnerei Dörfler sowie der Umzug von Obi zum jetzigen Rewe-Standort verursacht bei einigen Pegnitzern „Bauchschmerzen“. Sie wollen nicht alles schlucken, was ihnen vorgesetzt wird.


Das große Interesse an diesen Themen war an der Zahl der Besucher abzulesen: 200 Frauen und Männer waren zur Bürgerversammlung gekommen. So viele, dass die Plätze nicht ausreichten. Es mussten zusätzliche Stühle in den Saal gebracht und sogar Bierbänke aufgestellt werden. Präsenz zeigten auch die vier Bürgermeisterkandidaten Hempfling, Schmidt, Raab und Hofmann.

Vorgeschichte erläutert

Bürgermeister Manfred Thümmler erläuterte zu Beginn der Versammlung kurz die Vorgeschichte, die zu den Veränderungen führen. Obi sei über zwei Jahrzehnte in Pegnitz vertreten und ein Magnet, wovon auch die anderen Geschäfte profitieren würden. Und Rewe wolle sich mit dem Umzug verbessern.

Nach dem Protest Anwohner der Alten Poststraße, die Belästigungen durch den Anlieferverkehr (9 Fahrzeuge in 16 Stunden) befürchten, hätten die Investoren reagiert. Laut Thümmler wird der Anlieferverkehr, genau wie Autos der Kunden, über den geplanten Kreisverkehr in das künftige Einkaufszentrum gelenkt.

Die Lastwagen fahren im Kreis auf dem Areal, parallel zur Alten Poststraße, dann an die Rückseite der Märkte zum Abladen und anschließend zur Bundesstraße. Diese Lösung kostet dem Investor 360 Quadratmeter Fläche.

Falls Aldi sein Domizil an der Badstraße verlässt und in das neue Einkaufszentrum wechselt, ergäben sich zwei Alternativen: Erstens könnte in das Aldi-Gebäude ein anderer Discounter einziehen; zweitens bestünde die Möglichkeit, dass die Stadt das Gebäude erwirbt und einen Festplatz einrichtet. Die Parkplätze könnten dann von Besuchern des CabrioSol genutzt werden.

Beim vorhabenbezogenen Bebauungsplan am jetzigen Rewe-Standort trage Bauherr Obi die finanziellen Belastungen. Bürger können noch bis zum 7. Mai Stellungnahmen abgeben. Thümmlers Meinung, dass die Kunden nach ihrem Einkauf bei Obi noch in die Innenstadt fahren, quittierten die Gäste der Bürgerversammlung mit Gelächter.

Zur Situation beim PEP sagt der Bürgermeister, dort tue sich was. Ein Handelskonzern habe ein Planobjekt vorgelegt, wie das Gebäude genutzt werden könnte. „Es wäre ein großer Schaden, wenn sich nichts tut.“

Als erste Bürgerin ergriff Franziska Rasch im Namen der Interessengemeinschaft Alte Poststraße das Wort. Sie forderte: keinen Anlieferverkehr über die Alte Poststraße, keine Ein- und Ausfahrt und eine Tempo-30-Zone. Sie sagte, aufgrund des Kreisels habe der Ausweichverkehr über die Alte Poststraße zugenommen – eine Gefahr für Schüler und Friedhofsbesucher. Zudem sei die Kanalisation, die die Anlieger bezahlt hätten, nicht für Schwerlastverkehr ausgelegt.

Die Anwohner befürchten auch den Lkw-Lärm: „Die lassen Druckluft ab.“ Man wolle den Wohncharakter bewahren. Sie wünschte sich, dass Pläne nicht ein halbes Jahr in der Schublade verschwinden, sondern plädierte für Transparenz. Die Stadt müsse die Öffentlichkeit in Kenntnis setzen.“ Rasch: „Wir wollen, dass die Stadt alles schriftlich bestätigt.“

Zum Vorwurf der mangelnden Transparenz sagte Bürgermeister Thümmler, der Plan liege erst seit 14 Tagen vor, Gespräche seien natürlich schon vorher geführt worden. Bei einer Tempo-30-Zone müsse man erst schauen, ob diese funktioniert. Der Stadtrat werde darüber entscheiden. Dass die anderen Forderungen erfüllt werden, erhalten die Anwohner noch in dieser Woche schriftlich, so Thümmler.

Reinhard Chwalka (Alte Poststraße) wollte wissen, bis wann jeder Bürger Einspruch gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan einlegen könne, damit er später Klagen kann. Thümmler: „Ich empfehle Widerspruch einzulegen, damit die Klage sattelfest ist.“ Chwalka frage auch, wie es sich mit dem Grünstreifen zwischen Rewe-Gelände und dem Gebiet Winterleite Süd verhalte, der nun von Obi übernommen werde. Die Kosten seien damals auf die Anlieger umgelegt worden. „Der Ertrag fließt der Stadt Pegnitz zu; das ist nicht viel“, sagte der Bürgermeister. Die Anlieger gehen leer aus.

Hans Bernet (Alte Poststraße) schlug vor, die Anlieferung in entgegengesetzter Richtung vorzunehmen. Dann müssten die vollbeladenen Lkw nicht bergauf fahren. Heinz Christ vom Planungsbüro erklärte, wegen der ausgeklügelten Logistik sei dies nicht möglich. Entlang zur Poststraße werde der Anfahrtsweg tiefergelegt, somit werde auch der Lärm deutlich reduziert. „Er liegt unter den Grenzwerten.“ 

VON HANS-JOCHEN SCHAUER


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