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Nach Richard Wagner zu Walter Wagner

Gebürtiger Pegnitzer Chirurg hat zusammen mit Freunden Bayreuther Kult-Kneipe "Mohrenstube" gekauft - 01.12.2017 18:54 Uhr

Der Chirurg und international anerkannte Ringarzt Dr. Walter Wagner aus Pegnitz schätzt gemütliche Wirtshausrunden mit Freunden. © Stefanie Reinl


Söder sieht innovative "Heimatwirtschaften" als Stützen der bayerischen Heimat, weil sie sich in besonderer Weise für den Erhalt und die Weitergabe von Brauchtum, Tradition und Dorfgemeinschaft einsetzen. Für ihn ist die "Heimatwirtschaft" viel mehr als nur Garant des leiblichen Wohls. "Sie ist Institution bayerischer Lebensart, Motor der regionalen Wirtschaft, Begegnungsstätte für Jung und Alt, Plattform für aktives Gemeinwesen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der bayerischen Identität und Attraktivität."

Mit dem Wettbewerb will er die Betreiber unterstützen, die sich mit innovativen, unkonventionellen Konzepten gegen den rückläufigen Trend stemmen. "Damit bewahren sie den Charme der ,Heimatwirtschaften’ und tragen dazu bei, ein einzigartiges Stück bayerischer Lebenskultur zu erhalten." Möglicherweise schon als Ministerpräsident will er die 100 besten "Heimatwirtschaften" Bayerns im Mai 2018 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit 1000 Euro Preisgeld, einem Gütezeichen sowie mit einer Urkunde auszeichnen.

So lange wollte Walter Wagner mit seinem Beitrag zur Aufrechterhaltung der Wirtshauskultur nicht warten. Vielmehr kaufte der gebürtige Pegnitzer Chirurg und Bayreuther Stadtrat jetzt mit einigen Freunden die legendäre "Mohrenstube", eine Institution des Bayreuther Nachtlebens. Als die traditionelle "Absackerkneipe" im Internet angeboten wurde, hat das Quintett aus Arzt, Einzelhändler, Ingenieur, Anwalt und Physiotherapeut spontan "zugeschlagen", obwohl jeder von ihnen vorher schon einen mehr als ausgefüllten Tag hatte.

Als Weinstube eröffnet

Die Mohrenstube, 1952 als Weinstube des Restaurants "Weihenstephan" eröffnet und seit 1963 als Bar mit einer Konzession bis 5 Uhr morgens ausgestattet, ist nicht nur Walter Wagner ans Herz gewachsen: "Über Jahrzehnte hat diese Bar alle schwer erziehbaren Bayreuther aufgefangen." Aber nicht nur die: Vielmehr war die Kneipe auch bei den Festspielgästen und Künstlern eine feste Anlaufstelle zu später Stunde.

Das soll sie jetzt wieder werden, quasi unter dem Motto: "Nach Richard Wagner zu Walter Wagner." Die fünf Freunde wollen das Lokal dabei nicht als Konkurrenz zur bestehenden Gastronomie verstanden wissen, sondern die Räume vielmehr zu besonderen Anlässen vermieten, wie etwa zu einer Nikolaus-After-Work-Party am 6. Dezember, ab 18 Uhr.

Verdienen wollen sie dabei nichts, sondern den Erlös samt und sonders in dringend nötige Investitionen stecken. Eines ist für sie dabei klar: Die Mohrenstube soll die Mohrenstube bleiben und nicht zur Sisha-Bar oder zum Casino mutieren."

Eine ganz andere Verbundenheit zu ihrer ehemaligen Stammkneipe zeigen am heutigen ersten Adventssamstag einige Pegnitzer. Sie bringen mit dem Quetschn-Virtuosen Willi Adamczyk der ehemaligen Schnerpfl-Wirtin Heidi Fischer ein vorweihnachtliches Ständchen dar, unter dem Motto: "Wir haben mit ihr so viele schöne Stunden erlebt, da wollen wir etwas Freude zurückgeben."

 

Z"Räuberstübl" im Internet unter www.nordbayern.de/ pegnitz 

ISI REINL

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