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Naturerlebniszentrum am Wildgehege Hufeisen?

Noch vor dem nahen Ende der Waldschänke im Veldensteiner Forst wird bereits über die Nachnutzung diskutiert - 28.09.2017 16:59 Uhr

Die Tage der stark mit Schadstoffen belasteten Waldschänke im Veldensteiner Forst sind gezählt. Was danach kommt, wird noch diskutiert. © Ralf Münch


Preu informierte zunächst über den Sachstand: Das mit PCB belastete und mit Lindan verseuchte Blockhaus ist inzwischen komplett ausgeräumt. Für den Naturpark ist nach über 40 Jahren der Pachtvertrag mit den Bayerischen Staatsforsten ausgelaufen, ebenso der Pachtvertrag mit dem Pächter, der die Waldschänke zuletzt noch gastronomisch betrieben hatte.

Erst nachdem Preu dem Pächter eine "Ersatzvornahme" auf dessen Kosten angedroht hatte, hatte dieser den Schlüssel für das Gebäude herausgerückt. Was der Bautrupp des Naturparks dort vor allem auf dem Dachboden fand, war laut Preu "erschreckend": Zwei große Container mit Müll aus 40 Jahren, nicht nur vom letzten Pächter, mussten entsorgt werden — und hinter dem Gebäude ungezählte Dosen mit altem Frittierfett. Und das im Wasserschutzgebiet.

"Drei Kreuze" habe Preu gemacht, dass von dem Fett nichts ausgelaufen war. Denn dann wäre die Hölle los gewesen. "Die Waldschänke war schon immer ein problembeladenes Projekt", meint Preu. Auch wenn die Euphorie der Gründerväter damals groß war. Als nächstes muss der Öltank im Keller zerlegt und entsorgt werden. Ebenso der Heizkessel und der Druckbehälter. Das kostet den Naturparkverein 2575 Euro.

Abriss im Winter

Teurer wird es im November oder Dezember, wenn das Blockhaus abgerissen wird. Dafür hat Preu ein Angebot einer Fachfirma für 39 865 Euro.

Eigentlich ist es nur Holz, das entsorgt werden muss. Man kann es aber wegen der Verseuchung mit Holzschutzmitteln nicht als Brennholz verkaufen, so Preu. Es gilt als Sondermüll — und dessen Entsorgung kostet. Das Einzige, was von der Waldschänke noch übrig bleibt, wird die Biokläranlage mit Dreikammerngrube im Keller sein. Die Kläranlage will der Forstbetrieb Pegnitz übernehmen und darauf Toiletten für das Wildgehege bauen. Dieter Preu wäre nicht Dieter Preu, wenn er keine Visionen für die Zukunft hätte. So kam er zuletzt zum "lachenden Auge" seines Vortrags den man auch als "Vision Preu" bezeichnen könnte und den er "Start für Neues" nannte. Denn das Wildgehege Hufeisen, das jährlich im Schnitt 100 000 Menschen besuchen, sei "ein interessanter Informationspunkt".

Hier könne man die Besucher über den Wald, Fauna und Flora informieren. Wegen des hydrogeologischen Gebiets könnte man hier Umweltbildung betreiben. "Vom Pfiffersammeln bis zur Wolfsjagd", scherzte Preu. Seine Idee: Ein "Wald- und Naturerlebniszentrum Veldensteiner Forst".

Für Thomas Kreil vom Forstbetrieb Pegnitz zwar eine gute Idee, jedoch eine Frage der Kosten und des Betriebs. Laut Kreil werde von den Bayerischen Staatsforsten zunächst nur eine Toilettenanlage mit Aufenthaltsbereich und Sitzgelegenheiten anstelle der Waldschänke gebaut.

Nachhaltigkeit fördern

Bischbergs Bürgermeister Johann Pfister brachte das Steigerwald-Zentrum der Bayerischen Staatsforsten ins Gespräch. Ein Konzept und eine Philosophie, welche die Nachhaltigkeit anhand der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung erlebbar machen. Gefördert vom Freistaat. "Das ist zwar eine Riesenhausnummer, wäre aber der Überlegung wert, so etwas auch im Veldensteiner Forst zu bauen", meint Pfister. Kirchensittenbachs Bürgermeister Claus Albrecht verwies auf den Naturerlebnisgarten in seiner Gemeinde. Ein Schulwaldprojekt war ein weiterer Vorschlag. "Erster Schritt ist, dass das Wildgehege und sein Umfeld wieder in Ordnung kommen.", meint Bayreuths Landrat Hermann Hübner, der sich für Informationstafeln aussprach. 

THOMAS WEICHERT

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