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Regionale Produkte werden beim Verbraucher immer beliebter, nicht nur wegen der Skandale rund um die Massentierhaltung. Auch Discounter haben inzwischen erkannt, dass die Kunden umdenken und werben verstärkt mit Waren aus der Region. Höchste Zeit also, dass die seit langem geplante Vermarktungsgemeinschaft nach eineinhalbjähriger Vorbereitung endlich an den Start gegangen ist.
Mit ausschlaggebend für die Initiative war laut Christa Reinert-Heinz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dass die Direktvermarktung von Fleisch zunehmend schwieriger wird, weil hohe gesetzliche Anforderungen bei neu einsteigenden Landwirten immense Investitionen hervorrufen. So sei die Idee geboren worden, mit Metzgern zu kooperieren, die sich ihrerseits mit diesem Alleinstellungsmerkmal von der Masse absetzen könnten. Schließlich habe sich eine Gruppe von Metzgern, Landwirten und Jägern zusammengefunden, die der Mut verbindet, sich auf Neues einzulassen.
Großformatige Bilder auf den Leinwänden im Altenstädter Schloss in Pegnitz machten deutlich, worauf es der Kooperation ankommt. Sie will Fleisch von glücklichen Tieren anbieten, etwa von Mutterkuhherden, die im Jahr mindestens 20 Wochen auf der Weide verbringen müssen, wobei sich die Kälber von der Muttermilch ernähren und so auf die Zugabe von Kraftfutter generell verzichtet wird.
In Workshops mit Experten vom Kompetenzzentrum für Ernährung in Kulmbach, einem Büro für Regionalentwicklung, dem Cluster Ernährung und der Genussregion Oberfranken wurde ein Konzept entwickelt, bei dem es nur Gewinner geben soll. Die Metzger sollen vom Angebot hochwertiger regionaler Produkte profitieren, den Landwirten und Jägern sollen zusätzliche Einnahmequellen für ihre Nebenerwerbsbetriebe erschlossen werden, die Region wird als attraktiver Lebensraum aufgewertet und der Verbraucher schließlich hat die Möglichkeit, sich über den Genuss mehr Lebensqualität zu verschaffen.
Inzwischen sind auch entsprechende Werbemittel erstellt, übrigens mit einem Logo eines grünen Kussmunds, gestaltet von Margit Dippold aus Betzenstein. Dazu flossen auch Marketing-Zuschüsse vom Freistaat Bayern und vom Landkreis Bayreuth.
Die Vorsitzende Kerstin Küfner aus Lahm bei Eckersdorf freute sich nicht nur, dass in der Region vermehrt Rinderherden auf den Hängen zu sehen sind, sie würde sich vielmehr wünschen, dass sich noch mehr Mitglieder der Initiative anschließen.
Karl-Heinz Inzelsberger aus Schönfeld berichtete, dass die Jägervereinigung Pegnitz etwa über Kochkurse oder Verkaufsaktionen bei Märkten schon seit langem bemüht sei, hochwertiges Wild an den Mann zu bringen. Mit Neugier und hohen Erwartungen beteilige sich die Gruppe deshalb gerne am neuen Projekt.
Metzgermeister Klaus Lindner aus Pegnitz sah die Stärken gebündelt: „Allein haben wir alle keine Chance, deshalb sitzen wir jetzt in einem Boot und rudern gemeinsam.“ Er bedauerte allerdings, dass aus seiner Zunft nur noch die Metzgerei Parzen aus Bayreuth mit von der Partie sei, alle anderen Betriebe aus Pegnitz etwa hätten dankend abgewunken. Der Verbraucher werde aber schnell merken, dass Fleisch von Weidetieren eine ganz andere Qualität aufweise.
Davon konnten sich die Premierengäste beim Büfett, zubereitet von der Hotelfachschule, überzeugen. Gereicht wurden unter anderem geräucherte Rehkeule an Feldsalat, Rindertafelspitzsülze, Lammpastete, Wildschwein-Sauerbraten, Ochsenbeinragout in dunklem Bier geschmort, gebratene Färsenleber sowie Ziegenkäse-Variationen. Nicht nur die zahlreichen Abgeordneten waren begeistert: „Selten so gut gegessen“.



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