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Neuer Befehlston beim EV Pegnitz

Mit Sven Albers aus Seybothenreuth führt jetzt ein Hauptmann der Bundeswehr das Kommando — Früherer sportlicher Leiter Klaus Polster neuer Vize - 14.05.2017 17:33 Uhr

Die neue Vereinsführung des EVP mit (v. l.) Vorsitzendem Sven Albers, Vize Klaus Polster, Schriftführer Andre Kluß und Schatzmeister Andreas Färber. © Foto: Reinl


Mit 74 Mitgliedern war die Hauptversammlung im FC-Heim so gut besucht wie schon seit langem nicht mehr. Mit nur wenigen Enthaltungen wurde der neue Vorstand gewählt, in dem Schatzmeister Andreas Färber und Schriftführer Andre Kluß ihre Ämter behalten. Albers trat gleich sehr bestimmt auf: "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann." Deshalb wage er als Neueinsteiger auch diese schwere Aufgabe, wohl wissend, dass er ein starkes Team hinter sich habe.

Sein Ziel ist, in allen Altersgruppen Teams zu melden, in denen auch alle Interessierten spielen dürfen. In der ersten Mannschaft werde weiter konsequent auf Berufsspieler verzichtet, gezahlt würden nur Aufwandsentschädigungen. Es gelte, eine gesunde Mischung mit jungen Talenten aus der Region und wenigen Leitwölfen zu finden und vor allem Eigengewächse konsequent zu integrieren. Zudem müsse sich der Verein nach außen besser präsentieren und dabei auch manche Vorteile eines Freiluftstadions erkennen.

Vorher hatte sich Steffen Rein mit einer beachtlichen Bilanz verabschiedet: Die Mitgliederzahl ist auf 322 gestiegen – darunter befinden sich immerhin 127 Aktive und 104 Jugendliche —, der Verein sei nach 42 000 Euro Miesen im Jahr 2011 seit vergangenem Jahr schuldenfrei, auch wenn zuletzt wegen eines Schwunds von immerhin 100 Zuschauern pro Spiel deutlich weniger Einnahmen zu verzeichnen waren. Zahlreiche ehrenamtliche Aktionen von der Altpapiersammlung bis zur Bewirtung hätten aber für einen Ausgleich gesorgt.

Schatzmeister Andreas Färber kongretisierte die Zahlen: Im Jahr 2016 sei immerhin noch ein Gewinn von 1917 Euro erwirtschaftet worden, wohingegen im ersten Quartal 2017 bisher ein Verlust von gut 10 000 Euro zu Buche stehe. Dies sei darauf zurückzuführen, dass bereits viele laufende Zahlungen geleistet werden mussten, aber Sponsoreneinnahmen erst später folgen.

Nach 35 aktiven Jahren als Betreuer, Busfahrer, Stadionsprecher, Eissport-Dienstleistungsgesellschafter und Vorsitzeender hat auch Richard Hagen all seine Ämter niedergelegt. Er blickte zurfrieden auf die lange Zeit zurück, habe er doch beim Eishockey auch seine Frau kennengelernt, mit der zusammen er dem Verein zwei Spieler geschenkt habe. Stolz zeigte er sich auf die Aktiven, die neben dem Sport auch alle anderen Aufgaben im Verein ausfüllen. Besonderes Augenmerk müsse aber dem Nachwuchs gelten, denn ohne ihn habe Eishockey in Pegnitz keine Zukunft.

Verhältnis wieder besser

Als bekennender Eishockeyfan zollte Bürgermeister Uwe Raab der Vereinsführung Anerkennung, vor allem auch dafür, dass das Verhältnis zwischen Stadt und Verein wieder deutlich besser geworden sei. "Die Kommunikation stimmt wieder". In Sachen Stadion freilich könne er nichts versprechen, weder ein Dach noch einen Neubau. Damit sei die Stadt überfordert. Nach 45 Jahren müsse man aber zweifellos mittelfristig über künftige Lösungen nachdenken. Investitionen in den Bestand seien aber Investitionen in die Vergangenheit.

Aus der Versammlung heraus wurde auch das Thema "Ultras" angesprochen. Es wurde zwar allgemein anerkannt, dass das Commando 09 Pegnitz für viel Stimmung im Stadion gesorgt habe, trotzdem hätten die Aktionen im letzten Heimspiel der Mannschaft und dem Verein geschadet. Der neue Vorsitzende sprach von "Kindergartenverhalten", will aber auf jeden Fall das Gespräch mit dieser Fangruppe suchen. Der Ex-Vorsitzende Steffen Rein wehrte sich gegen Vorwürfe, die Gruppierung gegen falsche Beschuldigungen, auch von der Polizei, nicht in Schutz genommen zu haben. Er sei es leid gewesen, dass er wegen diverser Vorfälle rund um die Ultras immer wieder bei der Polizei vermitteln musste.

Torhüter Max Müller nannte die von einer kleinen Minderheit daheim wie auswärts erzeugte Stimmung wichtig. Das helfe dem Team enorm im Gegensatz zu manchmal zu negativ ausgefallenen Spielberichten, in denen die Pegnitzer Besonderheiten zu wenig Berücksichtigung fänden. Dass man das unterschiedlich sehen kann, beweist, dass sich das EVP-Trainergespann nach der Saison ausdrücklich für die stets objektive und faire Berichterstattung bedankt hat. Bürgermeister Uwe Raab hob in seinem Schlusswort explizit auf die Bedeutung der Pegnitzer Zeitungslandschaft hin: "Ohne dieses Engagement, insbesondere von Seiten der NN, würde es Eishockey in dieser Form in Pegnitz schon lange nicht mehr geben."  

ISI REINL

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