Sonntag, 24.03.2019

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Niederlage der SG Auerbach-Pegnitz in der letzten Sekunde

Handballer verlieren in der Landesliga Nord gegen die HSG Lauf-Heroldsberg 26:27 - 10.03.2019 15:50 Uhr

Thomas Wilke kam nach etlichen Fehlwürfen erst spät in Schwung, erzielte dann aber noch sechs Tore für die SG Auerbach-Pegnitz. © Klaus Trenz


Die Handballer der SG Auerbach/Pegnitz mussten sich dem Tabellendritten HSG Lauf/Heroldsberg knapp mit 26:27 geschlagen geben. In einem Spiel zweier gleichwertiger Teams erzielten die Gäste den Siegtreffer buchstäblich in letzter Sekunde. Auffälligste Spieler der Heimmannschaft waren Matthias Schnödt und Alexander Tannenberger, bei den Gästen ragte vor allem Nils Kemper hervor.

Handball-Landesliga Nord

SG Auerbach/Pegnitz — HSG Lauf/Heroldsberg 26:27 (13:13) — Die Hallenuhr zeigte 59:59 an, als der Pfiff des Schiedsrichters ertönte und das Spiel wegen eines Fouls an einem Gästespieler unterbrochen wurde. Gleichzeitig wurde die Uhr nicht nur angehalten, sondern zur Überraschung aller auf drei Sekunden zurückgestellt. Damit verblieb den Gästen genug Zeit, einen "normalen" Freiwurf auszuführen.

Nils Kemper, Laufs bester Werfer des Tages, beförderte den Ball über den Block hinweg und an Valentin Kroher vorbei in den langen Winkel des blau-weißen Tores. Blanke Enttäuschung auf der einen und riesige Freude auf der anderen Seite schwangen durch die Helmut-Ott-Halle.

"Zu viele Fehler"

Wieder einmal war man dran und hatte Lauf ein Spiel auf Augenhöhe geboten und wieder einmal hatte es nicht ganz gereicht. "Zu viele Fehler", so die kurze Begründung von Matthias Schnödt für die erneute Niederlage. Drei, vier vergebene Chancen, technische Fehler und drei verworfene Siebenmeter waren zu viel gegen ein keinesfalls fehlerfreies Gästeteam.

Dabei nahm sich Schnödt selbst nicht aus der Kritik. "Wir haben heute unsere Außen und unseren Kreisläufer viel zu oft übersehen, gab er auch eigene Fehler zu. Gerade der Pegnitzer Stephan Bruckmayer vom Reserveteam hatte sich am Kreis mehrmals sehr gut positioniert, hatte aber keine Möglichkeit bekommen, sich auszuzeichnen.

Vor allem ab Mitte der zweiten Hälfte war Schnödt anzusehen, wie sehr er sich vor der Pause verausgabt hatte. Dort hatten die Gäste den besseren Start erwischt und waren mit 3:1 in Führung gegangen,ehe Schnödt und Alexander Hofmann mit seinem zweiten Strafwurftreffer ausglichen. Lauf jedoch behielt die Ruhe und bis zur 19. Minute auch mit zwei Toren die Oberhand (7:9).

Nun schlug die Stunde von Schnödt, der diesmal dem Trainer Schnödt den Rang ablief und mit unbändigen Einsatz und Willen von der 21. bis zur 26. Minute die nächsten sechs Tore für seine Farben erzielte. Von den Gästen traf in dieser Phase lediglich Nils Kemper einmal, und so lag der Gastgeber zur Freude der annähernd 300 Zuschauer plötzlich mit 13:10 in Front.

Zwei Gästetore und eine eigene Auszeit später hatte es Alexander Hofmann 35 Sekunden vor der Sirene mit seinem dritten Strafwurf in der Hand, sein Team mit einer Führung in die Pause zu schicken. Doch er scheiterte am kurzfristig eingewechselten Andreas Götz und Kemper glich zum 13:13 aus.

Die zweite Hälfte begann mit Fehlern auf beiden Seiten. Es dauerte fast vier Minuten, bis der erste Treffer fiel — für die Gäste. Direkt im Anschluss vergab Schnödt seinen Strafwurf, doch Tizian Podlech konnte zum 14:14 ausgleichen. Das Spiel pendelte nun ständig hin und her. die Führung wechselte.

Vor allem Alexander Tannenberger sorgte in dieser Phase für die blau-weißen Tore. Bis dahin glücklos agierend, trat er in der 40. Minute erfolgreich zum Strafwurf an und erzielte auch gleich darauf die 16:15-Führung. Am Ende hatte er insgesamt siebenmal getroffen und sich dabei mit Thomas Wilke abgewechselt, der sich erst in der zweiten Hälfte etwas freigeschwommen und seinen schnellen und sicheren Wurf wiedergefunden hatte.

Die Spannung stieg, man agierte auf Augenhöhe und hatte den Favoriten selten so nah an einer Niederlage. Lauf jedoch ließ sich nicht abschütteln, und als Jens Scheuerer in der 58. Minute die zweite Führung für Schwarz-Gelb nacheinander erzielte (25:26), hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Etwas mehr als zwei Minuten stehende Unterstützung sollten helfen, den Mittelfranken wenigstens einen Punkt abzutrotzen.

"Wir hatten besprochen, den kleinen Linksaußen werfen zu lassen, denn er hatte zuvor kaum Bälle bekommen und auch zweimal "verweigert". Zudem waren wir in Überzahl", erzählte Peter Zahn nach dem Spiel. Ein fataler Fehler, denn Podlech wurde fein freigespielt und traf 40 Sekunden vor Schluss mit einem kunstvollen Heber über den großen Gästekeeper zum erneuten Ausgleich (26:26).

Zehn Sekunden vor Schluss prallte der Ball von der Auerbach/Pegnitzer Abwehr ab und rollte in Richtung Mittellinie. Warum die Uhr an dieser Stelle angehalten wurde, bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis der Unparteiischen. Der nächste Pfiff ertönte, als die Hallenuhr 59:59 anzeigte.

SG Auerbach/Pegnitz: Kroher/Seiffert, Tannenberger (7), Schnödt (7), Wilke 6, A. Hofmann (3/2) Podlech (2), Weisser 1, Brendel-Suchanek, Ma. Hofmann, Kraus, Eckert, Bruckmayer.

HSG Lauf/Heroldsberg: von Borstel/Götz, Schnippering (1), Reisinger D., Scholz (1), Hager, Laugner (4), Kemper (9), Zahn (2), Räbel (2), Scherer (7/2), L. Reisinger (1). 

HARALD WEIDMANN

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