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„Gibt es Interessenten für das Objekt?“, fragt Rechtspfleger Martin Battert in den Gerichtssaal hinein, in dem drei Vertreter des Fördervereines der Burg Hiltpoltstein und drei Medienvertreter eindeutig in der Mehrheit sind. Schweigen im Raum, nur die Lüftungsanlage rauscht. Battert müht sich redlich: „Vielleicht als Weihnachtsgeschenk?“, setzt er scherzend nach. Doch außer leisem Getuschel auf den Zuhörerplätzen bleibt es still.
Dann ein Lichtblick: Ein Mann in roter Regenjacke, der von einem Mann auf Krücken begleitet wird, holt sich beim Rechtspfleger das dicke Gutachten über die Burg und blättert drin herum. Der Verkehrswert der Burg wurde bereits im Februar 2009 auf 1.097.800 Euro festgesetzt, wie Martin Battert zu Beginn des Verfahrens ausführlich erläutert hatte. Das geringste Gebot bei der Zwangsversteigerung liegt bei 61.561 Euro, was nicht bedeutet, dass die Burg zu diesem Preis „verschleudert“ werden könne, auch das erklärt der Rechtspfleger geduldig. Heute gelten — wie schon beim ersten Termin vor dem Amtsgericht im April — wieder die Fünf-Zehntel- und die Sieben-Zehntel-Grenze des Verkehrswertes.
Sollte jemand weniger als 768.460 Euro bieten, dann kann der Vertreter der Gläubiger-Bank den Zuschlag versagen, so Battert weiter. Der Rechtspfleger versucht erneut sein Glück: „Wenn jemand unter der Fünf-Zehntel-Grenze bietet, dann gelten die Grenzen beim nächsten Termin nicht mehr“, will er das alte Gemäuer schmackhaft machen. Schließlich geht die Bieterzeit von 30 Minuten zu Ende. Nochmals blickt Michael Battert in die kleine Runde — nichts regt sich. „Wenn keiner bietet, dann wird der Gläubiger-Vertreter die Verfahrenseinstellung beantragen“, sagt er in dessen Richtung. Der nickt nur und sagt, dass er genau das beantragt.
Im selben Augenblick steht ein Mann im Karohemd in der hintersten Reihe auf und will ein Mindestgebot abgeben, „damit das Verfahren weiterläuft“, wie er dazu erklärt. Doch es ist zu spät: „Eingestellt ist eingestellt“, brummt der Gläubiger-Vertreter. Rechtspfleger Michael Battert beugt sich, stellt das Verfahren ein und kündigt einen weiteren Zwangsversteigerungstermin für die Burg Hiltpoltstein wohl Mitte 2012 an.
„Ich hab das Verfahren nur mit einem Auge verfolgt“, sagt später der einzige Fast-Bieter, der Horst Bocksrocker heißt und Gastwirt der Sachsenmühle im Wiesenttal ist. Er habe zusammen mit Wolf-Dieter Hildisch, Vorsitzender des Burg-Fördervereines, das Objekt schon einmal besichtigt. „Die Anlage hat ihren Reiz, aber auch einige Nachteile“, erläutert er. Er suche was mit Ecken und Kanten, doch der Kauf einer alten Burg will gut überlegt sein. Bocksrockers Fazit: „Die Burg läuft mir nicht davon.“



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